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Staatliche Aufgaben in besonderer Organisationsform

Katastrophenschutz südlich der Grenze

Der Katastrophenschutz umfasst alle staatlichen Maßnahmen zur Vorbereitung und Abwehr von außergewöhnlich großen Schadensereignissen oder Katastrophenlagen mit dem Ziel, das Leben und die Gesundheit zu schützen und die lebensnotwendige Versorgung der Menschen zu gewährleisten. 
Darüber hinaus erstrecken sich die Maßnahmen des Katastrophenschutzes auf den Schutz bedeutender Sach- und Kulturgüter und die Umwelt. Damit unterscheiden sich katastrophale Schadensfälle in ihrem Ausmaß von den täglichen Einsatzlagen, die im Regelfall durch die Feuerwehren, von den privaten Hilfeleistungsorganisationen und der Polizei in ihren gewohnten Strukturen abgearbeitet werden.
Als Katastrophe im Sinne des § 1 Landeskatastrophenschutzgesetz wird ein Ereignis bezeichnet, welches

  • das Leben, oder 
  • die Gesundheit, oder 
  • die lebensnotwendige Versorgung zahlreicher Menschen, oder 
  • bedeutende Sachgüter, oder 
  • in erheblicher Weise die Umwelt

in so außergewöhnlichem Maße gefährdet oder schädigt, dass für die Bewältigung der Schadenslage eine spezielle Organisation notwendig wird.
Für den Begriff der Katastrophe ist dagegen entscheidend, dass alle beteiligten Behörden und Hilfsorganisationen unter einheitlicher Leitung der Katastrophenschutzbehörde zusammenwirken müssen, damit Hilfe und Schutz wirksam gewährt werden können. Die Einsatzleitung übernimmt dann ein Führungsstab. Hat die Katastrophenlage nur Auswirkungen auf das Gebiet eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt, so wird dieser bei der unteren Katastrophenschutzbehörde gebildet.
Ist mehr als ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt betroffen, dann tritt die oberste Katastrophenschutzbehörde, das Innenministerium mit seinem Amt für Katastrophenschutz, in Aktion.
Schadensfälle unterhalb der Katastrophenschwelle (so genannte "Normale Lagen") werden im Regelfall durch Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und - je nach Bedarf - andere Hilfeleistungs-Organisationen (Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft unter anderen) im Rahmen ihrer alltäglichen Zuständigkeiten und in gewohnten Strukturen abgearbeitet.


Katastrophenschutz nördlich der Grenze

In Sønderjylland wird Katastrophenschutz durch Beredskabsstyrelsen (Katastrophenschutzbereitschaft) gemäß dem Gesetz über den Katastrophenschutz wahrgenommen. In der Einleitung zum Gesetz steht, dass „es Aufgabe des Katastrophenschutzes ist, Schäden an Personen, Gegenständen und Umwelt vorzubeugen, sowie zu begrenzen und zu bekämpfen, die sich aufgrund von Unfällen und Katastrophen, einschließlich kriegerischen Handlungen oder der unmittelbaren Gefahr dazu ergeben.” Der Katastrophenschutz ist in nationale, regionale und kommunale Aufgaben unterteilt.
Kommunale Einsatzbereitschaft

Die kommunale Rettungsbereitschaft wird bei Bränden, eingestürzten Gebäuden, Zugunglücken, Unfällen mit Flugzeugen auf der Erde, Schiffsunfällen in Häfen, Naturkatastrophen, akuten Unfällen mit chemischen Stoffen zu Lande oder in Wasserläufen, Seen und Häfen sowie anderen Unfällen in der Kommune hinzugezogen.
Aufgrund des Erlass über den kommunalen, risikobasierten Katastrophenschutz aus dem Jahre 2005 wurde der kommunale Katastrophenschutz derart umstrukturiert, dass zentral festgelegte Anforderungen nun durch örtliche Risikobeurteilungen ersetzt wurden. Dies beinhaltet, dass die Kommunen die Katastrophenbereitschaft auf der Basis von Analysen der örtlichen Risikomomente festlegen.

