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Topographie

Landschaftsformen

Trotz seiner im Vergleich zu Holstein geringen Breite zwischen den Meeren unterscheiden sich die Landschaften in West-Ost-Richtung teilweise erheblich voneinander. Der Osten des Landesteils ist von der am Ende der letzten Eiszeit gestalteten Moränenlandschaft geprägt. Die Böden sind in der Regel lehmig und fruchtbar. Ein besonderes Charakteristikum sind die Förden der Ostsee, welche die einzelnen Landschaften im östlichen Schleswig voneinander trennen, namentlich Angeln, Schwansen und den Dänischen Wohld.

Die Mitte des Landes wiederum ist von der Geest geprägt, die ebenfalls durch die letzte Eiszeit entstanden ist. Während die westliche Geest teilweise recht ausgedehnte Anhöhen aufzuweisen hat, ist die östliche Geest teilweise sehr flach und eben. Die Böden sind sehr sandig und wurden erst durch Meliorationen seit dem späten 18. Jahrhundert ertragreich. Es gibt nur noch wenige Wald- und Heideflächen.

Im Westen des Landes liegen die Marschen, die sich wiederum völlig von Geest und Hügelland unterscheiden. Die Marschen sind Schwemmland, das nur durch Bedeichungen vor dem Zugriff des Meeres geschützt werden kann. Einige Marschländereien sind erst in jüngster Zeit durch Eindeichungen gewonnen worden. Damit zählen die Marschen zu den jüngsten geologischen Formationen überhaupt. Sie finden sich entlang der gesamten Nordseeküste, allerdings in sehr unterschiedlicher Breite, da einige Geestgebiete sich weit nach Westen vorschieben und einige weitere Geestkerne im Einzugsbereich der Nordsee erhalten sind. Ausgedehnte Marschen finden sich im Bereich der Wieding- und Bökingharde, auf Eiderstedt sowie auf Pellworm, Nordstrand und den Halligen. Im Bereich der Goesharden sind sie schmaler, denn Husum und Bredstedt liegen noch auf Geestzungen. Auch der landwirtschaftlich genutzte Norden der Insel Föhr besteht aus Marschenland. Ferner gibt es Schwemmland in den Flusstälern von Eider, Treene und Sorge. Die Marsch gilt im allgemeinen als äußerst fruchtbar.

Die Inseln Sylt und Amrum, der Süden von Föhr und einige Teile von Eiderstedt zählen wiederum zu den Geestkernen und konnten daher der Nordsee besser widerstehen. Auch einige Sandbänke westlich der Halligen erinnern an Geestformationen. Eine Besonderheit stellt schließlich Helgoland dar, die einzige Felseninsel im Bereich der deutschen und dänischen Nordseeküste. Hier hat ein riesiger unterirdischer Salzstock einen Keil mit Tiefengestein (Buntsandstein) nach oben gedrückt und damit die einzigartige Insel entstehen lassen.

Im Vergleich zum nördlichen Jütland fällt die geringe Breite Nordschleswigs als Landbrücke zwischen Nord- und Ostsee auf. Dennoch gibt es erhebliche landschaftliche Unterschiede zwischen den östlichen und westlichen Landesteilen. Der Osten des Landesteils ist von der am Ende der letzten Eiszeit gestalteten Moränenlandschaft geprägt. Die Böden sind in der Regel lehmig und fruchtbar. In viel dichterem Abstand als in Ostjütland wird der Landesteil von Förden durchzogen, die mehrere Halbinseln voneinander trennen, namentlich den Sundewitt, das Loitland und den Haderslebener Ness sowie nördlich von Hadersleben den Barwitt, dessen alter Name heute in Vergessenheit geraten ist. Ein weiterer Meeresarm trennt den Sundewitt von der Insel Als. Ferner gibt es einige sehr kleine Inseln wie Aarø, Barsø und die Ochseninseln. Die früher ebenfalls zum Herzogtum Schleswig zählende Insel Ærø ist geologisch der fünischen Inselgruppe zuzurechnen.

