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Gesundheitswesen

Krankenversicherung in Schleswig-Holstein

In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht für alle. Die Wahl der Krankenkasse ist frei. Kinder und Ehepartner ohne Einkommen sind mitversichert.
Im Falle einer Krankheit erhält der Versicherte die Behandlung des Arztes, zahlt aber nur einen Eigenanteil von 10 Euro pro Quartal beim Erstbesuch eines Arztes. Die Kosten werden direkt mit der Krankenkasse abgerechnet (Sachleistungsprinzip). Bei Medikamenten muss der Versicherte einenTeil der Kosten tragen (10% der Kosten, mindestens 5,- Euro und maximal 10,- Euro), allerdings gibt es Befreiungsmöglichkeiten. Die Überprüfung der Notwendigkeit der Leistungen ist vom Gesetzgeber nach dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung übertragen worden. Die Regelungen sind im fünften Buch des Sozialgesetzbuches festgeschrieben.

Beamte, Selbstständige und Arbeitnehmern, deren Einkommen 3 Kalenderjahre in Folge die Jahreseinkommensgrenze (2010: 49.950 EUR) überschreitet, müssen sich entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern oder eine private Versicherung abschließen.

In der privaten Krankenversicherung muss sich jedes Familienmitglied selbst versichern, d.h. für jedes zusätzliche Mitglied erhöht sich in der Summe der Versichertenbeitrag. Die Beitragseinstufung erfolgt individuell aufgrund von Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand für das jeweilige Versicherungsniveau. Im Allgemeinen gilt der Grundsatz, je jünger (und gesünder) der Versicherungsnehmer ist, desto geringer ist der zu zahlende Beitrag.

Die Behandlungskosten eines Arztbesuches werden bei Bagatellfällen üblicherweise vom Versicherungsnehmer vorgestreckt und dann vom Versicherer erstattet. Höhere Rechnungen können gleich an den Versicherer durchgereicht werden, der seinerseits dann den Arzt bezahlt. Analog zahlt der Versicherte bei Medikamenten den tatsächlichen Preis und reicht anschließend das Rezept zur Erstattung ein. Bei Privatbehandlungen darf der Arzt das 2,3 – 3,5 fache dessen abrechnen, was für einen gesetzlich Versicherten abgerechnet werden darf.


Krankenversicherung in Dänemark

Alle, die ihren Wohnsitz in Dänemark haben, sind zum Erhalt von Leistungen der öffentlichen Krankenkasse berechtigt. Die Regionen und Kommunen sind für die Verwaltung des Gesundheitsgesetzes und der öffentlichen Reiseversicherung zuständig.

Die Wohnsitzkommune stellt eine „Gesundheitskarte” aus die dokumentiert, dass eine Person den Anspruch auf Leistungen aus der öffentlichen Krankenversicherung hat. Deshalb sollte man die Gesundheitskarte bei Arzt- bzw. Facharztbesuchen, oder zu Zahnärzten, Physiotherapeuten,  Psychologen, Apotheken usw. mitführen.

Die Krankenversicherung umfasst zwei verschiedene Gruppen, die Mitgliedschaft ist frei wählbar. Die Art der Gruppe ergibt sich aus der Gesundheitskarte. Man kann einmal pro Jahr seinen Gruppenstatus durch Anfrage bei der Wohnsitzkommune ändern.

In der Gruppe 1 wählt man einen niedergelassenen Arzt, der dann als allgemeiner Eingang zum öffentlichen Gesundheitswesen dient – es sei denn, es entsteht Bedarf an akuter Hilfe. Auf der Gesundheitskarte sind Name und Anschrift des niedergelassenen Arztes vermerkt. Alle Mitglieder der Gruppe 1 haben Anspruch auf kostenlose Behandlung bei niedergelassenen Allgemeinärzten und Fachärzten. Für andere Behandlungsmöglichkeiten, wie Fußbehandlung, Chiropraktik, Psychologie, Fachärzte oder Zahnärzte werden Zuschüsse gewährt. Die meisten Bürger wählen die Gruppe 1.
 
Als Mitglied der Gruppe 2 wählt man nicht einen bestimmten Arzt oder Facharzt, sondern man kann sich an einen Arzt seiner Wahl wenden. Im Gegensatz zu den Mitgliedern der Gruppe 1 erhalten die Mitglieder der Gruppe 2 ihre Ausgaben nur teilweise erstattet. Ursprünglich war die Einteilung in diese beiden Gruppen einkommensabhängig, seit 1976 können die Bürger aber frei wählen können.

Die Krankenversicherung gibt Zuschüsse zu Medikamenten. Die Höhe hängt vom Verbrauch zuschussberechtigter Medizin im Laufe eines Jahres ab. Erwachsene erhalten zwischen 50 – 85 % Zuschüsse für Medikamentenausgaben über 850 DKR in 2010.
   
Die Krankenversicherung umfasst auch eine Reisekrankenversicherung, die ärztliche Hilfe bei akuten Erkrankungen innerhalb der EU, den Färöern, Grönland und einer Reihe kleinerer europäischer Staaten abdeckt. Aufwendungen für den Heimtransport bei Krankheit im Ausland müssen – abgesehen von Aufenthalten in den nordischen Ländern - selbst getragen werden. 

Gesundheitskarte für Pendler
Wenn man in Dänemark arbeitet, aber in einem anderen Land der EU / EFTA wohnt, kann man eine besondere Gesundheitskarte erhalten, die den gleichen Zugang zu Behandlungen in Dänemark gestattet. Dafür ist es erforderlich, dass man:

  • mindestens 9 Stunden pro Woche / 18 Stunden pro  14 Tage / 39 Stunden  pro  Monat in Dänemark arbeitet, 
  • ATP bezahlt,
  • nicht über einen gewissen Prozentsatz im Wohnsitzland arbeitet.

Vorübergehender Aufenthalt in Dänemark
Bei vorübergehendem Aufenthalt in Dänemark, beispielsweise im Rahmen eines Urlaubs – hat man Anspruch auf kostenlose Behandlung durch das öffentliche Gesundheitswesen. Allerdings wird man nur eine Behandlung bekommen, die eine Heimreise ermöglicht. Für Behandlungen, die über das akut erforderliche Maß hinausgehen, muss man selbst die Kosten tragen – eventuell über eine private Versicherung.

Private Versicherungen 
In Dänemark hat ein Großteil der Bevölkerung eine zusätzliche Versicherung bei „Sygeforsikringen Danmark“ abgeschlossen, die teilweise die Eigenanteile der Mitglieder für Medikamente, Brillen und zahnärztliche Behandlung erstattet. Ein kleinerer Teil der Mitglieder hat eine umfassende Deckung, die 2/3 der Aufwendungen für Knie- und Hüftoperationen außerhalb des öffentlichen Gesundheitswesens erstattet. 

