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Wissenschaft und Forschung

Die Universitäten südlich der Grenze

Die Grenzregion ist nicht gerade für Forschung und Hochtechnologie bekannt. Aber dennoch gibt es hier eine nicht unerhebliche, sehr vielfältige Forschungslandschaft. Hier sollen zunächst die beiden Universitäten der Grenzregion vorgestellt werden: Universität Flensburg og Syddansk Universitet, Sønderborg Campus.

Die Universität Flensburg wird immer noch durch ihre frühere Phase als Seminar geprägt, und deshalb dominieren die Lehrerausbildungen. Es haben sich allerdings pädagogisch-wissenschaftliche und berufsbezogene Ausbildungen entwickelt, und die Universität strebt die Entwicklung eines breiteren Profils an. Es gibt etwa 4.200 eingeschriebene Studenten. Das Forschungsprofil wird durch die pädagogischen Fächer dominiert. Hier sei auf das Zentrum für Bildungsforschung der Universität hingewiesen, das Forschungsaktivitäten aus drei Bereichen bündelt:

  • Fachdidaktische Forschung, Schul- und Unterrichtsforschung
  • Universitäts- und Wissenschaftsforschung
  • Forschung im Bereich Erwachsenenbildung, Weiterbildung und Schulung.

Forschung im universitären Bereich
Der erste Fachbereich befasst sich mit Themen wie wissenschaftlicher Begleitung und Evaluierung neuer Schulformen, den Folgen der PISA-Untersuchungen mit einer Orientierung gegenüber dem Norden, Entwicklung, Erprobung und Evaluierung von fachdidaktischen Theorien, historischen Ausbildungsforschung, Schulorganisation und Schulentwicklung, Kommunikation im Unterricht, Standards und Qualitätssicherung im Unterricht, Forschung in Berufsausbildungen, Forschung im Bereich Berufswahl, Sonderunterricht und Ressourcenverteilung im Schulsystem.

Der zweite Fachbereich befasst sich mit Themen wie Entwicklung einer Theorie der „Vermittlungswissenschaft“, Evaluierung und Qualitätssicherung in Lehre, Forschung und Weiterbildung, Entwicklung von Bachelor- und Masterausbildungen, neue Formen des Lernens in der Wissensgesellschaft, Modernisierung der Organisation der Universitäten, Entwicklung von Modellen für Senioren-Universitäten, Entwicklung von Modellen zur Studienberatung, Modelle zur Wissensvermittlung im 21. Jahrhundert, Ressourcenverteilung im Universitäts- und Wissenschaftssystem.

Der dritte Fachbereich befasst sich mit Themen wie Ausbildung, Lernen und Arbeiten im institutionellen Bereich und formellen Kontext, lebenslanges Lernen / Ausbildung als Lebensform, neuen Medien und neue Sozialisationsprozesse, Jugend – Familie – „Peergroup“ (Gleichgesinnte im frühen Alter): neuen Formen des Erwachsenwerdens, Forschung im Bereich Ausbildungsgeschichte, Evaluierung und Qualitätssicherung in anderen Ausbildungseinrichtungen, firmenorientierte Modelle zur systematischen Weiterbildung von Mitarbeitern, berufspädagogische Forschung, Ressourcenverteilung bei beruflicher Bildung, Erwachsenenbildung und im Weiterbildungssystem.

Darüber hinaus betreibt die Universität mit dem Zentrum für Genderforschung ein Zentrum zur Erforschung der Geschlechterrollen, insbesondere innerhalb des Schulsystems. Ein Haupteinsatzgebiet sind empirische Untersuchungen zur Etablierung von Geschlechterrollen und Ethnizität im Schulsystem.


Die Universitäten nördlich der Grenze

Syddansk Universitet (SDU) verfügt über mehrere Abteilungen im südlichen Jylland und auf Fyn, wo sich der Hauptsitz befindet. Campus Sønderborg, die Abteilung von SDU in Sønderjylland, ist eine der kleineren Abteilungen mit nur drei Instituten, denen drei Forschungszentren angegliedert sind.