Westlich des Fördenlandes schließt sich die Geest an. Auch diese wurde von der Eiszeit geformt. Der überwiegende Teil dieser Landschaft ist sehr flach und eben, doch im Westen gibt es einigen Anhöhen. Der sandige Boden ist nicht sehr ertragreich, doch Meliorationen seit dem späten 18. Jahrhundert haben den Bewohnern ein besseres Auskommen gesichert. Es gibt nur noch wenige große Heideflächen wie die Steensbeker Heide und einige Waldgebiete, darunter als größte den Forst von Linnet und das teilweise als Urwald belassenen Drawitter Gehölz.
Die Geestgebiete reichen teilweise bis an die Nordseeküste, wobei das Emmerleffer Kliff die eindrucksvollste Formation darstellt. Südlich hiervon finden sich einige erst in jüngerer Zeit eingedeichte Köge mit fruchtbarem Schwemmland. Auch weiter nach Norden hin in Richtung Ribe gibt es einige Marschländereien, die nur durch Deiche gegen die Gewalt des Meeres geschützt werden können.

Die Insel Rømø besteht überwiegend aus Geestland. Wie die ähnlich beschaffenen Inseln Fanø und Mandø im Norden und Sylt und Amrum sowie der Westspitze Eiderstedts im Süden erscheint Rømø mit seinem Dünengürtel und dem breiten Strand als Fortsetzung der jütischen Westküste. Auch die Hallig Jordsand weist darauf hin, dass es in diesem Bereich einen Geestrücken gab.  


Siedlungen und Landschaften

Die größeren Städte entstanden im Mittelalter als Seehandelsplätze. Dafür boten die Förden der Ostsee mit ihren geschützten Naturhäfen ideale Voraussetzungen. Die bei weitem größte Stadt ist heute Flensburg mit 85.000 Einwohnern. Die beiden anderen alten Fördestädte sind Schleswig (28.000 Ew.) und Eckernförde (21.000 Ew.). Die vierte Mittelstadt ist Husum (22.000 Ew.), das sich erst nach der großen Sturmflut von 1362 zum Hafenort entwickeln konnte, seit 1603 Stadt ist und heute das Zentrum des westlichen Landesteils ist.

Im Osten des Landesteils liegt die Landschaft Angeln zwischen Schlei und Flensburger Förde. Das alte Bauernland ist noch heute recht dicht besiedelt und wird von einer abwechslungsreichen Hügellandschaft und vielen kleineren Dörfern geprägt. Zentrale Orte sind Sörup, Satrup und Süderbrarup, und im Osten haben sich die alten Seehandelsplätze Kappeln und Arnis zu Städten entwickelt.

Zwischen Kappeln und Eckernförde erstreckt sich die Landschaft Schwansen, die wie das östliche Angeln stark von der Gutswirtschaft geprägt worden ist. Charakteristisch sind die recht ausgedehnten Sandstrände und Steilküsten an der offenen Ostseeküste. Südlich der Eckernförder Bucht liegt der Dänische Wohld, dessen Landschaftsbild ebenfalls noch stark von der Gutswirtschaft geprägt wird. Hauptort ist Gettorf, das heute fast kleinstädtischen Charakter hat und schon im Kieler Einzugsbereich liegt. Im Südosten der Halbinsel ist die Großstadt Kiel längst über die historische Grenze zwischen den Herzogtümern Schleswig und Holstein hinausgewachsen. Westlich von Eckernförde liegen die Hüttener Berge mit einigen der höchsten Erhebungen des Landesteils sowie mit seinem größten See, dem Wittensee.

Schon innerhalb der Städte Flensburg und Schleswig geht das Hügelland in das Geestland über. Dieses ist vergleichsweise dünn besiedelt. Nur Stapelholm ganz im Süden hat sich als eigenständige Landschaft herausgebildet, was nicht zuletzt der Lage zwischen den Flüssen und der früher besonderen administrativen Stellung zu verdanken ist. Im Westen der Landschaft liegt Friedrichstadt, die einzige planmäßige Stadtgründung des Landesteils.

Der Westen Südschleswigs bildet heute den Kreis Nordfriesland. Die Halbinsel Eiderstedt wird von großen Einzelhöfen und vergleichsweise wenigen geschlossenen Dörfern geprägt. Nur Garding und Tönning konnten sich zu kleinen Städten entwickeln. Nördlich von Husum liegen die weitgehend aus Geestland bestehenden Goesharden mit dem städtischen Zentrum Bredstedt, denen einige Köge vorgelagert sind. Die Wieding- und Bökingharde mit dem Zentrum Niebüll sind die klassischen friesischen Marschharden.

