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Archive

Staatliche Archive südlich der Grenze

Überall, wo schriftliche Unterlagen zum Geschäftsbetrieb gehören, entsteht über kurz oder lang eine Hinterlassenschaft in Form von Urkunden, Akten und Aufzeichnungen. Im Grenzland waren das die unterschiedlichen Ebenen der obrigkeitlichen und kirchlichen Verwaltung. Hierher gehören aber auch die Sammlungen der selbstverantwortlich agierenden Landschaften an der Küste bzw. auf den Inseln. Deren relative Eigenständigkeit basierte nicht zuletzt auf den Erfordernissen einer genossenschaftlich betriebenen Unterhaltung der Deiche.

Bereits vom Mittelalter an wurden Archivalien gezielt gesammelt, zunächst in Klöstern, später an Fürstenhöfen und in Städten. Es ging zunächst darum, mittels der aufbewahrten Urkunden die eigenen Rechte belegen zu können. Die regierenden Häuser legten zudem großen Wert auf die Stammbäume, in denen die Erbfolge festgelegt war. Sodann breitete sich der Zugriff und die landesväterliche Fürsorge etwa der Könige von Dänemark und – von 1544 bis 1713 – der Herzöge von Gottorf auf ihre Untertanen in wachsendem Maße aus, was sich in umfangreichen Sammlungen von Schrifttum niederschlug.

Vom 19. Jahrhundert an nutzte die sich entfaltende Geschichtswissenschaft die gesammelten Akten und Urkunden zunehmend für die Beschreibung der Vergangenheit. Wie in den meisten europäischen Staaten entstand auch in Deutschland, genauer im Königreich Preußen, zu dem Schleswig-Holstein und damit das spätere schleswigsche Grenzland ab 1867 gehörte, ein durchorganisiertes staatliches Archivwesen. Ab 1920 gehörte dann nur noch der südliche Teil des Grenzlandes in dessen Zuständigkeitsbereich, wobei einige Bestände zur Geschichte des Herzogtums Schleswig, die auch den südlichen Bereich betreffen, im Landesarchiv in Aabenraa verwaltet werden.

Das Landesarchiv Schleswig-Holstein ist eine staatliche Einrichtung. Es hat seinen Sitz im Prinzenpalais in Schleswig. Als Staatsarchiv, das dem Ministerpräsidenten untersteht, ist es für die Überlieferungen des schleswig-holsteinischen Landtags, der Landesverwaltung und der Landesjustiz zuständig. Die Benutzung des Landesarchivs im Lesesaal ist einschließlich der Beratung kostenlos.

Die in Schleswig-Holstein herrschenden Schauenburger und Oldenburger unterhielten seit dem Mittelalter Archive, um ihre in Urkunden niedergeschriebenen Rechte zu sichern.

1870 entstand ein preußisches Staatsarchiv in Schleswig. Sein Nachfolger ist das seit 1948 bestehende Landesarchiv.

Die Aufgaben des Landesarchivs sind im Landesarchivgesetz § 4 aufgelistet.

  • Es soll archivwürdige Unterlagen der Verwaltungen, Behörden und Gerichte im Land Schleswig-Holstein sowie ihrer Funktions- und Rechtsvorgänger übernehmen, sichern und verwahren. Die Unterlagen werden für Zwecke der Forschung und Bildung, der Verwaltung und Rechtssicherung benutzbar gemacht. Archivwürdiges Schriftgut nichtstaatlicher Herkunft (wie Nachlässe, Guts-, Familien-, Vereinsarchive) kann ebenfalls archiviert werden.
  • Es erteilt Auskünfte, erbringt Dienstleistungen für die wissenschaftliche und heimatkundliche Forschung, berät Benutzer und unterstützt Verwaltungs- und Bildungsinstitutionen.
  • Publikationen, Ausstellungen und Vortragsveranstaltungen zu historischen Themen fördern die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Landes Schleswig-Holstein und seiner Einrichtungen.
  • Das Landesarchiv nimmt zentrale Aufgaben im schleswig-holsteinischen Archivwesen wahr und trägt zur Qualifizierung der Mitarbeiter in den Archiven des Landes bei.
  • Das Landesarchiv ist das "Gedächtnis des Landes". Seine Quellenbestände gewährleisten die Transparenz des Verwaltungs- und Rechtshandelns und sichern die Rechtsgrundlagen für das Land und deren Einwohner. Wissenschaft, Forschung und Landeskunde werden durch die Öffnung des Bestandes gefördert.
  • Als Landesfilmarchiv sichert das Landesarchiv dokumentarische Filmaufnahmen aus Schleswig-Holstein und stellt sie für Dritte bereit.
  • Das Landesarchiv führt die kommunale Wappenrolle des Landes Schleswig-Holstein. In der "Kommunalen Wappenrolle Schleswig-Holstein" finden man alle zurzeit gültigen Wappen und Flaggen der schleswig-holsteinischen Kommunen sowie alle seit dem Jahr 2000 untergegangenen kommunalen Wappen