Die Anzahl privater Krankenversicherungen hat in den letzten Jahren wegen der Wartezeiten im öffentlichen Gesundheitswesen zugenommen. Die großen, allgemeinen Versicherungsgesellschaften haben für einige Dänen – normalerweise über firmenbasierte Verträge – Versicherungen abgeschlossen, die gewisse Mitarbeitergruppen abdecken. Zweck solcher Gesundheitsversicherungen ist es, Mitarbeitern schneller Behandlungsmöglichkeiten außerhalb des öffentlichen Systems zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen von Gruppenlebensversicherungen, meist in Verbindung mit betrieblichen Rentenversicherungen aufgrund von Tarifverträgen, wurden besondere Krankenversicherungen entwickelt, die einen Großteil der Bevölkerung umfassen, der dann im Falle von ernsthaften Erkrankungen wie beispielsweise Krebs einen großen Betrag ausgezahlt bekommen kann, dessen Verwendung freigestellt ist.

Von der Krankenkasse zur Krankenversicherung
Historisch baut die Krankenversicherung in Dänemark auf privaten Krankenkassen auf. Durch das Krankenkassengesetz von 1892 unterstützte der Staat allerdings die freiwillige Krankenversicherung von Minderbemittelten. Ab 1933 war die Mitgliedschaft in einer privaten, anerkannten Krankenkasse Voraussetzung für die Auszahlung von Alters- und Invalidenrente. Nach dem zweiten Weltkrieg hat die öffentliche Hand zunehmend die Aufwendungen für ärztliche Behandlung und Krankenhausbehandlung übernommen. 1973 wurden die privaten Krankenkassen abgeschafft und durch die heutige öffentliche, steuerfinanzierte Krankenversicherung erstattet.


Ärztliche Versorgung südlich der Grenze

Die ärztliche Versorgung wird durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung geregelt. Sie gibt den Ärzten bekannt, in welchen Kreisen und Orten welche Fachbereiche frei sind. Somit ist – bei ausreichendem Angebot an Ärzten - eine flächendeckende Versorgung nicht nur im hausärztlichen sondern auch im fachärztlichen Bereich gewährleistet. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung regelt auch die Ermächtigungen der Krankenhausärzte. Aufgabe der Kassenärztliche Bundesvereinigung ist es zudem, über die Berufsausübung zu wachen, sowie die Fort- und Weiterbildung der Ärzte zu sichern.
In Schleswig Holstein arbeiten zurzeit 13.969 Ärzte, davon sind 4360 niedergelassen und 5198 im Krankenhaus tätig.

Freie Arztwahl
Es herrscht freie Arztwahl, so dass jeder Patient einen Arzt seiner Wahl und seines Vertrauens aufsuchen kann. Prinzipiell wird zunehmend wieder angestrebt, dass zunächst der Hausarzt konsultiert wird, der dann den Patienten an einen Facharzt überweist. Grundsätzlich steht es aber jedem Patienten frei, bei Bedarf sofort einen Facharzt aufzusuchen. Seit Einführung der Praxisgebühr (seit 1. Januar 2004, bisher letzte Gesundheitsreform) muss bei dem ersten Arztbesuch in einem Quartal eine einmalige Gebühr von 10 Euro entrichtet werden. Fallen mehrere Besuche bei unterschiedlichen Fachärzten an, ist eine Überweisung (auch von einem Facharzt an einen anderen möglich) unumgänglich, da ansonsten erneut eine Praxisgebühr anfallen würde. Für Zahnarztbesuche fallen die 10 Euro zusätzlich an.

Praxisnetze
Um den Patienten eine bessere Versorgung zu gewährleisten, schließen sich immer mehr Praxen zu Netzen zusammen, um Synergien zu erreichen.  In Schleswig-Holstein gibt es 20 Praxisnetze, im Grenzlandgebiet in den Räumen um Flensburg und Schleswig. 
Voraussetzung für die verbesserte Leistung in den Praxisnetzen ist der Abschluss eines Integrierten Versorgungsvertrages mit den Krankenkassen. Federführend sind hier in Schleswig Holstein insbesondere die Kassen: AOK Schleswig-Holstein, die TK Schleswig-Holstein, die DAK, Barmer-GEK und die IKK.

Ziele der Praxisnetze allgemein  ist es, den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit unter den Ärzten zu stärken wie auch die Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung zu optimieren. So sollen die Versicherten bedarfsorientiert und möglichst frei von sektoralen Budgetgrenzen versorgt werden können und zudem Doppeluntersuchungen vermieden werden.
 
Weitere Informationen:
Auf den Homepages der Krankenkassen sowie
http://www.arztfindex.de/cgi-bin/index.pl 
http://www.aeksh.de/ 
http://www.kvsh.de/


Ärztliche Versorgung nördlich der Grenze

Die ärztliche Versorgung in Dänemark zeichnet sich traditionell dadurch aus, dass allen Bürgern ein einfacher, nicht kontrollierter und kostenloser Zugang zu ärztlicher Versorgung zur Verfügung besteht.

Niedergelassene Ärzte sind Fachärzte im Bereich Allgemeinmedizin. Die Ärzte arbeiten gemäß der Landestarifvereinbarung über allgemeine ärztliche Tätigkeiten, die zwischen den dänischen Regionen und der Organisation der niedergelassenen Ärzte in Dänemark abgeschlossen wurde. Anzahl und Ver teilung der niedergelassenen Ärzte beruhen auf geografischen Ver hält nissen und der Bevölkerungsdichte.

Grundlegend ist die Zusammenarbeit zwischen den Praxen der nieder ge las­senen Ärzte, den Regionen und den Kommunen durch eine Landestarif ver­einbarung geregelt. Die Honorierung der niedergelassenen Ärzte ist in der Vereinbarung festgelegt, und es gibt darüber hinaus u.a. Bestimmungen zur Zusammenarbeit bei Fragen der Qualitätsentwicklung, Ausbildung und For schung.

Im Alltag wird die Tätigkeit der niedergelassenen Ärzte gemäß der Verein­ba rung hauptsächlich in der Region verwaltet, in der die Praxis angesiedelt ist. Das Honorar der Ärzte wird von der Region beglichen.

Nach der Kommunalreform zum 1. Januar 2007 erhielten die Gemeinden um fangreichere Aufgaben, u.a. in den Bereichen Vorbeugung und Reha bili­tation. Dies führt dazu, dass die Zusammenarbeit der niedergelassenen Ärz te mit den Kommunen eine größere Bedeutung erhält.

Die Kommunen verwalten nach der Kommunalreform weiterhin den Wechsel des Hausarztes – d.h., dass man sich als Bürger weiterhin an seine Gemein de wenden muss, wenn man den Arzt wechseln möchte.