Kommunikation und Information
Die Forschung am Institut für Fachsprache, Kommunikation und Informationswissenschaft (IFKI) befasst sich mit dem Zusammenspiel zwischen Informationstechnologie einerseits, und Kommunikation, Lernen und Wissensorganisation andererseits. Das Institut hat sich insbesondere in den folgenden Bereichen profiliert:

  • Entwicklung und Implementierung von Informations- und Kommunikationstechnologie in Firmen und Organisationen,
  • E-Lernen und IT-Pädagogik, Web 2.0-Pädagogik und theoretischer Forschung im Bereich Wissens-, Lern- und Evaluierungsformen,
  • Kommunikationsanalysen, einschließlich des Aufbaus von Interaktionsdatenbasen für Sprache und interkulturelle Kommunikation in Firmen und Organisationen,
  • Tourismus, insbesondere die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus, Hospitality management und Analysen des Verhaltens von Touristen auf Mikroebene.

Institut für Grenzregionsforschung
Das Forschungsfeld des Institut for Grænseregionsforskning (IFG, Institute für Grenzregionsforschung) erstreckt sich von Gewerbewirtschaft über regionale Entwicklung – sowohl unter ökonomischen, wie auch kulturellen Gesichtspunkten – und internationaler Integration bis hin zu Fragen der Rolle der Minderheiten in den Grenzregionen.

Das IFG wurde in Aabenraa gegründet. Es hat eine starke Verankerung in der besonderen Geschichte von Sønderjylland und ist heute eng mit der Wirtschaft und den kulturellen Institutionen der Region verbunden. Gleichzeitig legt das Institut in seiner Forschung großen Wert auf komparative Studien anderer Regionen in Europa, und ist bestrebt, ein umfassendes, internationales Netzwerk von Forschern im Bereich Grenzregionenforschung auszubauen.

Mads Clausen Institut
Das Mads Clausen Institut befasst sich mit Produkt- und Absatzinnovationen im Bereich Mechatronik, wobei der Schwerpunkt auf intelligenten Sensoren und Aktuatoren liegt. Die Forschungsarbeit ist in fünf Gruppen aufgeteilt: 

  • Die Nanotechnologie befasst sich in der Hauptsache mit ”harter” Nanotechnologie und ergänzt die ”weiche” Nanotechnologie, mit der man an der SDU in Odense arbeitet.
  • Bei der mathematischen Modellierung geht es um die Entwicklung mathematischer Modelle für Produkte und Komponenten. 
  • Embedded Software befasst sich mit der Entwicklung von industriellen, komponentbasierten Softwaredesign. 
  • Geschäftsinnovation befasst sich u.a. mit dem Vermögen von Firmen, neuen Produkte und Prozesse zu entwickeln.
  • Benutzerorientiertes Design beschäftigt sich mit Entwicklungsprozessen unter Einbeziehung der Anwender, mit Nutzungssituationen und deren Optimierung und Vereinfachung.

Dänisch-deutsche Zusammenarbeit 
Syddansk Universitet SDU hat seit 1991 grenzüberschreitend mit der Universität Flensburg kooperiert. Im Rahmen der Zusammenarbeit des Instituts für Fachsprache, Kommunikation und Informationswissenschaft und des Instituts für Management kann Syddansk Universitet SDU eine berufssprachliche und gewerbewirtschaftlich orientierte Bachelorausbildung Ba. int und die Masterausbildung Cand. merc. int. in den Sprachkombinationen Deutsch / Englisch und Deutsch / Dänisch anbieten.
Unterricht und Examen im Rahmen der Studiengänge finden an der Universität in Flensburg statt, und werden durch die Abteilung von SDU in Flensburg verwaltet.


Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen - Sektorforschung

Neben den universitären Forschungsinstituten befinden sich in der deutsch-dänischen Grenzregion eine Reihe kleinere, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, auf Dänisch Sektorforschungsinstitute genannt.

ITAI
Das Institut für theoretische und angewandte Informatik (itai) in Tønder war ursprünglich ein grenzüberschreitendes Sektorforschungsinstitut, die deutsche Filiale in Niebüll wurde aber vor ein paar Jahren geschlossen. Itai ist ein Serviceinstitut für die Wirtschaft der Region, die es bei der Lösung informationstechnischer Probleme und der Fortbildung ihrer Mitarbeiter im Bereich der Informationstechnologie unterstützt. Itai entwickelt auch maßgeschneiderte Software für einzelne Unternehmen. Das Institut wird von einer Stiftung getragen, die 1989 von Sønderjyllands Amt, Tønder Kommune, Sønderjyllands Erhvervsråd und Tønder tekniske skole gegründet wurde.

Institut for Sønderjysk Lokalhistorie
Ein historisches Forschungsinstitut ist das Institut for Sønderjysk Lokalhistorie in Aabenraa. Das Institut beschäftigt sich mit allen Aspekten der Lokalgeschichte und Kulturgeschichte und deren Vermittlung. Es verfügt über eine umfangreiche Sammlung historischer Fotografien. Es fungiert auch als Ansprechpartner und professioneller Ratgeber für die zahlreichen lokalhistorischen Vereine in Sønderjylland.

