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Die Bevölkerung

Die Größe der Bevölkerung

In der dänisch-deutschen Grenzregion Sønderjylland-Schleswig wohnen insgesamt etwa 700 000 Menschen, die meisten davon im deutschen Teil. Ungefähr 250 000 leben nördlich der Grenze auf dem Gebiet des ehemaligen Sønderjyllands Amt und etwa 450 000 südlich der Grenze. In der kreisfreien Stadt Flensburg wohnen ca. 88 000 Menschen, etwa 198 000 im Kreis Schleswig-Flensburg, und ungefähr 165 000 im Kreis Nordfriesland.

Die Bevölkerungsdichte wird umso größer, je weiter man sich nach Süden und Osten bewegt. In Südschleswig ist der mittlere Teil am dünnsten besiedelt, während man auf dänischer Seite eine von Ost nach West graduell abnehmende Bevölkerungsdichte hat. Das Gebiet des ehemaligen Sønderjyllands Amt hat 64 Einwohner pro km2, der Kreis Nordfriesland 81, Kreis Schleswig-Flensburg 96. Die Stadt Flensburg fällt mit einer Einwohnerdichte von 1 496 pro km2 aus diesem Raster heraus. Die gesamte Region ist also dünn besiedelt, sowohl im Vergleich zu Deutschland mit 230 Einwohnern pro km2 als auch zu Dänemark mit 123 Einwohnern pro km2. 
 
Die höchste Bevölkerungsdichte findet man in den größten Orten der Grenzregion an der Ostküste: Flensburg (ca. 88 000 Einwohner), Schleswig (24 000), Aabenraa (22 000), Sønderborg (30 000) und Haderslev (32 000). An der Westküste gibt es nur zwei größere Städte: Husum mit etwa 21 000 und Tønder mit rund 12 000 Einwohnern.
 
Insgesamt gibt es einen Frauenüberschuss in der Grenzregion. In Südschleswig beträgt der Frauenanteil an der Bevölkerung 50,2 %, der Männeranteil 49,8 %. Im ehemaligen Sønderjylland ist der Anteil etwas geringer (50,1 %) als im übrigen Dänemark (50,53 %). Allerdings gibt es mehr Männer als Frauen in der Altersgruppe 21-29 im ehemaligen Sønderjylland. Dies hängt damit zusammen, dass relativ mehr Frauen als Männer aus dem Landesteil wegziehen, um eine Ausbildung oder eine Beschäftigung zu finden. 
 
Nördlich und südlich der Grenze wird die Bevölkerungsentwicklung durch ein wachsendes Durchschnittsalter geprägt. Diese Entwicklung ist in Südschleswig deutlicher ausgeprägt als im ehemaligen Sønderjyllands Amt.
Gerade beruflich aktive Jüngere verlassen die Region. Von Sønderjylland aus ziehen sie oft in die größeren Städte Dänemarks, um eine weiterführende Ausbildung oder bessere Arbeitsmöglichkeiten zu erlangen. Andererseits ist es in Sønderjylland schwierig, gut ausgebildete Arbeitskräfte aus den dänischen Metropolen zum Umzug zu bewegen. Dies kann damit zusammenhängen, ob man auch für den Partner einen passenden Arbeitsplatz findet, oder es liegt daran, dass heutzutage häufige Arbeitsplatzwechsel zum Normalbild eines Karriereverlaufs gehören. Das gleiche gilt für Südschleswig, wo man ebenfalls ein Wegziehen nach Schulausbildung und abgeschlossener Ausbildung beobachten kann. Der Großraum Hamburg wirkt mit seinen guten Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten als Magnet.
 
Das Phänomen des Abzugs von Jüngeren ist seit den 1970er Jahren bekannt. Drei Gruppen von Faktoren werden als entscheidend für die Entwicklung angesehen: 

  • Erlebnisfaktor – der Region fehlt es an „städtischem Leben“, an kulturellen Erlebnissen, einem studentischen Umfeld usw.
  • Der Faktor „Nähe“ – der Wunsch nach einer sozialen Geborgenheit, Nähe zur Familie, Freunde, die wegziehen – all dies wirkt in der Region als Hemmschuh
  • Job- und Ausbildungen – auch fehlende Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten sind ein Nachteil für die Region. 