Eine Welt für sich ist das Wattenmeer mit den unbedeichten Halligen, deren Wohnplätze auf künstlichen Anhöhen, den Warften, liegen. Die Marschinseln Pellworm und Nordstrand (inzwischen landfest) bestehen aus einzelnen streubesiedelten Kögen, während die Bewohner von Helgoland, Sylt, Amrum und Föhr fast ausschließlich in geschlossenen Ortschaften leben, von denen sich die Seebäder Westerland und Wyk zu Städten entwickeln konnten.

In Nordschleswig gibt es vier alte Städte. Tønder ( 13.000 Ew.) ist die älteste Rechtsstadt und war lange das unbestrittene Zentrum der westlichen Landesteile. Haderslev (32.000 Ew.) und Aabenraa (22.000 Ew.) sind typische Fördestädte, während sich Sønderborg (30.000 Ew.) auf Als an einer Bucht der Flensburger Förde kurz vor deren Übergang in die offene Ostsee entwickeln konnte.

Die Insel Als ist heute mit zwei Brücken landfest geworden. Die starke Industrialisierung im Norden hat das Landschaftsbild in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Neben dem ebenfalls stark gewachsenen Sønderborg sind die alten Flecken Nordborg (14.000 Ew.) und Augustenborg  Zentren der Insel. Westlich des Alssunds liegt die Landschaft Sundewitt mit einigen größeren Dörfern, darunter als größte Dybbøl und Broager. Auch Gråsten (7.000 Ew.) gehört geografisch zu dieser buchten-, hügel- und teilweise noch waldreichen Landschaft.

Nördlich der Aabenraa Förde liegt das Loitland mit zwei langgestreckten und mehreren winzigen Dörfern und vielen eindrucksvollen Gehöften sowie mehreren Stränden. Einige besonders steile Anhöhen und Taleinschnitte geben der kleinen Halbinsel ein ganz besonders reizvolles Gepräge. Ihr vorgelagert liegt die kleine Insel Barsø (70 Ew.). Nördlich des Loitlandes liegen die Anhöhen rund um den Knivsberg und die Bucht von Genner mit der inzwischen landfesten Insel Kalvø. Hinter der kleinen Landzunge von Süderballig liegt die Bucht von Djernis. Dort beginnt die Landschaft des Haderslever Ness, an deren Süd- und Ostküste sich fast ununterbrochen schöne Sandstrände erstrecken. Auf dem Ness selbst gibt es einige kleinere Dörfer. Von Aarøsund aus ist die kleine Insel Aarø mit ihrem großen Vogelschutzgebiet zu erreichen. Nördlich der sehr schmalen Haderslever Förde erstreckt sich das Hügelland mit vielen Dörfern, Wäldern und Badestellen auf dem Gebiet des alten Barwitt bis an die Koldinger Förde. Die alte Grenzstadt ist längst über die historische Grenze nach Süden hinaus gewachsen.
Der mittlere Landesteil wird von der weiten Geest geprägt. Im Übergangsbereich finden sich einige Seen und Tunneltäler, etwa im Norden bei Jels, westlich von Haderslev bis Tørning, das Genner Hoel und an der Staatsgrenze das Tal der Krusau. Die Hauptorte der Geest sind das alte Kirchdorf Tinglev und die noch recht jungen Orte Rødekro (11.000 Ew.) und Vojens (17.000 Ew.), die ihr Wachstum ihrer Funktion als Eisenbahnknotenpunkte zu verdanken haben. Die beiden letzteren sind noch heute Bahnhofsvorstädte für die von der DSB abgehängten Fördestädte Aabenraa und Haderslev. Die Zentren der mittleren Geest sind im Norden Gramm und Toftlund sowie in der Mitte der alte Flecken Løgumkloster, der in unmittelbarer Nähe des westlichen Höhenrückens liegt.

In Nordschleswig gehen Geest- und Marschland vergleichsweise unauffällig ineinander über. Neben Tønder sind die wichtigsten Orte der alte Seehandels- und Fährplatz Hoyer, das historische Kirchdorf Møgeltonder, der alte Bahnknotenpunkt Bredebro und der fast städtische Ort Scherrebek. Noch weiter nach Norden ist die alte Königsstadt Ribe der zentrale Ort. Diese hat allerdings niemals zum Schleswiger Land gehört, obwohl sie noch südlich der Königsau liegt. Zwischen diesen Orten ist die Besiedlung recht dünn. An einigen Stellen gibt es Strände, so etwa am Emmerleffer Kliff und bei Jerpstedt. Westlich vorgelagert ist die Geestinsel Rømø mit einigen größeren Dörfern, die über einen Straßendamm zu erreichen ist.