Nordfriisk Institut
In Bredstedt in Nordfriesland befindet sich das Nordfriesische Institut, auf Friesisch Nordfriisk Institut. Das Nordfriisk Institut ist das zentrale Forschungsinstitut für Kultur, Sprache und Geschichte der Nordfriesen. Durch Veröffentlichungen und Veranstaltungen wie Vorträge, Kurse, Seminare oder Konferenzen, möchte das Institut die Kenntnisse über Nordfriesland und das Friesische verbreiten und erweitern.

Archive
Regional- und lokalhistorische Forschung findet auch in den verschiedenen Archiven und historischen Vereinen statt, wo interessierte Laien in Zusammenarbeit mit professionellen Historikern beachtliche Arbeit zur Beleuchtung der Vergangenheit in Städten, Landschaften und Dörfern leisten, wobei die persönliche Geschichte nicht zu kurz kommt.

Wichtigste Archive nördlich und südlich der Grenze sind das Landsarkivet for Sønderjylland in Aabenraa und das Landesarchiv Schleswig-Holstein in Schleswig. Hier wird die Vergangenheit der Grenzregion gelagert. Quellen geben Aufschluss über alle wichtigen Fragen der Politikgeschichte wie auch der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und unter Umständen auch der Familiengeschichte. Darüber hinaus befinden sich weitere öffentlich finanzierte Archive in der Grenzregion. Nördlich der Grenze haben Haderslev und Tønder eigene Stadtarchive: Haderslev byhistoriske arkiv und Lokalhistorisk arkiv for Tønder kommune. Südlich der Grenze haben die kreisfreie Stadt Flensburg und die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg eigene Archive: das Stadtarchiv Flensburg, das Kreisarchiv Nordfriesland in Husum und das Gemeinschaftsarchiv der Stadt Schleswig und des Kreises Schleswig-Flensburg in Schleswig. Zahlreiche Lokalarchive befinden sich sowohl nördlich als auch südlich der Grenze. Diese werden in der Regel ehrenamtlich geleitet. Im Internet gibt es Übersichten über Lokalarchive im Kreis Nordfriesland, im Kreis Schleswig-Flensburg und im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das gleiche gilt für Lokalarchive in Sønderjylland.

Museen
Die Aufgabe von staatlich anerkannten Museen in Dänemark sind die fünf Säulen des dänischen Museumsgesetz: Forschung, Sammlung, Registrierung, Bewahrung und Vermittlung. Damit ist die Forschung als museale Aufgabe in Dänemark gesetzlich festgeschrieben.

In Sønderjylland sind die ehemals selbstständigen, staatlich anerkannten Museen des Amts zum Museum Sønderjylland zusammengeschlossen worden. Zum Museum Sønderjylland gehören:

  • Haderslev Museum (Archäologie), Forschungsschwerpunkte mesolithische Gräber, Keramik der Trichterbecherkultur, Versammlungsplätze und Gräber, die Entwicklung des dreischiffigen Langhauses in der Bronze- und Eisenzeit, Bebauung in der Eisenzeit und im Mittelalter, Kriegsbeute- und Opferfunde von Ejsbøl, frühe Staatsbildung in Dänemark und Wälle in Sønderjylland
  • Kunstmuseet Brundlund Slot in Aabenraa, Forschungsschwerpunkt Künstler in Sønderjylland, insb. der Christiansfelder Maler Jeppe Madsen-Ohlsen
  • Midtsønderjyllands Museum (Geologie und Naturkunde) in Gram, Forschungsschwerpunkt Geologie und Fossilien im 8 Millionen Jahre alten Gram-Lehm
  • Museet på Sønderborg Slot (Geschichte, insbesondere die nationale Frage, Kulturgeschichte, Industriegeschichte), Forschungsschwerpunkte kulturelle Schnittstellen und kulturelle Grenzen in der Grenzregion, regionale Sitten, Gebräuche und Traditionen, Schulgeschichte in Sønderjylland, Schlossgärten. Filiale Ziegeleimuseum Cathrinesminde, Forschungsschwerpunkt Ziegeleiindustrie, Teil des Industriemuseums Schleswig
  • Sønderjyllands Kunstmuseum in Tønder, Forschungsschwerpunkt nordische Kunst im 20. und 21. Jahrhundert
  • Tønder Museum, Forschungsschwerpunkt
  • Aabenraa Museum-Sønderjyllands Søfartsmuseum, Forschungsschwerpunkt Geschichte des Schiffbaus in Sønderjylland, Seefahrtsgeschichte, Agrargeschichte in Sønderjylland