Auf Grund der mehrfachen Grenzveränderungen zwischen Deutschland und Dänemark hat es wiederholt Regelungen zum Archivalienaustausch gegeben. Nach der Volksabstimmung von 1920 wurde im Jahre 1934 erstmalig ein deutsch-dänisches Abkommen über den Austausch historischer Archivalien getroffen: Auf lokaler Ebene erfolgte die Aufteilung vorrangig nach staatlicher Zugehörigkeit der Gebiete, so dass z.B. die Überlieferungen der ehemals preußischen Kreisverwaltungen Aabenraa oder Haderslev heute weitestgehend im Landesarchiv in Aabenraa liegen. 
Bei den Archivalien der höheren staatlichen Ebenen mussten dezidiertere Lösungen erarbeitet werden. Dabei half im Fall des wohl wichtigsten Bestandes(Deutsche Kanzlei in Kopenhagen), dass die Akten bereits von dieser Behörde noch einmal abgeschrieben worden waren, so dass die dänische wie die deutsche Seite im Reichsarchiv in Kopenhagen bzw. im Landesarchiv in Schleswig über eine in vielen Bereichen inhaltsgleiche Überlieferung des Bestandes verfügen.

Das Landesarchiv für Sønderjylland

Das Landesarchiv für Sønderjylland in Aabenraa wurde durch das Gesetz von 1931 gegründet und 1933 eröffnet. Es verfügt in der Hauptsache über Archive von Behörden und Privatleuten aus dem Gebiet zwischen der Kongeå im Nor den und der Staatsgrenze im Süden, also die Teile von Sønderjylland, die im Jahre 1920 mit Dänemark wiedervereinigt wurden.

Im Landesarchiv findet man den Großteil der Quellen zur Geschichte des Lan des teils vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit: Von der schleswigschen Re gio nal- und Lokalverwaltung bis 1867, der preußischen Zeit ab 1867 und der däni schen Verwaltung nach 1920. Das Landsarchiv verfügt auch über zahl rei che Archivalien der Zentral- und Provinsverwaltung bis 1864, entweder als Ori ginale, oder als Mikrofilmkopien.

Der Grundstamm der Sammlungen des Landsarchivs wurde durch Einsammeln von hinterlassenen Papieren aus den verschiedenen Zweigen der öffentlichen regionalen und lokalen Verwaltungen zusammengetragen. Die Sammlungen des Landsarchivs umfassen z.B. Archive des Amtes, der Gerichte, der Polizei be hör den, der Pfarrer und außerdem zahlreiche kommunale Archive. Sie sind alle so aufgestellt, wie sie seinerzeit bei der entsprechenden Behörde vorge funden wur den.

Heute sind alle örtlichen staatliche Behörden – sowohl weltliche wie geistliche – verpflichtet, ihre bewahrenswerten Archivalien an ein Landsarchiv abzugeben. Es wurden Bewahrungs- und Ausmusterungspläne erstellt, damit die Behörden ihre enorme Papierproduktion sortieren können, und soviel Informationen wie möglich innerhalb eines vertretbaren Kostenrahmens zu bewahren.

Nichtstaatliche Behörden, wie Amtskommunen und Gemeinden können eben falls ihre Archivalien an ein Landsarchiv abgeben, wenn sie diese nicht selbst aufbewahren möchten. Wenn Privatpersonen Archive ihrer Familie, von pri vaten Einrichtungen oder Vereinen abgeben möchten, kann das Landsarchiv auch diese Materialien entgegennehmen, wenn es historischen Wert hat.