Der Kommunalvertretung obliegt die Verantwortung dafür, dass der Katastrophenschutz den gesetzlichen Vorschriften zur Bereitschaft genügt, und strukturiert die Einsatzmöglichkeiten derart, dass eine verantwortliche Vorbeugung, Begrenzung oder Minderung entsprechend den örtlichen Risiken geleistet werden kann. Eine Gemeindevertretung kann mit anderen Gemeindevertretungen, mit privaten Rettungsdiensten oder anderen Anbietern Vereinbarungen zur Durchführung der kommunalen Bereitschaftsdienste eingehen. Auch können zwei oder mehrere Gemeindevertretungen ihre Katastrophenbereitschaft koordinieren und diese gemeinsam betreiben. In der Praxis haben die freiwilligen Feuerwehren in Sønderjylland eine wichtige Rolle im Rahmen der Bereitschaft.

Regionale Bereitschaft
Beredskabsstyrelsen Sydjylland ist die staatliche Rettungsbereitschaft in der Region Süddänemark. Beredskabsstyrelsen Sydjylland hat seinen Sitz in Haderslev und verfügt über ca. 70 Mitarbeiter. Darüber hinaus werden laufend etwa 80 Wehrpflichtige ausgebildet. Im Rahmen der Ausbildung werden Einsatz, Erste Hilfe- und Bergungsausbildungen durchlaufen. 
Beredskabsstyrelsen bietet auch Kurse in den Bereichen Erste Hilfe, elementare Brandbekämpfung und anderen entsprechenden Bereichen an.
Auf regionaler Ebene wird die Koordinierung der Aufgaben des Katastrophenschutzes durch einen breit zusammengesetzten Stab mit Vertretern der regionalen und lokalen Katastrophenschutzbehörden wahrgenommen. In diesen regionalen Stäben, die als Forum für den koordinierten Einsatz der Ressourcen der Region dienen, nimmt jede einzelne Behörde mit eigener Kompetenz entsprechend dem Prinzip der Sektorverantwortung teil. Die Leitung des Regionsstabs obliegt dem Regionspolizeileiter.
 
Die regionalen Stäbe sind auch das Organ, in denen Kooperation und Koordination des Katastrophenschutzes in Bereichen erfolgt, die weitere Behörden betreffen. Zweck der regionalen Stäbe ist die Etablierung einer planungsbezogenen und operativen Kooperation zwischen Behörden usw., die Aufgaben im Bereich Katastrophenschutz wahrnehmen.
Eine der drei Schulen von Beredskabsstyrelsen liegt in Tinglev. Hier werden Kurse im Bereich Katastrophenschutz durchgeführt – gegebenenfalls mit Übungen in der „Ruinenstadt”, wo die Möglichkeit besteht, Übungen und Trainingsverläufe abzuhalten.

Staatliche Bereitschaft
Beredskabsstyrelsen leitet den staatlichen Katastrophenschutz und die Koordinierung des zivilen Sektors. Darüber hinaus nimmt Beredskabsstyrelsen Aufgaben für das Verteidigungsministerium wahr, sowie Aufsichts- und Beratungsaufgaben gegenüber den kommunalen Bereitschaften und anderen Behörden, und befasst sich mit der allgemeinen Entwicklung des Bereiches Katastrophenschutz und einer Reihe von operativen Aufgaben. 
Organisatorisch ist Beredskabsstyrelsen beim Verteidigungsministerium angesiedelt. Die oberste Behörde umfasst eine Aufsichts- und Beratungsabteilung, eine operative Abteilung, eine Verwaltungsabteilung und ein Direktionssekretariat. Die Zentrale liegt in Birkerød. Darüber hinaus gibt es neun dezentrale Abteilungen – fünf Katastrophenschutzzentren, drei Schulen und ein Freiwilligenzentrum. Im Rahmen der operativen Bereitschaft unterhält Beredskabsstyrelsen auch eine chemische und eine nukleare Bereitschaft. Insgesamt verfügt Beredskabsstyrelsen über etwa 600 Mitarbeiter.