Darüber hinaus ist auch das Frøslevlejrens Museum als Filiale des dänischen Nationalmuseums staatlich anerkanntes Museum gemäß dem dänischen Museumsgesetz. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Geschichte der deutschen Gefangenenlager in Dänemark im internationalen Vergleich, nationale Spannungen zwischen dänischer Mehrheit und deutscher Minderheit in Sønderjylland 1933-55.

Südlich der Grenze müssen zuerst die Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen auf Schloss Gottorf in Schleswig genannt werden. Das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte sowie das Archäologische Landesmuseum leisten wichtige Forschungsarbeiten über die Region. Zur Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen gehört auch das Wikingermuseum Haithabu. Hier wird insbesondere archäologisch über diese älteste Siedlung in der deutsch-dänischen Grenzregion geforscht. Im Wikinger Museum Haithabu hat man beispielsweise damit begonnen, die Beete im Umfeld des Museumsgebäudes mit den Wildstauden und Kulturpflanzen zu bepflanzen, die - archäologisch nachgewiesen - schon während der Blütezeit von Haithabu hier wuchsen. Während der Sommermonate zeigen diese Anpflanzungen ihre volle Blütenpracht. Die Auswahl der Pflanzen soll den Besuchern zum einen vermitteln, welche Pflanzenvielfalt unsere Vorfahren kannten. Zum anderen soll der Blick dafür geschärft werden, dass viele dieser Pflanzen heute noch in der Natur vorhanden sind, aber wenig beachtet werden.

In Flensburg befinden sich auf dem so genannten Museumsberg zwei Museen, die sich mit der Kunst- und Kulturgeschichte von Südschleswig befassen. Das Flensburger Schiffahrtsmuseum hält die Tradition Flensburgs als Hafenstadt mit weit reichenden Handelsverbindungen lebendig. Zusammen mit dem Traditionsdampfer Alexandra und der Museumswerft bildet es einen Schwerpunkt auch in der Forschung über die historische Schiffahrt auf der Flensburger Förde.

Im Rahmen des Nationalparks Wattenmeer existiert das Multimar Wattforum in Tönning als Forschungs- und Vermittlungszentrum über die einzigartige Naturlandschaft des nordfriesischen Wattenmeers.

Das Nordfriesische Museum in Husum ist ein kulturgeschichtliches Museum mit entsprechendem Forschungsauftrag. Es befasst sich außerdem mit der Auswanderung aus Nordfriesland nach Amerika im 19. Jahrhundert.

In Seebüll bei Niebüll befindet sich der Sitz der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde. Das dortige Nolde-Museum ist dem schleswigschen Maler Emil Nolde und seinem Werk verpflichtet.


Das europäische Zentrum für Minderheitenfragen (ECMI)

Das Europäische Zentrum für Minderheitenfragen (European Centre for Minority Issues) betreibt praxis- und politikorientierte Forschung, stellt Informationen und Dokumentationen zur Verfügung und bietet Beratungen zu Minderheitenfragen in Europa an. Es unterstützt europäische Regierungen und internationale Organisationen sowie nicht-dominante Gruppen in ganz Europa. Das Zentrum arbeitet mit anderen Forschungseinrichtungen, den Medien und der allgemeinen Öffentlichkeit zusammen, indem es frühzeitig Informationen und Analysen zur Verfügung stellt.

Das Zentrum richtet seine Aktivitäten nach fünf Themenschwerpunkten aus. Der Justiz- und Regierungs-Cluster beschäftigt sich mit der Bewertung und Weiterentwicklung gesetzlicher Standards, die dabei helfen könnten, demokratische Regierungsformen auf der Basis ethnischer Vielfalt und der Menschenrechte zu festigen. Andere Cluster umfassen Politik und die Zivilgesellschaft. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Minderheitenpolitik, insbesondere auf der Möglichkeit, Minderheiten durch die Einbindung in öffentliche und gesellschaftliche Ämter teilhaben zu lassen. Der Konflikt- und Sicherheits-Cluster konzentriert sich auf konstruktives Konflikt-Management und befasst sich mit Konflikten ethnopolitischer Dimension im Großraum Europa. Der Kultur- und Vielfältigkeits-Cluster beschäftigt sich mit den kulturellen Problemen von Minderheiten, insbesondere in Bezug auf Sprache und Bildung, aber auch in Bezug auf den Zugang zu Medien. Der Bürgerrechts- und Ethik-Cluster konzentriert sich auf rechtliche und sozialpolitische Aspekte der Mitgliedschaft in einer Mainstream-Gesellschaft, einschließlich ethischer Thematiken wie Toleranz, Respekt und Einbringung.