Das Landesarchiv für Sønderjylland verfügt z.Z. über elf Mitarbeiter. Davon sind vier akademisch ausgebildete Archivare, die einen erheblichen Teil der hi stori schen Forschung in Sønderjylland durchführen. Der Archivleiter Steen Ousager ist der gemeinsame Leiter des Landsarchivs für Sønderjylland und der Schwester organisation, dem Landsarchiv für Fyn, sowie Dansk Data Archiv, die beide in Odense angesiedelt sind.

Das Landsarchiv kann als Sønderjyllands gemeinsame Erinnerung bezeichnet werden.

Alle Interessierten können im Lesesaal die Originalarchivalien oder Kopien da von einsehen. Dabei kann es sich z.B. um Kirchenbücher, Volkszählungen oder andere einzigartige Dokumente handeln. Allerdings können zeitliche Auflagen zum Schutz der Privatsphäre den Zugang zu den Unterlagen begrenzen.

In Archivalien, die ursprünglich zu einem anderen Zweck erstellt wurden, findet der Benutzer Einzelauskünfte, die er verwenden kann, um seine eigene histori sche Erzählung zu schaffen. Neben den Kenntnissen der gotischen Handschrift und der Verwaltung in früheren Zeiten ist es insbesondere im Landsarchiv für Sønderjylland ein Vorteil, wenn man Deutsch versteht, da viele Dokumente in dieser Sprache abgefasst worden sind.

Viele Besucher des Lesesaals im Landsarchiv suchen nach Auskünften über ihre eigenen Vorfahren. Einige interessieren sich für die Geschichte ihrer Gegend, andere sind Forscher oder Studenten, die mit einem historischen For schungs projekt oder einem Examen befasst sind.

Das Landsarchiv für Sønderjylland ist ein Teil von Statens Arkiver (Staatliche Archive) mit dem Hauptsitz im Rigsarkivet (Reichsarchiv) in Kopenhagen. Das Arbeitsfeld des Reichsarchivs unterscheidet sich von dem der Lands ar chive, da es sich auf die Zentralbehörden konzentriert, also Ministerien, lei tende Ver wal tungen und überregionale Einrichtungen, die traditionell in Ko penhagen zu fin den waren.

In den Lesesaal des Landsarchivs kann man auch Archivalien aus den übrigen dänischen staatlichen Archiven bestellen. Erhvervsarkivet (Wirtschaftsarchiv) in Aarhus, Dansk Data Arkiv i Odense, sowie die drei anderen Landsarchive – für Nordjütland in Viborg, für Fünen in Odense und für Seeland, Lolland-Falster und Bornholm in Kopenhagen, haben Sammlungen, die den Materialien des Landsarchivs für Sønderjylland entsprechen. Erhvervsarkivet enthält Pro to kolle, Dokumente und weitere Unterlagen von Unternehmen und Orga ni sa ti onen der Wirtschaft. Dansk Data Arkiv bewahrt historische und gesell schafts wissenschaftliche Untersuchungen, beispielsweise Register, Daten banken und andere elektronisch gelagerte Informationen.

Die Archive der Minderheiten

Für die in der deutsch-dänischen Grenzregion lebenden Minderheiten stehen folgende drei Archive zur Verfügung:

Für die deutsche Minderheit in Nordschleswig ist es das Archiv und Die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig (HAG). Geschichte wird in Nordschleswig groß geschrieben. Das Archiv/ die Historische Forschungsstelle der deutschen Volksgruppe in Aabenraa, führt die Archive der Verbände und Vereine. Forschungsarbeiten werden aus den Beständen des Archivs angeregt, betreut bzw. durchgeführt.

Die 1960 gegründete Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig widmet sich der Erforschung, Darstellung und Vermittlung historischer, landes- und heimatkundlicher Themen unter dem Aspekt ihrer Bedeutung für die Geschichte des deutschen Bevölkerungsteils in Nordschleswig.

Das Archiv der deutschen Volksgruppe wurde zunächst in ehrenamtlicher Arbeit aufgebaut. 1992 wurde das Archiv mit der bis dahin beim Deutschen Schul- und Sprachverein angesiedelten Historischen Forschungsstelle der deutschen Volksgruppe vereinigt und mit einer hauptamtlichen Vollzeitstelle ausgestattet. Die Trägerschaft für Archiv/Historische Forschungsstelle liegt bei der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig.