Rettungswesen südlich der Grenze

In Deutschland ist der Rettungsdienst nach dem Föderalismusprinzip des Grundgesetzes Ländersache und wird daher durch Landesgesetze geregelt. 
Die Länder legen die Aufgaben wiederum per Gesetz auf die Landkreise oder kreisfreien Städte. Um dieser Aufgabe nachzukommen, stellen die Kommunen selbst Personal und Ausstattung des Rettungsdienstes oder betreiben eigene Rettungsdienstunternehmen, bzw. übertragen diese, sofern vorhanden, den hauptberuflichen Kräften ihrer Feuerwehr oder vergeben den Rettungsdienst an gemeinnützige Organisationen (das häufigste Modell in Deutschland) bzw. privatwirtschaftliche Unternehmen.
Wahrgenommen wird der bodengebundene Rettungsdienst im Auftrag der Kommunen durch:

  • kommunale Rettungsdienstunternehmen (der Landkreis führt den Rettungsdienst eigenständig mit hauptberuflichen bzw. hauptamtlichen Kräften durch) 
  • die Feuerwehr mit hauptberuflichen bzw. hauptamtlichen Kräften 
  • die Hilfsorganisationen:  Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Malteser Hilfsdienst, Johanniter-Unfall-Hilfe, Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft 
  • private Rettungsdienstunternehmen 

Als europaweit einheitliche Notrufnummer wurde die 112 für Hilfeersuchen aller Art vereinbart, die dann ggf. an die zuständige Stelle weitergeleitet werden.

In Flensburg wird der Rettungsdienst und Krankentransport durch die Flensburger Berufsfeuerwehr BF Flensburg durchgeführt, seit Ende der 90er ist auch ein privater Anbieter mit dabei: promedica Rettungsdienst GmbH (ehemals FKT). Nicht nur das Flensburger Stadtgebiet, sondern auch Teile des Kreises Schleswig-Flensburg werden mitversorgt z.B. Handewitt, Harrislee, Jarplund, Glücksburg, Wees. Seit 1996 wird auch Bov Kommune in Dänemark rettungsdienstlich aus der Stadt Flensburg heraus versorgt. Die nächsten dänischen Rettungswagen der Firma FALCK kommen aus Sønderborg oder Aabenraa und benötigen damit zuviel Zeit für die Anfahrt.

Der Rettungsdienst im Kreis Schleswig-Flensburg wird seit 1978 kreisweit vom DRK-KV Schleswig-Flensburg durchgeführt, seit 2001 wird ein Fahrzeug der Schleswiger Wache von den Johannitern besetzt. Als kleine Besonderheit ist die Rettungswache Norderstapel zu nennen, eine sogenannte "4-Kreise-Wache" - von dort werden nicht nur Notfälle im heimischen Kreis versorgt, sondern auch in Teilen von Nordfriesland, Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde.
Als Träger des Rettungsdienstes im Kreis Nordfriesland ist der Kreis selbst für die Notfallrettung und den Krankentransport im Kreisgebiet verantwortlich und führt diese Aufgaben selbst durch. Ausnahme ist seit 1977 die Insel Sylt: Die Durchführung des Rettungsdienstes für diesen Bereich hat der Kreis auf den DRK-Ortsverband Westerland übertragen. Bis 2005 gab es dort sogar eine eigene Rettungsleitstelle.

Eine besonderes Merkmal und rettungsdienstliche Herausforderung sind die nordfriesischen Inseln und Halligen. Auf den Inseln wird die rettungsdienstliche Erstversorgung durch die dort stationierten Rettungswagen sicher gestellt, der Notarztdienst wird dort durch niedergelassene Ärzte übernommen - bei schwerwiegenderen Erkrankungen oder Verletzungen bleibt dann nur noch der Transport mit einem Rettungshubschrauber. Die wenigen Bewohner der nordfriesischen Halligen sind gänzlich auf Hilfe aus der Luft angewiesen.

Zusätzlich kommen in Hörnum/Sylt(Freiwillige Feuerwehr) und St.-Peter-Ording (DLRG) sogenannte "First-Responder" zum Einsatz, um so die Zeit bis zur ersten Notfall-Versorgung zu minimieren. Auch gibt es auf den "strandnah" gelegenen Rettungswachen geländetaugliche Fahrzeuge, um so auch Notfallorte an für normale Rettungswagen unzugängliche Stellen erreichen zu können.

Seit April 2005 ist zudem der "Christoph Europa 5" der Deutschen Rettungsflugwacht in Niebüll stationiert, der zum einen für eine bessere Versorgung der nordfriesischen Inseln sorgt und zum anderen als ein Pilotprojekt in der grenzüberschreitenden Luftrettung auch nach Dänemark eingesetzt wird.

Die Luftrettung wird gemeinsam durch die Betreiber der Rettungshubschrauber sowie Kliniken und Hilfsorganisationen erfüllt. Träger der Luftrettung sind die jeweiligen Bundesländer. Die Wasserrettung nimmt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Wasserwacht im Deutschen Roten Kreuz, der Freiwillige Seenot-Dienst (FSD) und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) wahr. Die Seenotrettung auf Nord- und Ostsee stellt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sicher.