Das Zentrum pflegt durch seine lokalen Partner in Georgien und dem Kosovo auch Kontakte zu verschiedenen Spannungsgebieten in Europa und bietet mehrstufige Schulungen zu den Themen Einrichtung von Institutionen und Aufbau von Kapazitäten an. Dieser Schwerpunkt wird durch eine fachliche Hilfs- und Schulungseinrichtung im Hauptsitz organisiert, in Zusammenarbeit mit zahlreichen Nichtregierungsorganisationen in ganz Europa. In dieser Hinsicht profitiert das Zentrum von der beispielhaften Entwicklung der Minderheitenfragen im deutsch-dänischen Grenzgebiet, wo es seinen Sitz hat.

Das ECMI wurde 1996 von den Regierungen von Dänemark, Deutschland und Schleswig-Holstein gegründet. Es ist eine unabhängige und interdisziplinäre Einrichtung, die durch einen internationalen Mitarbeiterstab getragen und durch eine Vielzahl von erfahrenen Gastwissenschaftlern aus ganz Europa und dem Rest der Welt ergänzt wird.

Das Zentrum unterhält zudem aktive Beziehungen zu anderen akademischen Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen, die sich mit Konfliktlösungen und interethnischen Beziehungen beschäftigen, und entwickelt gemeinsam mit ihnen Projekte in diesen Bereichen. Während die Grundfinanzierung durch die drei Regierungen erfolgt, die das Zentrum gegründet haben, bemüht sich auch das Zentrum selbst um projektbezogene Mittel, um seine Aktivitäten finanzieren zu können. Das ECMI wird von einem Vorstand aus 9 Mitgliedern geleitet, die aus Dänemark, Deutschland, der OSZE, dem Europarat und der Europäischen Union stammen. Es wird in seiner Tätigkeit von einem Beirat unterstützt, der sich aus Experten im Bereich der Minderheitenfragen zusammensetzt. Die Arbeitssprache des ECMI ist Englisch. Das Zentrum befindet sich in einem historischen Gebäude im Zentrum Flensburgs, wo es Workshops, Seminare und Konferenzen organisiert. Die Fachbibliothek ist der Dreh- und Angelpunkt für die Forschungsprojekte des ECMI und das Informationsprogramm im Internet. Diese Aktivitäten werden durch ein engagiertes Verwaltungs- und Bibliotheks-Team unterstützt.


Forschung und Entwicklung in Unternehmen – auch in der Grenzregion

Forschung findet auch außerhalb der Universitäten statt: auf verschiedenste Art wird neues Wissen geschaffen und verwertet, sei es in Büchern, Artikeln, im Unterricht oder in der Entwicklung neuer Güter und Dienstleistungen.

Auch wenn die deutsch-dänische Grenzregion nicht als High-Tech-Region gelten kann, hat sie doch durchaus eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur mit innovativen, forschenden Unternehmen. Einige dieser Unternehmen und ihre Aktivitäten werden hier kurz vorgestellt:

Danfoss
Das in Nordborg auf Als gegründete Industrieunternehmen Danfoss ist wahrscheinlich das international renommierteste Unternehmen der deutsch-dänischen Grenzregion. Danfoss A/S gehört heute zu den weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Herstellung von mechatronischen und elektronischen Produkten und Steuerungen. Danfoss entwickelt Produkte zur Regelung von Heiz- und Kühlanlagen in Wohn- und Bürogebäuden, zur Kühlung von Nahrungsmitteln und zur Steuerung von Fertigungsstraßen. Bei Danfoss Solutions kombiniert Danfoss die neuesten Umweltmanagement-Modelle mit den Erfahrungen in innovativen Anwendungslösungen und dem Prozess-Know-How der Danfoss Kerngeschäftsbereiche. Danfoss Bionics investiert in Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Biomechanik, speziell der Oberflächenbehandlung von Metallen, die Patienten implantiert werden. Nessie High-Pressure Water Solutions ist ein Wasser-Hydrauliksystem, das eine 100%ige Alternative zur Ölhydraulik darstellt und u. a. in Systemen zur Befeuchtung, Feuerbekämpfung, Trinkwassergewinnung aus Meerwasser oder in der industriellen Reinigung eingesetzt wird. Neben den eigenen Forschungsaktivitäten unterhält Danfoss eine intensive Forschungszusammenarbeit mit der Syddansk Universitet, z.B. im Mads Clausen Institut.