Das Archiv mit einer Regalkapazität von 360 Regalmeter sammelt, ordnet, verzeichnet und dokumentiert alle erreichbaren Unterlagen der Verbände, Vereine und Einrichtungen der deutschen Volksgruppe seit 1920 sowie darüber hinaus älteres Material, das einen Bezug zur Entstehung deutschen Bewusstseins in Nordschleswig in den davor liegenden Jahrzehnten und Jahrhunderten hat.
Archiv der dänischen Minderheit: 
Studieafdelingen og Arkivet ved Dansk Centralbibliotek. Das Archiv an der Dänischen Zentralbibliothek in Flensburg wird gemeinsam mit der Studienabteilung ebendort als wissenschaftliche Institution betrieben. Das Archiv ist das kollektive Gedächtnis der dänischen Minderheit in Südschleswig. Es besteht in seiner heutigen Form seit 1989.

Das Archiv umfasst beinahe 1000 laufende Regalmeter historisches Schriftgut und andere Dokumente. In Einheit mit der Studienabteilung wird Geschichtsforschung betrieben und in einer eigenen Schriftenreihe publiziert. Das Archiv umfasst folgende Bestände von etwa 1840 bis heute:
■ ca. 670 Personenarchive von bekannten und unbekannten dänischen Südschleswigern
■ ca. 360 Vereinsarchive von dänischen Zusammenschlüssen wie Sportvereinen, Jugendgruppen, Pfadfindern, Kulturvereinigungen u.v.m.
■ ca. 40 Kirchenarchive aus dem Bereich der Dänischen Kirche in Südschleswig
■ ca. 100 Institutionsarchive von SSF-Sekretariaten, Bildungs- und Kultureinrichtungen, der Partei SSW, der Minderheitenunion FUEV, Alters- und Jugendheimen u.v.a.
■ einzelne Firmenarchive, darunter besonders wertvolle Bestände der Krusauer Kupfermühle und der Redaktion von Flensborg Avis ab 1869
■ private Aufzeichnungen, Beiträge zur Ahnenforschung, Verordnungen, kleinere Druckschriften und weitere Einzelstücke aus dem Bereich des dänischen Bevölkerungsteils in Südschleswig und mit diesem verbundenen Einrichtungen und Personen
■ ca. 70.000 Fotografien von der Anfangszeit der Lichtbildnerei bis heute, sowie zahlreiche historische Karten, Stiche und Plakate
■ eine umfangreiche Sammlung von Zeitungsausschnitten über Personen in Südschleswig
Der zeitliche Schwerpunkt liegt nach 1920, doch gehen zahlreiche Archive und Bilder weit ins 19. Jahrhundert zurück. Weitere Informationen und Findbücher siehe unter http://star.dcbib.dk/ zu finden.

Archiv der friesischen Minderheit: 

Bibliothek und Archiv des Nordfriisk Instituut. Die Spezialbibliothek für Nordfriesland, die als Präsenzbibliothek geführt wird, umfasst gut 15 000 Bände. Jährlich kommen etwa 500 hinzu. Regelmäßig werden Fachzeitschriften und Jahrbücher aus dem In- und Ausland bezogen. Gesammelt werden Veröffentlichungen zu allen Themen Nordfrieslands, über Ost- und Westfriesland sowie über die angrenzenden Gebiete. Die Jan-Tjittes-Piebenga-Bibleteek des Nordfriisk Instituut ist die größte Sammlung westfriesischer Veröffentlichungen in Deutschland.

Die Zeitungsausschnittssammlung weist über 70 000 Artikel zu allen Wissensgebieten auf. Regelmäßig werden dafür acht Tageszeitungen und mehrere Wochenblätter ausgewertet.

Das Institut selbst sammelt Bücher, Schriften und Materialien zu Nordfriesland, zu seinen Teilregionen einschließlich Helgolands, zu den hier gesprochenen Regionalsprachen (vor allem zum Friesischen), zu Schleswig-Holstein und zur Nordseeküste (soweit für Nordfriesland von Belang), zu Ost- und Westfriesland, zur deutsch-dänischen Grenzregion, zu Minderheitenfragen im regionalen, nationalen und europäischen Rahmen sowie Grundlagen- und Nachschlagewerke zu den Bereichen Sprachwissenschaft, Landeskunde und Geschichte.