Rettungswesen nördlich der Grenze

In einer akut auftretenden Notsituation können Rettungsdienste – wie auch in anderen Ländern der EU – über die Telefonnummer 112 alarmiert werden. Damit wird der Kontakt zur Alarmzentrale der Polizei hergestellt werden, die dann Feuerwehr, Notarztwagen und Polizei alarmiert.

Notarztwagen
In Sønderjylland werden die Aufgaben der Alarmzentrale und des Notarztwagens von Falck wahrgenommen, einer privaten Firma, die traditionell diese Aufgaben in Dänemark durchgeführt hat. Gemäß den EU-Bestimmungen müssen diese Dienste ausgeschrieben werden, damit bestehen auch Möglichkeiten für andere Akteure. 
Im Jahre 2007 führte Falck 11.859 Akutfahrten in Sønderjylland durch. Die durchschnittliche Responszeit (Zeit von der Alarmierung bis zur Ankunft am Unglücksort) im ersten Quartal 2007 betrug 9,8 Minuten. Daneben führt Falck auch reguläre Krankentransporte in Sønderjylland durch.

Pannenhilfe
Auch bei Pannenhilfe auf den Straßen ist Falck neben einigen Mitbewerbern dominierender Anbieter.

Rettung aus Seenot 
Wenn Menschen sich in Seenot befinden, werden Rettungsaktionen vom Seenotrettungsdienst in Dänemark eingeleitet. Der dänische Seenotrettungsdienst nimmt einen besonderen Status ein. In Europa gibt es nur in Belgien und Dänemark einen staatlich finanzierten Seenotrettungsdienst. Außerhalb von Europa kennt man nur den staatlich finanzierten Seennotdienst der US Costguard. In anderen Ländern werden diese Rettungsdienste durch freiwillige Spenden, oder durch freiwillige und staatliche Zuschüsse finanziert.

Der Seenotrettungsdienst untersteht Farvandsvæsenet (Oberste dänische Schifffahrtstraßenbehörde) und Søværnets Operative Kommando (Operative Marinezentrale) in Århus. Von dort aus werden die Rettungsmaßnahmen geleitet. Der Seenotrettungsdienst beschäftigt 180 Personen, und wesentliche Teile der Aufgaben werden von Feiwilligen ausgeführt, die einen anderen Hauptberuf haben.
Die Rettungsaufgaben können Berufs- und die Sportschifffahrt umfassen. Während die Anzahl Havarien in der Berufsschifffahrt gefallen ist, besteht weiterhin großer Bedarf bei Sportschifffahrt, Windsurfern und Badegästen. Durchschnittlich kommt es zu 500 - 600 Aktionen pro Jahr. In Sønderjylland gibt es eine Station auf Rømø.

Der Seenotdienst operiert mit einer Reaktionszeit von weniger als 20 Minuten; d.h., dass 20 Minuten nach einer Alarmierung die erste Einheit losfährt.

Alarmierung: 

  • VHF / UKW Kanal 16 (internationaler Not- und Anrufkanal) über die dänischen Küstenfunkstellen
  • Telefon 8943 3099, Søværnets Operative Kommando
  • Telefonischer Alarm 112

Auf der Homepage von Farvandsvæsen findet man auch relevante Informationen über die dänischen Gewässer.


Feuerwehr südlich der Grenze

Der Brandschutz in Schleswig-Holstein besteht aus zwei Säulen: den Berufsfeuerwehren und den freiwilligen Feuerwehren. Städte mit mehr als 80.000 Einwohnern müssen eine professionelle Berufsfeuerwehr einrichten, während es in kleineren Städten und auf dem Land freiwillige Feuerwehren gibt, deren Geschichte oft bis in die 1870er und 1880er Jahre zurück geht.

Das Feuerwehrwesen umfasst die Brandbekämpfung und die Verhütung von Bränden, die technische Hilfe hierbei sowie die Mitwirkung im Katastrophenschutz.