In der Region Süddänemark gibt es 800 niedergelassene Ärzte in etwa 400 Praxen.

https://www.sundhed.dk/

https://www.borger.dk


Gesundheitsvorsorge südlich der Grenze

Die vorgeschriebenen Leistungen zur Prävention – Leistungen zur Verhütung von Krankheiten – sind im Sozialgesetzbuch V (SGB V) in den §§ 20 ff geregelt. Dazu gehört ebenfalls die Verhütung von Zahnkrankheiten, z.B. durch Gruppenprophylaxe in Kindergärten, Schulen und Behinderteneinrichtungen, aber auch im Rahmen der Individualprophylaxe. 
Insbesondere für die Zahngesundheit wurde das so genannte Bonusheft eingeführt, in dem die jährliche Prophylaxeuntersuchung eingetragen wird und deren Vollständigkeit die Voraussetzung zur Zahlung des vollen Kassenzuschusses bei Inlays, Zahnkronen und Zahnersatz ist (ansonsten wird der Krankenkassenzuschuss gekürzt)

Wird bei einem Arzt-/Zahnarztbesuch ausschließlich eine Untersuchung zur Gesundheitsvorsorge erbracht, muss der Patient keine 10 Euro Praxisgebühr bezahlen, die ansonsten seit Inkrafttreten der letzten Gesundheitsreform, dem 01. Januar 2004, pro Quartal fällig ist.

Anspruch auf ärztliche Behandlung und Versorgung
Medizinische Vorsorgeleistungen umfassen den Anspruch des Versicherten auf ärztliche Behandlung und Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln, wenn diese notwendig sind, um

  1. eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde, zu beseitigen;
  2. einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegenzuwirken;
  3. Krankheiten zu verhüten oder deren Verschlimmerung zu vermeiden  - oder
  4. Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

Weiterhin zählt zu medizinischen Vorsorgeleistungen auch der Anspruch der Versicherten auf 

  1. ärztliche Beratung über Fragen der Empfängnisregelung; 
  2. die erforderliche Untersuchung und die Verordnung von empfängnisverhütenden Mitteln - sowie
  3. die medizinische Vorsorge für Mütter und Väter in medizinisch erforderlichen Fällen in Form einer Mutter-Kind/Vater-Kind-Maßnahme.

Früherkennung von Krankheiten 
Leistungen zur Früherkennung von Krankheiten sind in den §§ 25 und 26 des SGB V näher geregelt.
Dazu gehören 

  • alle Untersuchungen der versicherten Kinder bis zur Vollendung des 6ten Lebensjahres - sowie nach Vollendung des 10ten Lebensjahres eine Untersuchung, die zur Früherkennung von Krankheiten dienen, die ihre körperliche und geistige Entwicklung in nicht geringfügigem Maße gefährden würden;
  • alle 2 Jahre eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung nach Vollendung des 35ten Lebensjahrs zur Früherkennung von Krankheiten (Herz-Kreislauf und Nierenerkrankungen sowie Zuckerkrankheit);
  • höchstens einmal jährlich eine Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen, Frauen frühestens vom Beginn des 20ten Lebensjahres, Männer frühestens vom Beginn des 45ten Lebensjahres an.

Seit einigen Jahren wird auch die Impfung gegen Influenza von den Krankenkassen gezahlt für

  • Menschen, die viel mit Menschen Umgang haben;
  • durch ihre Tätigkeit besonders gefährdet sind (Ärzte, Pflegepersonal);
  • alte Menschen, die besonders anfällig sind.


Programme, Kurse
Darüber hinaus bieten die Krankenkassen Präventionsmaßnahmen (Programme, Kurse) an, die zum Ziel haben, mit einer gesunden Lebensweise bestimmte Krankheiten zu verhindern oder zu verzögern.
Diese werden primär in den Bereichen

  1. Stressbewältigung und Entspannung,
  2. Bewegung - sowie 
  3. Ernährung

angeboten. Meistens zahlen die Krankenkassen einmal jährlich 80% der Kosten eines Angebots, die Versicherten tragen einen Eigenanteil von 20%, bei von Zuzahlung befreiten Versicherten reduziert sich der Eigenanteil auf 10%. Oftmals ist die Teilnahme bis zum vollendeten 18ten Lebensjahr kostenlos.

Weitere Informationen:
http://bmg.bund.de/praevention.html


Gesundheitsvorsorge nördlich der Grenze

Für Vorbeugung bzw. Behandlung von Krankheiten, Leiden und Funktionseinschränkungen sind gemäß den dänischen Bestimmungen der dänischen Gesundheitsgesetzgebung die Regionen und Kommunen zuständig. Die Gesetze sollen u.a. allen Bürgern einen einfachen und gleichen Zugang zum Gesundheitswesen und zu hochqualitativer Behandlung sichern. Diese Maßnahmen werden größtenteils durch Steuern finanziert.
  
Kommunale Gesundheitsleistungen
Die Kommunen müssen ihre Maßnahmen so zurecht legen, dass sie einerseits eine generelle vorbeugende Gesundheitsarbeit leisten können, und andererseits einen individuell orientierten Einsatz gegenüber Kindern und insbesondere gegenüber Kindern mit besonderen Bedürfnissen.
Die Kommunen müssen Schulen und Kindertagesstätten kostenlos zu allgemeinen gesundheitsfördernden Maßnahmen beraten.
Auch der individuell orientierte Einsatz ist kostenlos. Die Kommunen müssen allen Kindern und Jugendlichen gesundheitliche Beratung durch eine entsprechend ausgebildete Gemeindeschwester anbieten. Kinder im unterrichtspflichtigen Alter erhalten darüber hinaus zwei Vorbeugeuntersuchungen durch einen Arzt. Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen müssen weitere Maßnahmen angeboten werden. 
Allen Kindern und Jugendlichen einer Kommune unter 18 Jahren muss eine kostenlose Möglichkeit zur vorbeugenden oder behandelndenZahnpflege zur Verfügung gestellt werden, entweder durch öffentliche Zahnkliniken oder bei niedergelassenen Zahnärzten.
Die Kommunen müssen Erwachsenen, die auf Grund von Behinderungen nur unter Schwierigkeiten die normalen Angebote nutzen können, Möglichkeiten zur Zahnpflege und Behandlung anbieten. Dies kann im Rahmen einer kommunalen Klinik, bei niedergelassenen Zahnärzten oder bei Zahntechnikern erfolgen. Gegebenenfalls müssen die Patienten jedoch selbst für einen Teil der Behandlungskosten aufkommen. In Kooperation mit den Regionen bieten die Kommunen darüber hinaus spezialisierte Zahnbehandlungen für Personen mit psychischen Behinderungen an. 
Auch in anderen Bereichen müssen die Kommunen für kostenlose Behandlungen auf der Grundlage einer ärztlichen Untersuchung aufkommen, beispielsweise im Bereich der häuslichen Krankenpflege. Auch Personen, die aus einem Krankenhaus entlassen werden, müssen die Kommunen Rehabilitierungsmaßnahmen anbieten. Darüber hinaus sind die Kommunen auch verpflichtet, Alkohol- und Drogenabhängigen Behandlungsangebote zur Verfügung zu stellen.