Insbesondere zur friesischen Sprachpflege und Kulturarbeit verwahrt das Institut auch archivarische Bestände. Die meisten dieser Bestände sind nach der für die Bibliothek, Dokumentation und Zeitungsausschnittssammlung des Instituts gültigen Gliederung geordnet.

Das Institutsarchiv umfasst mehrere Nachlässe von einigen für die regionale Sprach-, Kultur- und Geschichtsforschung Nordfrieslands bedeutsamen Persönlichkeiten und nordfriesischen Heimatforschern, eine Foto- und Kartensammlung sowie verschiedene andere Sammlungen. Zu den Beständen gehören z. B.: 
Christian Jensen (1857-1936)
Nis Albrecht Johannsen d. Ä. (1888-1967) u. Nis. Albrecht Johannsen d. J. (1855-1935)
Dr. Ernst Obsen George(1889-1970)
Nachlässe Schmidt, Kambeck, Hansen und Nickelsen
Sammlung Steensen
Sammelschwerpunkte Friesenvereine

1994 gründete das Nordfriisk Instituut das Nordfriesische Auswanderer-Archiv. Es hat zur Aufgabe, das Wissen über die friesische Übersee-Auswanderung durch eigene Forschungen, Vorträge, Veröffentlichungen, Studienreisen und Kongresse zu erweitern. Die Datenbank des Nordfriesischen Auswanderer-Archivs umfasst derzeit Angaben zu rund 5 000 Übersee-Auswanderern aus Nordfriesland und dem heutigen dänischen Nordwesten des ehemaligen Herzogtums Schleswig.

Das seit 1996 am Nordfriisk Instituut ansässige landesweite Projekt Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins erzeugt Kreis für Kreis wertvolle Register, die vorwiegend Laienforscher zu den für sie wichtigen Quellen in den Landesarchiven Schleswig und Aabenraa, in den diversen Kreisarchiven sowie Stadt-, Guts- und Klosterarchiven im Land führen. Ergebnisse für die Grenzregion sind:
Harry Kunz: Wegweiser zu den Quellen der Haus- und Hofgeschichte Nordfrieslands (1998) und Harry Kunz: Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins. Kreis Schleswig-Flensburg (2001).

Kommunalarchive und andere Archive südlich der Grenze

Zentrale auf schleswig-holsteinischer Seite ist das Landesarchiv Schleswig-Holstein in Schleswig. Es steht im Zentrum des Netzwerkes kommunaler Archive in Schleswig-Holstein, zu dem auch das Stadtarchiv Flensburg, das Gemeinschaftsarchiv des Kreises Schleswig-Flensburg und der Stadt Schleswig in Schleswig sowie das Kreisarchiv Nordfriesland in Husum gehört.

Landesarchiv und kommunale Archive haben ihre rechtliche Grundlage in dem am 11. August 1992 in Kraft getretenen Landesarchivgesetz, dessen Paragraph 1 deren Aufgaben so beschreibt:

„Öffentliche Archive dienen der Forschung und Bildung, der Verwaltung und Rechtssicherung und ermöglichen die Auseinandersetzung mit Geschichte, Kultur und Politik. Sie schützen das öffentliche Archivgut gegen Vernichtung und Zersplitterung und sind der Öffentlichkeit für die Nutzung zugänglich. Sie bilden das öffentliche Gedächtnis eines Landes.“

In einem im Nordfriisk Instituut in Bredstedt angesiedelten, von der Kieler Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft geförderten landesweiten Projekt werden Wegweiser speziell zu den Quellen, das heißt zu den Archivfundstellen der Landwirtschaftsgeschichte erstellt. Der Wegweiser zum Kreis Nordfriesland erschien 1998, der zum Kreis Schleswig-Flensburg 2001.

Ein eigenes Archivwesen unterhält die Nordelbische Kirche, mit der Zentrale in Kiel und eigenen Archiven in den einzelnen Kirchenkreisen. Auch in zahlreichen Pastoraten sind Archivalien wie Kirchenbücher, Tauf-, Konfirmations-, Hochzeits- und Sterberegister erhalten.

Archivalien zur Entwicklung der nationalen dänischen Minderheit sammelt die Dansk Centralbibliotek for Sydslesvig in Flensburg. Eine spezielle Sammlung zur friesischen Bewegung trägt das Nordfriisk Instituut in Bredstedt zusammen.