Scientific-Atlanta Arcodan A/S, Sønderborg 
Scientific-Atlanta Arcodan in Sønderborg, eine Tochterfirma des US-amerikanischen Scientific-Atlanta Konzerns, ist das europäische Zentrum u.a. für Produktentwicklung hochtechnologischer IT-Produkte für Breitbandentwicklung in den Bereichen interaktives TV, Internet und Multimedia für den europäischen Markt.

Simon Moos Maskinfabrik A/S
Die 1977 gegründete Simon Moos Maskinfabrik in Sønderborg entwickelt und produziert Ausrüstung zur Schlammbehandlung sowie kombinierte Schlammsaug- und Entwässerungseinheiten. Die Firma wurde auf der Basis des Know-hows etabliert, das von der Firma Simon Moos A/S als Bauunternehmen im Bereich der Kanalisation, Entwässerung usw. aufgebaut worden ist. Kernkompetenz ist die Entwicklung von mobilen Entschlammern, die es Firmen ermöglichen, den Schlammabfall, der teuer deponiert werden muss, zu verringern.

Flensburger Fahrzeugbau FFG
Die Flensburger Fahrzeugbau FFG geht auf einen Schiffsreparaturbetrieb aus dem Jahre 1860 zurück. In den 1960er Jahren wurde der Maschinenbaubetrieb ein wichtiger Partner der Bundeswehr für die Instandsetzung und Ausrüstung von Fahrzeugen. Heute ist auf dem Firmengelände an der Flensburger Innenförde ein High-Tech-Unternehmen tätig, dessen Innovationskraft im militär- und ziviltechnischen Bereich international anerkannt ist. Beispiel ziviler Innovationen ist ein für Kleintransporter entwickelter Aluminium-Aufbau, der als „Flensburger Koffer“ bekannt geworden ist. In der Militärtechnik haben die FFG das Minenräumfahrzeug Minebreaker 2000 entwickelt, das unter anderem zur Räumung von Minen in Bosnien, Südkorea und Afghanistan eingesetzt wurde.

Flensburger Schiffbaugesellschaft
Die Flensburger Schiffbau Gesellschaft mbh & Co KG ist die letzte verbliebene Werft in Flensburg, die sich mit der Selbstentwicklung einer Nischenproduktion am schwierigen Schiffbaumarkt behaupten konnte. Die Entwicklung der C-Box Coaster in den 1990er Jahren und einer Plattform für RoRo-Fähren war sehr erfolgreich und schlug sich in internationalen Aufträgen nieder.

Böklunder
Die deutsch-dänische Grenzregion ist eine ländliche Region, in der die Lebensmittelherstellung lange eine wichtige Rolle gespielt hat. Die Böklunder Plumrose GmbH ist ein traditionelles und gleichzeitig innovatives Unternehmen der Fleischverarbeitung, dessen Würstchen unter der Marke Böklunder in ganz Deutschland bekannt sind. Böklunder führte als erster in Deutschland die weitgehend automatische Herstellung von Würstchen ein und gilt als Erfinder der Würstchen im Glas. Böklunder hatte auch maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Twist-off Deckels in der Konservenindustrie.

Technologiezentren
Ein Hauptproblem junger innovativer Existenzgründer ist der hohe Risikofaktor, der die soziale Existenz des Unternehmers gefährden kann. In der deutsch-dänischen Grenzregion gibt es deshalb seit Mitte der 1990er Jahre eine Zusammenarbeit in Technologiezentren, die es Jungunternehmen ermöglichen, Beratung in Sachen Management und Innovation zu erhalten. Sowohl nördlich als auch südlich der Grenze stehen kleinen, jungen, innovativen Unternehmen mit dem Udviklingspark Syd in Sønderborg, dem Technologiezentrum Flensburg und dem Zentrum für Energie und Technik in Rendsburg Beratungs- und Innovationszentren zur Verfügung. In den Technologiezentren können junge Forscher in Zusammenarbeit mit Unternehmen untersuchen, ob sich Ideen in reale Produktion umsetzen lassen. Unternehmen können Räume und Labors mieten, um so die eigene Produktentwicklung weiter zu entwickeln.

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