Prognosen deuten darauf hin, dass die Bevölkerung in Sønderjylland in Zukunft abnehmen wird. Auf der anderen Seite wird hervorgehoben, dass die Region für Senioren interessant ist. Dabei unterstreicht man das besondere Tourismusprofil, das gesunde Klima und die niedrigen Immobilienpreise.


Zusammensetzung der Bevölkerung südlich der Grenze

Am 30.06.2009 lebten in Schleswig-Holstein 2 830 118 Menschen. Die zahlenmäßig stärksten Jahrgänge befinden sich in einem Alter zwischen 30 und 55 Jahren. Deutlich zeigt die Statistik den „Pillenknick“ Mitte der 1970er Jahre. Die Bevölkerungszahl der 25-30-Jährigen umfasst nur noch 152 942 gegenüber 226 043 bei den 30-35-Jährigen. 45,9 % der Bevölkerung waren verheiratet, 39,8 % ledig, 7,7 % verwitwet und 6,6 % geschieden.

Am 31.12.2009 lebten 132 038 registrierte Ausländerinnen und Ausländer in Schleswig-Holstein. Das sind rund 5 % der Bevölkerung. Davon kamen 75,7 % aus Europa, genauer 22,0 % aus Ländern der Europäischen Union und 53,7 % aus dem übrigen Europa (davon 26,9 % aus der Türkei). 15,9 % der ausländischen Bevölkerung stammte aus Asien. Irak (2,2 %) und Iran (1,5 %) stellten die größten Kontingente. Aus Afrika (4,0 %; Ghana als führendes Herkunftsland 0,6 %) und Amerika (3,2 %; USA: 1,3 %) kommt jeweils nur ein kleiner Teil der Ausländer.

In Nordfriesland lebten am 30.6.2009 genau 166 082 Menschen. Im Kreis Schleswig-Flensburg wurden am Stichtag 19 598 Personen gezählt. In der Stadt Flensburg waren 88 432 Einwohner registriert.


Zusammensetzung der Bevölkerung nördlich der Grenze

Zum 1. Januar 2010 verzeichnete Danmarks Statistik (Dänemarks statistisches Büro) 59.970 Einwohner in Aabenraa Kommune, 76.402 Einwohner in Sønderborg Kommune, 56.387 Einwohner in Haderslev Kommune und 39.693 Einwohner in Tønder Kommune.

2006 gab es 15.519 Einwanderer in Sønderjylland. Davon kamen 7.739 aus Ländern der EU, sowie 3.778 aus europäischen Ländern außerhalb der EU. Der größte Teil der restlichen Einwanderer stammt aus Asien - 3.032. Insgesamt verfügten 5.193 über die dänische Staatsangehörigkeit, und 10.326 waren ausländische Staatsangehörige.


Einwanderung nach Sønderjylland

Als Grenzland war Sønderjylland immer ein Transitbereich zwischen Norden und Süden. Manche waren auf der Durchreise, andere entschieden sich für den Verbleib im Landesteil. Im 18. Jahrhundert kamen ca. 12 % der Einwohner von Sønderborg von außerhalb der jetzigen Grenzen von Dänemark, und in der Mitte des 19. Jahrhunderts zählte man jährlich mindestens 800 Handwerksgesellen auf der Walz. Diese haben mit Sicherheit Einfluss auf die kleine Stadt mit knapp 4.000 Einwohnern gehabt.

Die Ziegelwerke am Noor von Nybøl waren Großabnehmer ausländischer Arbeitskraft, zuerst ausgebildete Saisonarbeiter aus Lippe, und nach 1900 in erster Linie ungelernte Arbeitskräfte aus Ost- und Westpreußen und Pommern, die im Vergleich zu den Facharbeitern aus Lippe billiger waren. Noch heute kann man diesen Einfluss an den polnischen Namen in den Telefonbüchern und auf den Grabstätten der Friedhöfe sehen. Die Ein- und Auswanderung hat bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Sønderjylland zu einem kulturellen Schmelztiegel gemacht, in dem verschiedene Sprachen und Dialekte zuhause waren.

Bis zum Anfang der 1970’er Jahre waren es hauptsächlich Einwanderer aus dem christlichen Kulturkreis. Aber seit dem haben Kriege und Krisen große Bevölkerungsgruppen zur Flucht verleitet, was auch zu einer Änderung der Zusammensetzung der Bevölkerung in Sønderjylland in den letzten 35 Jahren beigetragen hat. Es begann mit dem zunehmenden Antisemitismus in Polen gegen Ende der 1960’er-Jahre und Anfang der 1970’er Jahre, der Tausende von Polen über die Ostsee nach Dänemark und Sønderjylland brachte. Ab 1980 wurde Polen von wirtschaftlichen und politischen Krisen erschüttert – Stichwort Gründung der Gewerkschaft “Solidarität” – und auch dies führte dazu, dass neue Bürger aus Polen nach Sønderjylland kamen.