Lokalarchive und Institut for Sønderjysk Lokalhistorie

Ein Lokalarchiv ist ein lokales Dokumentationszentrum für Geschichte, in dem jeder Interessierte eine Reihe von historischen Quellen einsehen kann – entweder als Kopie oder als Originaldokument. Ein Lokalarchiv kann beispielsweise lokale Zeitungen und evtl. besondere Ausschnittsammlungen, Fotografien, Filme, Vereins- und Firmenarchive oder Erinnerungen von Privatpersonen enthalten. Manchmal umfassen sie auch die Gemeindearchivalien.

Die meisten Lokalarchive verfügen auch über Kopien von lokalen amtlichen Unterlagen, die im Original an die staatlichen Archive abgeliefert werden mussten. Dabei kann es sich um Einträge bestimmter Jahre in den Kirchenbüchern handeln oder um Volkszählungen und Nachlassprotokolle aus den Gemeinden und den angrenzenden Gebieten.

Der Umfang der Sammlungen der Lokalarchive reicht von einigen Regalmetern bis hin zu mehreren hundert Metern. Zurzeit (2006) gibt es 58 lokalhistorische Vereine, Archive und Sammlungen in Sønderjylland.

Die meisten Lokalarchive werden auf freiwilliger Basis von einem örtlichen Geschichtsverein getragen, der eventuell Zuschüsse der Gemeinde erhält. Einzelne Lokalarchive haben den Status eines offiziellen kommunalen oder städtischen Archivs. In Sønderjylland gilt dies jedoch nur für das stadthistorische Archiv von Haderslev (Haderslev Byhistoriske Arkiv). Viele Lokalarchive in Dänemark sind Sammenslutningen af Lokalarkiver i Danmark (SLA/Zusammenschluss der Lokalarchive in Dänemark) angeschlossen. Auf der Homepage von SLA können allgemeine Informationen über die Lokalarchive gefunden werden.

Lokalhistoriske Arkiver og Samlinger i Sønderjylland (LASS/Lokalhistorische Archive und Sammlungen in Sønderjylland) ist ein Verein zur Förderung und Unterstützung der lokalhistorischen Arbeit im Landesteil. Jedes Jahr werden Kurse, Treffen und andere Veranstaltungen gemeinsam mit dem Institut für Sønderjysk Lokalgeschichte arrangiert. LASS wurde im Jahre 1979 gegründet und umfasst heute alle 58 lokalhistorischen Archive im Landesteil. Auf der Homepage von LASS finden sich Links zu den angeschlossenen Lokalarchiven und Sammlungen.

Der Leiter des Instituts für Sønderjysk Lokalhistorie ist gleichzeitig lokalhistorischer Konsulent für lokalhistorische Vereine und Archive in Sønderjylland. Er berät auch bei archivfachlichen Fragen wie Verpackung, Registrierung, Aufbewahrung und Ausmusterung von Archivalien oder bei der Herausgabe von lokalhistorischen Büchern und Artikeln.

Institut für Sønderjysk Lokalhistorie
Das Institut for Sønderjysk Lokalhistorie (ISL) in Apenrade ist Teil des Museums Sønderjylland und hat den Zweck, Geschichte und Kulturgeschichte aus Sønderjylland im weitesten Sinne zu vermitteln. Das ISL berät die lokalhistorischen Vereine und Archive im Hinblick auf Beschaffung, Registrierung und Einsammeln von Bildern, Filmen und elektronischen Medien zur Geschichte und Kulturgeschichte von Sønderjylland. Das Institut verfügt auch über Tonbänder mit den Dialekten aus Sønderjylland. Darüber hinaus redigiert das Institut Sønderjysk Månedsskrift (Monatsschrift Sønderjylland), die einzige dänische historische Zeitschrift, die monatlich erscheint. Sie wird von Historisk Samfund for Sønderjylland (Historische Gesellschaft für Sønderjylland) herausgegeben.

Die Sammlungen des Instituts für Sønderjysk Lokalhistorie umfassen etwa 400.000 Bilder, etwa 1.200 Ton- und Kassettenbänder, 150 Filme sowie eine Sammlung von traditionellen Materialien wie Noten, Liederbücher, kirchliche Gesangbücher, Schulbücher uvm.

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