Maßnahmen der Region Süddänemark
Die Regionsräte tragen die Verantwortung für die öffentliche Krankenversicherung, die ärztliche Hilfe, andere medizinische Maßnahmen, Medizin usw. umfasst. Die Aufwendungen für die Krankenversicherung betrugen im Jahre 2007 in der Region Süddänemark etwa 4,2 Mia. DKR.
 
Vorbeugende Gesundheitsuntersuchungen
Die Regionen kommen auch für die Kosten für andere Leistungen der niedergelassenen Ärzte auf, wie zum Beispiel die vorbeugenden Gesundheitsuntersuchungen und Beratung bei Schwangerschaft. Jedes zweite Jahr bietet die Region Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren mit Wohnsitz in der Region Brustuntersuchungen an. 
Die Region leistet kostenlose Impfungen gegen gewisse Krankheiten und gewährt Zuschüsse zu ärztlich verordneten Ernährungspräparaten, darüber hinaus besondere Angebote zur Zahnpflege für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren. Für Medikamente gibt es Zuschüsse der Region nach bestimmten Regeln.
Auch Rehabilitierungsmaßnahmen, die nach einem Krankenhausaufenthalt durch einen Arzt verordneten wurden, werden von der Region übernommen.
 
Behandlung in Krankenhäusern usw.  
Die Region kommt für Bürger mit Wohnsitz in der Region für die Aufwendung für Krankenhausbehandlung in eigenen Krankenhäusern, in Krankenhäusern in anderen Regionen, sowie in den im Gesetz genannten privaten Spezialkrankenhäusern auf. Außerdem wird akute Hilfe für Personen angeboten, die hier nicht ihren Wohnsitz haben, sich aber vorübergehend in der Region aufhalten. 
Es besteht das Recht zur freien Wahl des Krankenhauses. Die bedeutet, dass eine Person, die zur Krankenhausbehandlung überwiesen wurde, im Prinzip frei zwischen den Krankenhäusern der Region, Krankenhäusern anderer Regionen und einigen privaten Krankenhäusern wählen kann. Darüber hinaus haben die Patienten die Garantie, dass die Wartezeit für Behandlungen im Rahmen des öffentlichen Gesundheitswesens eine Wartezeit von einem Monat nicht überschreiten darf. Ansonsten haben die Patienten das Recht, sich in einem privaten Krankenhaus auf Kosten der öffentlichen Hand behandeln zu lassen.
Personen, die vom Recht auf freie Wahl des Krankenhauses umfasst sind, werden auch Beförderungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt bzw. Zuschüsse zu den Transportaufwendungen gewährt.


Krankenhäuser in Schleswig-Holstein

Das Krankenhauswesen wird in Schleswig-Holstein auf Kreisebene koordiniert. Viele Häuser werden von privaten Organisationen getragen, was jedoch – abgesehen von kleineren speziellen Privatkliniken – keine Auswirkungen für die Patienten und die Finanzierung hat. Einige Spezialkliniken wie auch die Kliniken der Universitäten stehen direkt unter der Verwaltung des Landes. Prinzipiell herrscht bei Bedarf freie Wahl des Krankenhauses.
Krankenhäuser finden sich nicht nur in den Kreisstädten, sondern auch in einigen kleineren Städten. Grundsätzlich verfügen alle über chirurgische und innere medizinische Abteilungen und folgen verschiedenen fachlichen Schwerpunkten.
Die beiden großen Krankenhäuser in Flensburg, das Franziskus-Hospital  und  die Diakonissenanstalt verfügen gemeinsam über mehr als 800 Betten. Wie diese werden auch die Krankenhäuser im Kreis Schleswig-Flensburg, das Martin-Luther-Krankenhaus in Schleswig und das Krankenhaus in Kappeln  als gemeinnützige Gesellschaften mit beschränkter Haftung geführt. Ergänzt wird das Angebot durch  die Fachklinik in Schleswig, und in Kropp das Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychoterapie mit einer Tagesklinik mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt sowie einer psychiatrischen Ambulanz.
Nachdem eine Privatisierung der nordfriesischen Kliniken per Volksentscheid verhindert worden ist, befinden sich die Krankenhäuser in Tönning, Husum, Niebüll und Wyk auf Föhr weiterhin in der Trägerschaft des Landkreises. Sie sind unter der gemeinsamen Adresse www.klinikum-nf.de zu finden. Ein fünftes Krankenhaus mit 128 Betten und einer großen Abteilung für Rehabilitation findet sich in Westerland auf Sylt, es befindet sich in Trägerschaft einer privaten GmbH.


Krankenhäuser in Region Syddanmark

Gemäß der dänischen Gesetzgebung im Bereich Gesundheit trägt die Region Syddanmark gegenüber den Bürgern die Verantwortungfür die Bereitstellung von Behandlungsangeboten praktizierender Ärzte und Therapeuten, sowie für den Krankenhausbereich, also die eigenen Krankenhäuser der Region und die angeschlossenen Therapieeinrichtungen usw.

Die somatischen Krankenhäuser in der Region sind in der Hauptsache die von der Region zum 1. Januar 2007 von den vier auf ge lösten Ämtern über nommenen Krankenhäuser. Es sind dies die ehemaligen Einrichtungen Kran ken haus Fyn, Südwestjütländisches Krankenhaus, die Krankenhäuser Vejle, Frede ricia und Kolding, sowie die Krankenhäuser in Sønderjylland. Größtes Kranken haus ist die Universitätsklinik „Odense Universitetshospital OUH“. Die Kranken häuser der Region kooperieren intern und mit den neuen Kommunen, um den Patienten die bestmögliche Behandlung gewähren zu können. Der Netto etat der Region für die somatischen Krankenhäuser betrug im Jahre 2007 9,4 Mia. DKR, von denen 1,5 Mia. DKR auf das Krankenhaus Sønderjylland ent fielen.