Klima und Wetter

Im Grenzland ändert sich das Wetter oft. Das liegt an der Lage in der Westwindzone, die durch Fronten und Tiefdruckgebiete und das damit verbundene wechselhafte Wetter geprägt ist. Daraus ergibt sich ein feuchtes, gemäßigtes Meeresklima, das durch den warmen Golfstrom beeinflusst wird. Gleichzeitig liegt unser Bereich am Rande des europäischen Kontinentes mit kalten Wintern und warmen Sommern.

Der nordwestliche Teil von Schleswig-Holstein gehört klimatisch zu Dänemark, während das Klima im südöstlichen Teil des Bundeslandes eher kontinental geprägt ist. Die verhältnismäßig geringen Unterschiede im Klima der Grenzregion erklären sich u.a. aus der Küstenlage, der Topographie und dem Pflanzenwachstum. Beispielsweise wird die Sonneneinstrahlung nördlich bzw. südlich der Grenze aufgrund verschiedener Feldfrüchte unterschiedlich reflektiert.

Das Klima im Grenzland wird durch das Küstenklima mit milden und feuchten Wintern bzw. unbeständigem Wetter im Sommer geprägt. Die relative Luftfeuchtigkeit ist vergleichsweise hoch, am höchsten an den Küsten. Im Winter fällt die Temperatur auch bei strengem Frost normalerweise nur etwa bis auf den Gefrierpunkt. Schnee fällt nur als eine dünne Schicht, die nicht sehr lange liegen bleibt. Der Hochsommer ist feucht und umfasst selten mehr als einige wenige heiße Tage. Die andauernde Wolkendecke schützt im Sommer das Grenzland gegen zu starke Sonne, und verhindert im Winter die Ausstrahlung, und damit die Auskühlung der Erde.
Der Wechsel des Wetters wird erheblich von der vorherrschenden Windrichtung bestimmt, also oft von westlichen Winden. Westwind vom Meer her führt zu re lativ stabilem Wetter im Sommer und im Winter. Milde Winter, kühle Sommer, meist wolkig und sehr oft Regen oder Schauer. Diese Tiefdruckgebiete ziehen eines nach dem anderen über das Grenzland, und oft wiederholt sich das Spiel nach einigen Tagen. Dieser Witterungstyp kann mehrere Wochen hindurch anhalten. Wenn der Wind aus Ost oder Südost kommt, ergibt sich ein eher kontinental geprägtes Wetter: warm und sonnig im Sommer, kalt im Winter. Ostwind gibt es häufig am Ende des Winters und im Frühjahr.

Die Tagestemperatur im südlichen Dänemark steigt von ihrem niedrigsten Wert von 2,1 °C im Januar auf 19,9 °C im August. Hier unterscheiden wir uns nicht sehr von anderen dänischen Regionen. Die Nachttemperatur liegt im Winter um etwa 3 °C, und im Sommer um ca. 9 °C darunter.

Die größte Niederschlagsmenge in Sønderjylland beträgt im Jahresdurchschnitt 823 mm, und liegt damit 16 % über dem dänischen Landesdurchschnitt. Auch gibt es durchschnittlich 13 Niederschlagstage mehr.

Im Grenzland fällt an einigen Küsten und auf einigen südschleswigschen Inseln im Wattenmeer relativ weniger Regen. Die Niederschlagsmenge nimmt über den Geestrücken hin zu, und an den Randmoränen in der Mitte des Landes wer den die höchsten Jahresmengen verzeichnet. Im Schutz der Randmoränen zonen fällt der geringste Niederschlag (< 700 mm) im Küstenstreifen an der Ostsee und auf Als.

Die Anzahl der durchschnittlichen Sonnenstunden im Jahr beträgt 1.411, also 84 weniger als im dänischen Landesdurchschnitt. Nur im mittleren und westlichen Jütland gibt es eine etwas geringere Anzahl Sonnenstunden. Die höchsten Werte werden im Mai und Juni gemessen.

Die aktuellen regionalen Wetterberichte für die Grenzregion können auf der Homepage des dänischen meteorologischen Institutes DMI oder den entsprechenden deutschen Wetterseiten eingesehen werden.

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