In der Grenzregion gibt es nur in Flensburg eine Berufsfeuerwehr. Darüber hinaus gibt es in der Grenzstadt sieben freiwillige Feuerwehren mit 200 Mitgliedern. Nachwuchs bekommen die Feuerwehren unter anderem von den fünf Jugendfeuerwehren

Im Kreis Schleswig-Flensburg gibt es 201 freiwillige Feuerwehren mit ca. 7.000 Mitgliedern. Im Kreis Nordfriesland gibt es 137 freiwillige Feuerwehren mit ca. 7.800 Mitgliedern. Die freiwilligen Feuerwehren sind organisatorisch auf Kreisebene zusammengeschlossen und arbeiten in der Ausbildung und der Koordinierung von Einsätzen eng zusammen. Es bestehen auch Kontakte zwischen freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein und Sønderjylland.

Die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren sind ehrenamtlich tätig, erhalten aber eine Aufwandsentschädigung sowie Kostenerstattung. Für die materielle Ausrüstung der Wehren und Löschzüge sind die Gemeinden zuständig und finanziel verantwortlich. Neben der Brandschutzfunktion haben die freiwilligen Feuerwehren insbesondere in den Dörfern eine nicht zu unterschätzende soziale Funktion.

Auf Landesebene sind die Feuerwehren im Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein zusammengeschlossen. Die Organisation des Brandschutzes ist auf Landesebene im schleswig-holsteinischen Brandschutzgesetz geregelt. Die Ausbildung der schleswig-holsteinischen Feuerwehren geschieht in der Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein in Harrislee bei Flensburg.


Feuerwehr nördlich der Grenze

Die Verantwortung für die Aufgaben der Feuerwehr - Vorbeugung und Bekämpfung von Bränden und Unfällen mit gefährlichen Stoffen - liegt in Dänemark bei den einzelnen Kommunen. Ein Einsatzbereitschaftsleiter steht für den örtlichen Einsatz, während die Einsatzbereitschaftskommission, mit dem Bürgermeister als Vorsitzenden, die politische Leitung innehat. Beredskabsstyrelsen (übergeordnete landeswei te Behörde) und Redningsrådet (Rettungsrat) führen die Oberaufsicht über sämtliche Feuerwehren des Landes.

In Sønderjylland wurden Löscharbeiten durch Verträge auf die Freiwilligen Gemeindefeuerwehren übertragen, während Gemeindefeuerwehren und das private Rettungskorps Falck diese Aufgaben in anderen Landesteilen wahrnehmen. In Sønderjylland wurden die ersten Freiwilligen Feuerwehren in der preußischen Zeit in Tønder im Jahre 1869 aufgestellt, und die Idee verbreitete sich in den 1870-er Jahren auf die übrigen Landesteile.

Nach der Wiedervereinigung mit Dänemark 1920 wurde die Feuerwehr in dieser Form weitergeführt. Die freiwilligen Feuerwehrleute führen ihre Arbeit in der Feuerwehr in gleicher Weise als Teilzeitangestellte aus, allerdings erhalten sie keine Bezahlung für ihre Tätigkeit. Voraussetzung für die Arbeit der Feuerwehren ist eine umfassende interne Ausbildung. Die Wehren sind klar strukturiert mit u.a. Feuerwehrhauptmann, Kassierer, Ehrenmitgliedern, Ehrengericht usw. Normalerweise umfassen die Wehren nur männliche Mitglieder. Sie zeichnen sich durch einen starken Zusammenhalt in der Gruppe aus. Die 38 freiwilligen Feuerwehren des Landesteils sind in vier Kreisen organisiert. Das gemeinsame Motto der Wehren in Sønderjylland lautet:

„Einer für alle und alle für einen.“

In einem Erlass hat das Innenministerium festgelegt, wie die kommunale Einsatzbereitschaft organisiert sein muss, wie sie arbeiten soll, und wie die Ausrüstung - z. B. die Feuerwehrfahrzeuge - eingerichtet und bemannt sein muss.

Wenn ein Feueralarm ergeht, wird ein Löschzug losgeschickt, der z.B. aus einem Spritzenwagen und einem Leiterwagen bestehen kann. Die Zusammenstellung des Löschzuges hängt davon ab, ob der Brand im innerörtlichen Bereich oder in ländlicher Umgebung ausgebrochen ist. Der Löschzug wird mit einem Mannschaftsleiter und sieben Feuerwehrleuten besetzt, während der Ein satzleiter mit einem anderen Fahrzeug zum Einsatzort kommt. Der Löschzug muss in geschlossenen Ortschaften spätestens 10 Minuten nach dem Alarm ankommen, im ländlichen Raum spätestens nach 15 Minuten.