Sygehus Sønderjylland (SHS / Krankenhaus Sønderjylland) ist ein Kran­kenhausverband, der Aktivitäten an vier Orten betreibt: Krankenhaus Aaben raa, Krankenhaus Haderslev, Krankenhaus Sønderborg und Krankenhaus Tønder. Diese Struktur existiert seit Juni 2004. Spe zial ge­biete und Funktionen der ehemals selbst ständigen Krankenhäuser wurden vereint und einer gemein samen Leitung in Aabenraa unterstellt. 
Auch wenn die Behandlungen auf vier Adressen ver teilt sind, existiert zwischen den Abteilungen und auch intern eine enge Kooperation. Es gibt eine Ab teilung in allen Fachbereichen, auch wenn mehre Mit arbeiter und Abteilungen auf verschiedene phy sische Adressen verteilt sein können. Die chirur gischen Fachgebiete sind in der Hauptsache in Aabenraa konzentriert, während die medizinischen Fachgebiete in Sønderborg zu finden sind. Die Aufteilung der Fachbereiche geht aus der Über sicht hervor.

Das Krankenhaus Sønderjylland ist das zweitgrößte Krankenhaus der Region Syddanmark. Die Klinik hat etwa 3.100 Mitarbeiter und verfügt über 640 Bet ten, jährlich werden ungefähr 230.000 ambulante Behandlungen und 40.000 Entlassungen durchgeführt. Jedes Jahr werden hier etwa 2.500 Kinder gebo ren, die zentrale Ambulanz wird von etwa 37.000 Personen aufgesucht.

Zentralambulanzen und Unfallkliniken
Im Krankenhaus Sønderjylland wird spezialisierte Behandlung von Akut pa­tien ten in der Zentralambulanz in Aabenraa und den drei Unfallkliniken in Sønder borg, Haderslev und Tønder angeboten. Die Zentralambulanz behandelt um fassende Schäden bei Patienten, die dort mit einem Krankenwagen eingeliefert werden, oder selbst ankommen. 
Die Unfallkliniken sind täglich zwischen 8.00 – 22.00 Uhr geöffnet. Sie be­han deln zahlreiche kleinere Schäden, daher müssen Patienten sich oft nicht bis zur zentralen Ambulanz begeben, wenn sie zu Schaden gekommen sind. Hier ar beiten besonders ausgebildete Behandlungskrankenschwestern.

Krankenhaus mit geprüfter Qualität
Das Krankenhaus Sønderjylland gewährt 24 Stunden täglich höchste Qualität bei Untersuchungen, Behandlung, Pflege und Rehabilitation für alle Bürger in Sønderjylland. Als einziges Krankenhaus außerhalb der Hauptsstadtregion ist das Krankenhaus seit dem Jahre 2004 qualitätszertifiziert. Es wurde aufgrund von zahlreichen dänischen und internationalen Qualitätsstandards beurteilt, denen es vollständig entspricht.


Private Krankenhäuser in Sønderjylland
Damp Sundhedscenter Tønder (Damp Gesundheitszentrum Tønder) ist ein dä nisches Privatkrankenhaus in Sønderjylland in Tønder, das im gleichen Gebäu de wie das Krankenhaus Tønder untergebracht ist. Es wurde 2003 gegründet und verfügt über 25 Betten. Das private Krankenhaus ist Teil der deutschen Damp Holding AG, einem der größten Anbieter von orthopädisch-chirurgischen Behandlungen in Nordeuropa, der mit Operationen im Bereich neuer Knie- und Hüftprothesen begann. 

Ein weiteres Spezialkrankenhaus ist Kong Christian X’s Gigthospital / Rheuma krankenhaus König Christian X.) in Gråsten mit 55 Betten, das von Gigt for eningen (Dänischer Rheumaverband) seit vielen Jahren betrieben wird.


Klinik-Kooperation

Die Kliniken der Grenzlandregion kooperieren eng miteinander, um Synergien für die Patientenversorgung zu nutzen. Eine führende Rolle bei den meisten Kooperationen spielt dabei die Diakonissenanstalt (DIAKO) in Flensburg.
So wurde das Tumorzentrum Flensburg e.V. 1997 von Ärzten der DIAKO Flensburg, des Malteserkrankenhauses St. Franziskus Hospital, des Flensburger Ärztevereins e.V., des Martin Luther Krankenhauses Schleswig, des Kreiskrankenhauses (KKH) Husum, des KKH Niebüll und der Asklepius Nordseeklinik Westerland als gemeinnütziger Verein gegründet. Es befasst sich schwerpunktmäßig mit der Verhütung, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Tumorerkrankungen. Erklärtes Ziel ist es dabei, mit den universitären Zentren, der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft und den dänischen Onkologen in Sønderjyllands Amt eng zusammenzuarbeiten.  
Auch das Kompetenzzentrum Psychiatrie der DIAKO mit Psychiatrischer Klinik arbeitet eng auf diagnostischem und therapeutischem Angebot sowohl mit der Tagesklinik für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, der Institutsambulanz, den psychiatrischen und psychotherapeutischen Praxen der Region sowie den Diensten des Gesundheitsamtes zusammen. Enge Kooperationen und Meinungsaustausch bestehen darüber hinaus mit den Fachkliniken in Schleswig, den Kliniken in Breklum und Bredstedt sowie Einrichtungen in Dänemark (Augustenborg).
Weitere intensive Kooperationen zeichnen die Kliniken auf deutscher Seite aus. Hier sind beispielhaft zu erwähnen:

  • das Brustzentrum NORD
  • das Gesundheitsnetzwerk (Praxisnetz der Region, DIAKO, Fachhochschule Flensburg, Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital, AOK Schleswig-Holstein)
  • Modellregion für die elektronische Gesundheitskarte Schleswig-Holstein
  • das Herz-Kreislauf Kompetenzzentrum 
  • das Kompetenzzentrum Baucherkrankungen

Grenzüberschreitende Programme mit EU-Finanzierung (Interreg)
Mit dem Kompetenzzentrum Telematik/Telemedizin ist die DIAKO seit sechs Jahren teleradiologischer Dienstleister für computertomografische Untersuchungen der Insel Sylt, ohne dass dort vor Ort ein Radiologe erforderlich ist. Auch für das Krankenhaus Niebüll werden spezielle Untersuchungen teleradiologisch beurteilt. In einem EU-geförderten Projekt (Interreg) bringt die DIAKO ihre Erfahrungen bei der Entwicklung eines grenzüberschreitenden telemedizinischen Netzwerkes zwischen den Krankenhäusern in Sønderjylland/Fyn/Uni Kiel und Flensburg ein.

Vom 1. September 2000 bis zum 31. Januar 2002 nahm die DIAKO an einem Interreg-Projekt „Grenzüberschreitende Entwicklung in der Pflegeausbildung“ teil. Dänischer Kooperationspartner war die Krankenpflegeschule in Sønderborg (Sønderjyske Sygeplejeskole). Zu den Ergebnissen des Projektes gehören u. a. die Erarbeitung eines deutsch-dänischen Fachwörterbuches, die Entwicklung eines Sprachkurses „Dänisch für Pflegende“, die Erarbeitung gemeinsamer Teilcurricula zu den Themen „Lebensqualität im Alter“, „Pflege sterbender Menschen“ und „Pflege dementer Menschen“ sowie die Organisation von Schüler- und Lehreraustausch-Programmen und Praktika.