In der Türkei waren die 1970’er-Jahre von politischer Gewalt und Unterdrückung geprägt – dies galt insbesondere der kurdischen Minderheit im östlichen Teil des Landes. Auch dies hat dazu geführt, dass die Türken heute die größte eingewanderte Bevölkerungsgruppe darstellen. 1975 brach das südvietnamesische Regime nach langen Jahren des bewaffneten Kampfes zusammen, und in den folgenden Jahren litt Vietnam erheblich unter wirtschaftlichen Problemen. Dazu kam noch eine zunehmende Verfolgung ethnischer Chinesen, was in den Jahren 1975 bis 1979 zu massiven Flüchtlingsströmen auf primitiven Booten aus Vietnam führte.
 
Ab der Mitte der 1980’er Jahre und bis 1990 resultierten Revolution, Krieg und Unterdrückung im Iran und Irak in umfassenden Flüchtlingsströmen, von denen sich einige in Sønderjylland niederließen. Besonders der Krieg zwischen den beiden Ländern ließ Millionen flüchten. Auch der Bürgerkrieg im Libanon von 1975 bis 1991 hat Flüchtlinge nach Sønderjylland gebracht. Auch nach dem Zusammenbruch der libanesischen Wirtschaft in der Mitte des Jahres 1984, und dem formale Rückzug Israels aus dem Libanon 1985 stieg die Anzahl der Flüchtlinge, die nach Dänemark – und damit auch nach Sønderjylland - kamen. Auch aus Sri Lanka hat Sønderjylland eine größere Gruppe Tamilen aufgenommen, die nach Ausbruch des Bürgerkrieges 1983 hierher gelangen.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion Ende der 1980'er / Anfang der 90’er Jahre brachte ebenfalls Einwanderer in den Landesteil. Am 6. April 1992 erkannte die internationale Gemeinschaft Bosnien-Herzegowina als selbstständigen Staat an, und anschließend rückten serbische Truppen nach Bosnien ein. Dies war der Anfang des längsten und grausamsten Krieges in Europa seit dem zweiten Weltkriege. Wie auch die anderen Konflikte hat auch dieser neue Bürger nach Sønderjylland gebracht.


Bildungs- und Berufsstruktur südlich der Grenze

Von den vier in Deutschland möglichen Schulabschlüssen erreichten am Ende des Schuljahres 2003/04 rund 23 % aller Schulabgänger die Hochschulreife (Abitur). 1,2 % machten das Fachabitur. 42,6 % erhielten einen Realschulabschluss, 25 % einen Hauptschulabschluss. Ohne Schulabschluss blieben 8,3 % der Schulabgänger. International gesehen ist die Zahl der Abiturienten vergleichsweise gering.

Angaben zum Bildungsniveau der Bevölkerung enthält der jährlich durchgeführte Mikrozensus. Die Daten liegen gegliedert nach Altersgruppen vor. 2002 besaßen demnach in Schleswig-Holstein 84,9 % der befragten Personen (782 000 männliche/777 000 weibliche) einen allgemeinen Schulabschluss. 35,4 % (349 000/301 000) hatten einen Volks- oder Hauptschulabschluss, 28,6 % (227 000/301 000) einen Realschul- oder gleichwertigen Abschluss; 20,8 % (206 000/176 000) konnten die Fachhochschul- oder Hochschulreife aufweisen. Hier ist die Tendenz steigend.

56,4 % (448 000/477 000) der befragten Personen besaßen eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Lehrberuf oder einer Anlernausbildung. 7,8 % (84 000/45 000) konnten auf einen Fachschulabschluss verweisen. 11,1 % (109 000/72 000) der Befragten hatten erfolgreich ein Hochschulstudium abgeschlossen bzw. promoviert und 24,6 % (185 000/218 000) machten keine Angaben über ihre berufliche Qualifikation.