Pflegeversicherung in Deutschland

Die Pflegeversicherung (PV) ist eine umlagefinanzierte Pflichtversicherung im Rahmen des deutschen Sozialversicherungssystems und gilt insofern bundesweit. Sie trägt bei nachgewiesenermaßen erhöhtem Bedarf an pflegerischer und häuslicher Versorgung (im Pflegfall) einen Kostenanteil der häuslichen oder stationären Pflege.
Als „fünfte Säule“ der Sozialversicherung – nach Krankenversicherung, Berufsunfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung – wurde die PV zum Januar 1995 mit dem Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) eingeführt. Alle gesetzlich Krankenversicherten sind automatisch in der Pflegeversicherung aufgenommen. Dort nicht Versicherte können freiwillig in die Pflegversicherung aufgenommen werden. Alle 
Vollversicherten einer privaten Krankenversicherung wurden Mitglieder der privaten Pflegversicherung (PPV).

Häusliche Pflege geht vor stationärer Pflege
Ziel der PV ist, die vorhandenen Selbstversorgungsfähigkeiten zu erhalten und solche, die verloren gegangen sind, zu reaktivieren. Die Kommunikation mit den Betroffenen soll durch die Leistungserbringung (Pflegepersonal) verbessert werden, geistige und seelisch Behinderte, psychisch Kranke und geistig verwirrte Menschen sollen sich in ihrer Umgebung und auch zeitlich wieder besser zurecht finden. Bei allen Leistungen gilt das Prinzip: häusliche Pflege geht vor stationärer Pflege.
 
Drei Pflegestufen
Um Leistungen der PV in Anspruch nehmen zu können, stellt die pflegebedürftige Person einen Antrag bei ihrer Krankenkasse oder der dort angeschlossenen Pflegekasse. Die Krankenkasse lässt vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) oder bei knappschaftlich Versicherten vom Sozialmedizinischen Dienst (SMD) ein Gutachten anfertigen, um die Pflegbedürftigkeit, den Pflegeaufwand und damit ggf. die Pflegestufe festzustellen.

Es gibt drei Pflegestufen:

  • I - erhebliche Pflegebedürftigkeit
  • II - schwere Pflegebedürftigkeit
  • III - schwerste Pflegebedürftigkeit

Leistungen der PV 
Die wichtigsten Leistungen der PV sind

  • Pflegegeldzahlungen für die häusliche Pflege durch selbst beschaffte Pflegepersonen; 
  • Häusliche Pflegehilfe durch einen ambulanten Pflegedienst – Pflegesachleistung;
  • Kombinationsleistung aus den beiden vorgenannten Möglichkeiten;
  • Teilstationäre Pflege (Tages- oder Nachtpflege);
  • Leistungen für die Dauerpflege (vollstationäre Versorgung).

Daneben gibt es zahlreiche zusätzliche Leistungen, die bei Bedarf übernommen werden können:

  • Verhinderungspflege
  • Kurzzeitpflege
  • Zusätzliche Betreuungsleistungen
  • Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung 
  • Pflegekurse u.v.m.

Häusliche Pflege südlich der Grenze

Im Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) sind die Leistungen der Pflegeversicherung (PV) genannt. Die häusliche Pflege kann in verschiedener Form realisiert werden, dafür können unterschiedliche Leistungen gewährt werden. 

  1. Durch eine selbst beschaffte Pflegeperson (z.B. privat und privat organisiert aus dem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis) - Geldleistung - sowie
  2. durch häusliche Pflegehilfe durch einen ambulanten Pflegedienst - Pflegesachleistung -
  3. oder durch eine Kombination aus beidem.

Geldleistung
Bei Geldzahlungen für die häusliche Pflege durch selbst beschaffte Pflegepersonen handelt es sich um eine Unterstützung zur Anerkennung einer privaten Hilfe, für eine quasi „ehrenamtliche Tätigkeit“. Die Pflegpersonen stehen also nicht in einem Arbeitsverhältnis, bedürfen entsprechend auch keiner Anmeldung, Arbeitserlaubnis oder sonstiger Genehmigungen. Dabei ist es egal, ob sie in der Grundpflege oder der hauswirtschaftlichen Versorgung tätig sind. 
Voraussetzung ist nur, dass diese Art der Pflege hinreichend garantiert ist, was ein Gutachter durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) bei der Pflegegeldeinstufung und -genehmigung prüft sowie bei weiteren Qualitätssicherungsbesuchen bestätigen muss. Diese späteren Besuche dienen der Beratung und Sicherstellung einer ausreichenden pflegerischen Versorgung durch die Laienpflege. Die Häufigkeit (es sollte nicht als Kontrolle verstanden werden) richtet sich nach der Pflegestufe (bei I und II alle 6 Monate, bei III alle 3 Monate ein Pflichtbesuch).

Die Geldzahlungen erfolgen an den Pflegebedürftigen, der diese ggf. auch auf mehr als eine Person aufteilen kann. Der Pflegebedürftige muss die Verwendung der Gelder nicht im Einzelnen nachweisen.

  • Bei einer häuslichen Pflege, die bereits länger als 12 Monate andauert, ist die Inanspruchnahme einer „Verhinderungspflege“ (bei Verhinderung der Pflegeperson infolge von Krankheit oder Urlaub) – auch Ersatzpflege genannt – durch eine Ersatzkraft möglich (§ 39 SGB XI) Die Kosten werden für die Dauer von bis zu insgesamt 4 Wochen jährlich bis zu einem Höchstbetrag von 1.432 Euro übernommen. Bei der Ersatzkraft kann es sich auch um einen professionellen Pflegedienst handeln.
  • Außerdem werden bei Bedarf die Kosten für Pflegekurse für Angehörige und andere ehrenamtliche Pflegepersonen von der PV übernommen. Das Vorliegen einer Pflegestufe ist hierfür nicht erforderlich.
  • Für Pflegepersonen, die keine Altersrente oder Pension beziehen und die nicht mehr als 30 Wochenstunden versicherungspflichtig erwerbstätig sind, zahlt die PV Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, deren Höhe sich an der wöchentlichen Stundenzahl sowie der Pflegestufe richtet.
  • Auch können von der Pflegeversicherung Kosten für die Verbesserung des Wohnumfeldes bis zu einer Obergrenze von 2.557 Euro je Maßnahme bewilligt werden (z.B. Hebegeräte, behindertengerechtes Bad, Treppenlift). Der Pflegebedürftige hat einen Eigenanteil von 10% der Kosten der Umbaumaßnahmen zu leisten; der Eigenanteil darf aber 50% seiner monatlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt nicht übersteigen.

Sachleistung

Erfolgt die häusliche Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst, so ist dies nach dem SGB XI eine Pflegesachleistung, denn von der PV wird dabei ein ambulant tätiger Pflegedienst bezahlt, der die Pflege zu Hause übernimmt. Die Pflegedienste rechnen direkt mit der Pflegekasse ab, eine Auszahlung an die gepflegte Person oder deren Angehörige erfolgt nicht. Pflegebedürftige können solche Sachleistungen von ambulanten Pflegediensten in Anspruch nehmen bis zu einem monatlichen Maximalbetrag. In besonderen Härtefällen (wenn der Aufwand das Maß der Pflegestufe III weit übersteigt z.B. im Endstadium einer Krebserkrankung, schwerer Demenz oder Patienten im Wachkoma) kann der Betrag um knapp 500 Euro angehoben werden.
Ambulante Pflegedienste werden von verschiedenen Trägern angeboten, z.B. Diakonie, DRK, Malteser, AWO – zunehmend aber auch durch private Anbieter. 
Die Anbieter in Schleswig-Holstein (Regionen und Städte) finden sich unter:  http://www.pflegedienst.org/Schleswig-Holstein-Land.htm  

Eine Kombination der Geld- und Sachleistung ist möglich. Beispielhaft sei die Möglichkeit aufgeführt: persönliche Pflege durch einen Pflegedienst (Pflegesachleistung) und hauswirtschaftliche Versorgung durch einen Familienangehörigen (Pflegegeldzahlung) oder umgekehrt.


Häusliche Pflege nördlich der Grenze

Mit dem Begriff Häusliche Pflege ist die gesetzliche Verpflichtung der Kommune gemäß dem Gesetz über die Sozialleistungen Kapitel 14 gemeint, den Bürgern persönliche und praktische Hilfe in der eigenen Wohnung zu gewähren. Diese Verpflichtung soll dazu beitragen, dass Senioren und Behinderte in ihrer eigenen Wohnung bleiben können. Es handelt sich dabei um Hilfe zur Selbst hil fe, und wird als Ergänzung für die Aufgaben gesehen, die der Empfänger vor übergehend oder dauerhaft nicht selbst bewältigen kann. Die häusliche Pflege muss darüber hinaus dazu beitragen, den Empfänger bei der Bewahrung oder Wiedergewinnung seines physischen oder psychischen Funktionsniveaus zu unterstützen.

Gemäß dem Gesetz kann a) vorübergehende Hilfe b) dauernde Hilfe c) Hilfe zur gelegentlichen Ablösung oder d) Zuschüsse für Helfer, die der Betreffende selbst anstellt, gewährt werden. Das Angebot zur häuslichen Pflege in der ei genen Wohnung (unabhängig von der Wohnform) umfasst persönliche Hilfe und Pflege, sowie Unterstützung bei notwendigen praktischen Aufgaben.

Die Kommunen müssen einen ’Qualitätsstandard’ veröffentlichen, der präzise angibt, welche Leistungen erbracht werden können, und wer zu diesen Lei stungen berechtigt ist. Als Beispiel für persönliche Pflege können persönliche Hygiene, Mahlzeiten und Ankleiden genannt werden, praktische Aufgaben kön nen Saubermachen oder Einkauf sein. Die Qualitätsstandards der Kom munen in Sønderjylland sind auf den jeweiligen Homepages beschrieben.

Die Zuteilung von Leistungen muss nach einer konkreten, individuellen Be­urteilung des einzelnen Antragstellers im Rahmen einer sogenannten ’Visi­tation’ erfolgen. Wenn ein Vertreter der Kommune in die Wohnung kommt, um den Bedarf des Bürgers an Hilfestellung zu beurteilen, hat der Betreffende das Recht, einen Beisitzer nach eigener Wahl als Unterstützung bei der Visitation bei zuziehen. Es kann durchaus gefordert werden, dass ein Ehepartner prak ti sche Aufgaben im Hause durchführt. Die zugeteilte Hilfe wird oft für ganz kon krete Aufgaben gewährt, und einige Kommunen geben auch an, wie viel Zeit für konkrete Aufgaben abgesetzt wird.

Der Bedarf des Empfängers ist entscheiden dafür, ob die Kommune vorüber gehende oder andauernde Hilfe zuteilt. Wenn die Kommune zu der Einschät zung gelangt, dass der Empfänger selbst wieder im Stande sein wird, die Auf gaben auszuführen, wird vorübergehende Hilfe zugeteilt, für die die Kom mune Bezahlung verlangen kann. Es gibt keine zeitliche Befristung für vorüber ge hende Hilfe“. Wenn der Betreffende allerdings einen dauerhaften Bedarf hat, muss die Unterstützung von Anfang an als „andauernde Hilfe“ kostenlos gewährt wer den. Gesetzlich ist die Rechtssicherheit der Empfänger von häus licher Pflege genau festgelegt, man kann also sicher sein, dass man die Lei stungen der Kommune erhält, die einem zustehen.

Früher waren es praktisch nur die Kommunen selbst, die diese Aufgaben wahrgenommen haben. Heute hat der Bürger die freie Wahl zwischen unterschiedlichen Anbietern von per sönlicher oder praktischer Hilfe; dies können private Firmen oder Einrichtungen usw. sein. Die Kommune muss Anforderungen an die An bieter stellen und Verträge mit ihnen ab schlie ßen. Wenn die Kommune die zugeteilte Hilfe nicht anbieten kann, kann der Empfänger nach Absprache selbst einen Helfer anstellen, für den die Kommune dann Lohnzuschüsse gewährt. Die entsprechenden Leistungen können auch bei einer Firma erworben werden, die häusliche Pflege anbietet.

Die Kommune muss ein Angebot zur Entlastung oder Ablösung des Ehepart ners oder enger Familienmitglieder zur Verfügung stellen, die eine Person mit physischen oder psychischen Behinderungen kümmern. Die Entlastung er folgt in der Wohnung und ist kostenlos, während für Ablösung außerhalb der Wohnung, beispielsweise in einem Entlastungsheim, Kosten anfallen.

Der Bezieher von häuslicher Pflege kann ganz oder teilweise andere Leistungen als die vereinbarten wählen. Das kann beispielsweise Wechsel zwischen prakti scher Hilfe und persönlicher Hilfe sein. Allerdings muss sich diese flexible häus liche Pflege innerhalb des Zeitrahmens bewegen, der von der Kommune zugeteilt wurde.