Nach einer Auswertung der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit waren Ende März 2006 rund 72,3 % der 762 520 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Schleswig-Holstein im Dienstleistungsgewerbe tätig, 25,9 % arbeiteten im produzierenden Gewerbe und 1,7 % in der Land- und Forstwirtschaft. Rund 504 000 Personen konnten eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen, darunter rund 457 000 mit Abschluss an einer Berufsfach- bzw. Fachschule. Etwa 104 000 Beschäftigte waren ohne abgeschlossene Berufsausbildung. 155 000 Personen machten keine verwertbaren Angaben zur Ausbildung. Rund 28 000 Beschäftigte waren Ausländer/innen, darunter etwa 9 500 mit abgeschlossener Berufsausbildung.

2004 gab es in Nordfriesland 45 650 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Davon arbeiteten 2,3 % in der Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei, 18,5 % im Produzierenden Gewerbe und 79,1 % im Dienstleistungssektor. Im Bereich der IHK-Flensburg sahen die Zahlen für 2002 sehr ähnlich aus.

www.nordfriesland.de


Bildungs- und Berufsstruktur nördlich der Grenze

Ausbildungs- und Beschäftigungsstrukturen in Sønderjylland sind ein immer wiederkehrendes Thema, wenn über Möglichkeiten und Herausforderungen des Landesteils diskutiert wird. In den Zeiten, in denen Landwirtschaft und Industrie die dominierenden Wirtschaftsfaktoren waren, erlebte der Landesteil gute Zeiten mit starkem wirtschaftlichem Wachstum. Aber Zeiten des globalen Wettbewerbes und der gestiegenen Bedeutung von hoch spezialisierten, qualifizierten und innovativen Unternehmen stellen andere Anforderungen an die Ausbildung und Beschäftigung in Sønderjylland. Gleichzeitig haben die Umstrukturierungen staatlicher Unternehmen, insbesondere des Militärs, und die Reformen der öffentlichen Verwaltung zu einem erheblichen Verlust von Arbeitsplätzen in der Region geführt.


Ausbildung

In Sønderjylland zeichnet sich im Vergleich mit dem übrigen Dänemark ein anderes Bild bei der Ausbildung von Jugendlichen. Durchschnittlich führen Jugendliche in der Region im gleichen Umfang eine Ausbildung durch, wie auch in anderen Landesteilen. Aber bei der Wahl der Ausbildung unterscheiden sie sich vom Landesdurchschnitt. In Sønderjylland entscheiden sich weniger Jugendliche für eine allgemeine oder technisch ausgerichtete gymnasiale Ausbildung, während verhältnismäßig mehr ein Wirtschaftsabitur oder die Berufsschulen wählen.

Diese Aufteilung ist auch aus der Gesamtübersicht über Ausbildungen im Landesteil erkennbar. Im Jahre 2005 erhob das statistische Büro Dänemarks eine Untersuchung über die durchgeführten Ausbildungen (Landesweite Zahlen in Klammern):

Grundschulen 34,5% (30,4)
Gymnasiale Ausbildungen 2,8% (4,6)
Berufsausbildungen 41,7% (38,40)
Kurze weiterführende Ausbildungen 4,7% (4,9)
Längere weiterführende Ausbildungen 12,5% (14)
Bachelor 0,6% (0,9)
Andere Hochschulausbildungen 3,29% (6,7)

Beschäftigung

Auch bei Fragen der Beschäftigungsstruktur unterscheidet sich Sønderjylland vom übrigen Dänemark. Es überrascht nicht, dass relativ mehr in den Bereichen Landwirtschaft und Fischerei zu finden sind. Aber die Anzahl der Beschäftigten in der Industrie ist auffällig und lenkt die Aufmerksamkeit auf die großen Unternehmen des Landesteils mit Danfoss an der Spitze.

Die Zahlen zeigen auch, dass in Sønderjylland relativ weniger Personen in den Bereichen Finanzierung und Dienstleitung beschäftigt sind. Gerade auch die Zahlen für den öffentlichen Dienst zeigen, dass staatliche Arbeitsplätze in erster Linie in anderen Landesteilen zu finden sind.

Landwirtschaft, Fischerei usw 5,9% (3,4)
Industrie 21,1% (14,8)
Energie & Wasserversorgung 0,5% (0,5)
Bau- und Anlagenwirtschaft 6,0% (6,3)
Handel, Hotels und Restaurants 17,9% (18,0)
Transport, Post und Tele 6,3% (6,3)
Finanzierung und Dienstleistungen 9,3% (14,1)
Öffentlicher Dienst 32,4% (36,1)
Keine Angaben 0,4% (0,5)
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