Bürger, die Hilfe oder Unterstützung zu notwendigen praktischen Aufgaben in der eigenen Wohnung oder zur persönlichen Pflege erhalten, können selbst eine Person benennen, die diese Aufgaben ausführen soll. Grundsätzlich gibt es keine Begrenzung dafür, wer als persönlich benannter Helfer in Frage kom men kann. Dabei kann es sich um Verwandte, Freunde Nachbarn usw. handeln, allerdings nicht um einen Pflegedienst, wenn dieser nicht von der Kom mune zugelassen worden ist. Die Kommune muss den Helfer genehmigen, der dann angestellt wird. Dabei werden Inhalt und Umfang der Aufgaben fest gelegt.

Eine besondere Klageinstanz der Kommune befasst sich mit Klagen des Em pfängers oder dessen Familie. Die Klageinstanz ist mit Vertretern des Kom munalrates, des Seniorenbeirates der Kommune und der Behinderten­organi sationen besetzt.

Wenn die Kommune an ihrer Entscheidung festhält, kann Beschwerde bei Det Sociale Nævn (Sozialausschuss) des Staatsamtes, bzw. bei prinzipieller Be deu tung bei Den Sociale Ankestyrelse (oberste Beschwerdeinstanz) in Kopen hagen eingelegt werden.


Pflegeheime südlich der Grenze

Bei der Unterbringung in einem Pflegeheim (oder in vollstationären Einrichtungen der Behindertenhilfe) bezahlt die Pflegekasse eine Pauschale direkt an das Heim, je nach Eingruppierung in die Pflegestufe von 1.032 bis 1.432 Euro, in Härtefällen bis zu 1.688 Euro.
 
Die Geldleistungen sind ausschließlich für den Pflegeaufwand und die soziale Betreuung im Heim bestimmt. Die betreute Person muss also die darüber hinaus anfallenden Kosten für Unterbringung und Verpflegung, Investitionskosten und eventuelle besondere Komfortleistungen selbst bezahlen. Außerdem darf der von der Pflegekasse zu übernehmende Betrag 75% des tatsächlichen Heimentgeltes (bestehend aus Pflegesatz, Unterkunfts- und Verpflegungskosten sowie den gesondert berechenbaren Investitionskosten) nicht übersteigen.

Falls das Einkommen, auch unter Berücksichtigung der unterhaltspflichtigen Angehörigen, nicht ausreicht, die verbleibenden Kosten der stationären Pflege zu decken, kann „Hilfe zur Pflege“ beim zuständigen Sozialhilfeempfänger beantragt werden (Regelungsbereich der Bundesländer, Anfragen an die örtlichen Sozialämter in den Städten und Gemeinden).

Problematisch kann die Abgrenzung der Zuständigkeit für die Bereitstellung der notwendigen Hilfsmittel sein. Fraglich ist in der Praxis, ob ein Hilfsmittel von der Pflegeeinrichtung oder von der Kranken- oder Pflegekasse bereitgestellt werden muss. Hierfür haben die Kranken- und Pflegekassen aufgrund der bisherigen Rechtsprechung Richtlinien verabschiedet, die die Zuständigkeit für die verschiedenen Hilfsmittelgruppen festlegt. Diese können bei den jeweiligen Kassen erfragt werden können.


Pflegeheime nördlich der Grenze

Kommunen müssen Senioren, die dafür Bedarf haben, eine Pflegewohnung oder einen entsprechenden Platz in einen Pflegeheim anbieten. Im Gesetz über Sozialwohnungen und Sozialleistungen „Lov om almene boliger og social service“ (Gesetz über Sozialwohnungen und Sozialleistungen) aus dem Jahre 2007 ist vorgeschrieben, dass einem Antragsteller spätestens zwei Monaten nach Eintrag in eine Warteliste eine Pflegewohnung angeboten werden muss, es sei denn, man bewirbt sich für eine bestimmte Wohnung.

In der Praxis ist es unterschiedlich, inwieweit die einzelnen Kommunen Anforderungen und Bedarf bei der Zuteilung einer Pflegewohnung entsprechen. Als Ausgangspunkt richtet sich das Angebot einer Pflegewohnung an Bürger, die nicht in der Lage sind, sich in ihrer bisherigen Wohnung selbst zu versorgen, und die einen andauernden und erheblichen Bedarf für Aufsicht, Hilfe oder Unterstützung bei persönlichen und praktischen Aufgaben haben. Dies bedeutet, dass die Kommunen die Anträge annehmen und über eine Einweisung in eine Pflegewohnung entscheiden.

Visitation
Einem Antrag auf eine Pflegewohnung geht fachliche Untersuchung des Bedarfs für eine Pflegewohnung voraus. Dabei werden die sozialen, physischen, gesundheitlichen und psychischen Verhältnisse und die derzeitigen Wohnverhältnisse betrachtet. 
 
Die Kommune beurteilt dabei nach unterschiedlichen Kriterien – Bedarf an persönlicher Pflege, für praktische Hilfe im Alltag, ganztägige Fürsorge und Aufsicht, alltägliche Unterstützung und Hilfe - also ob der Antragsteller Schwierigkeiten hat, oder sich überhaupt nicht selbst helfen kann. Die Kommune untersucht den Gesundheitszustand, dabei werden alle Möglichkeiten der Kommune für Hilfe und Unterstützung in Betracht gezogen.

Die Entscheidung der Kommune erfolgt schriftlich. Wenn der Eintrag in eine Warteliste abgelehnt wird, muss diese Entscheidung begründet, sowie Klagemöglichkeiten erläutert werden.

Zuteilung einer Pflegewohnung
Um für eine Pflegewohnung in Betracht zu kommen, muss sich der Antragsteller an die Fürsorgeabteilung der Kommune wenden, die dann die Untersuchung einleitet. Wenn die Bedingungen zur Aufnahme auf der Warteliste für Pflegewohnungen erfüllt sind, kann man sich für eine beliebige Pflegewohnung entscheiden, unabhängig davon, wo diese liegt. Man hat auch das Recht, weiterhin mit seinem Ehegatten oder Lebenspartner einen Haushalt zu führen. Wenn der Antragsteller es wünscht, muss die angebotene Pflegewohnung für zwei Personen geeignet sein. Im Todesfall hat der verbleibende Partner das Recht, solange wie gewünscht dort wohnen zu bleiben.

Pflegewohnung in einer anderen Kommune
Wenn ein Antragsteller eine Pflegewohnung in einer anderen Kommune wünscht, setzt dies voraus, dass er die Bedingungen für die Warteliste in beiden Kommunen erfüllt. Die Beurteilung des Antrags in der Zuzugs-Kommune muss nach den gleichen Richtlinien erfolgen, wie sie auch für die eigenen Bürger angelegt werden.
Allerdings kann eine Kommune – um die Interessen der eigenen Bürger wahrzunehmen - in bestimmten Fällen bestimmen, dass Bürger anderer Kommunen nicht auf die Warteliste aufgenommen werden können.

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