Die vorbeugenden Aufgaben der Feuerwehr umfassen teils die brandtechnischen Begutachtungen von Bauvorhaben gemeinsam mit den technischen Verwaltungen der Gemeinden, und teils die einmal jährlich stattfindenden Brandinspektionen. Die Feuerwehr ist darüber hinaus für die Einsatzbereitschaft bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen zuständig, beispielsweise bei kleineren Ölunfällen, während umfangreichere Unfälle, die eine große Mannschaftsstärke erfordern, von der staatlichen Einsatzbereitschaft geleitet werden.


TÜV südlich der Grenze

TÜV ist die Abkürzung für Technischer Überwachungs-Verein. Sie kennzeichnet eingetragene Vereine – Selbsthilfeorganisationen der Wirtschaft – mit dem Ziel, ineffiziente staatliche Sicherheitskontrollen durch privaten Sachverstand zu ersetzen. Mitglieder sind neben Privatpersonen auch Wirtschaftsunternehmen, die überwachungsbedürftige Anlagen betreiben. 
In der breiten Öffentlichkeit wurde „der TÜV“ vor allem über die seit 1951 obligatorische Kfz-Hauptuntersuchungbekannt. „TÜV-geprüft“ ist umgangssprachlich ein Qualitätssiegel für technische Prüfungen durch eine TÜV-Gesellschaft. Die Bezeichnung „TÜV-geprüft“ darf jedoch offiziell nur von einem Technischen Überwachungs-Verein oder einer Tochtergesellschaft verwendet werden.

In der Zeit der Industrialisierung gründeten Dampfkesselbesitzer unabhängige regionale Überwachungsorganisationen in Form von Vereinen, deren Erfolg bei der Unfallverhütung so groß war, dass ab 1871 die Mitgliedschaft in einem solchen Verein von der Inspektion durch einen staatlichen Inspektor befreite. Mit zunehmender Anzahl und Leistungsfähigkeit der Dampfmaschinen hatte es nämlich immer mehr Unfälle durch explodierende Dampfkessel gegeben. 
Die so entstandenen regionalen „Dampfkessel-Überwachungs-und Revisions-Vereine“ (DÜV) waren somit als Selbsthilfe-Organisationen der Dampfkessel-Betreiber ein frühes Beispiel für eine sehr erfolgreiche Privatisierung zuvor staatlicher Prüfungen. Weil sie so erfolgreich bei der Unfallverhütung im Bereich der sich rasch weiter entwickelnden Dampfkessel-Technologie waren, wurden sie später auch mit Sicherheitsprüfungen auf anderen technischen Gebieten, unter anderem bei der wiederkehrenden Prüfung von Kraftfahrzeugen sowie bei der Führerscheinprüfung beauftragt.

Alle aus diesen gemeinsamen Wurzeln hervor gegangenen TÜV-Gruppen benutzen die Marke „TÜV“ und einen regionalen Zusatz (zum Beispiel TÜV Süd, TÜV Nord) im Namen. Sie stehen auf einigen Gebieten untereinander und zu anderen Marktteilnehmern im Wettbewerb.

In Deutschland sind die TÜV-Gesellschaften überwiegend in den drei großen Holdings TÜV Süd, TÜV Rheinland und TÜV Nord organisiert. 1992 erfolgte der Zusammenschluss von TÜV Norddeutschland/Hamburg und TÜV Nord/Rostock zum TÜV Nord. Im gleichen Jahr schlossen sich der TÜV Hannover und TÜV Sachsen-Anhalt zum TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt zusammen. 1997 kam es zur Vereinigung des TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt und TÜV Nord zur TÜV-Nord-Gruppe. Derzeit gibt es Bestrebungen, den TÜV Süd mit dem TÜV Nord zu fusionieren. Daneben gibt es die konzernunabhängigen TÜV Saarland und TÜV Thüringen. 
Alle nehmen hoheitliche Aufgaben auf den Gebieten der Kfz-Überwachung, des Fahrerlaubniswesens und der Geräte- und Produktsicherheit wahr. Alle Gesellschaften, die „TÜV“ in ihrem Namen führen, gehören zu mindestens 25,1 % einem Technischen Überwachungs-Verein e. V., der als Selbsthilfe-Organisation der deutschen Wirtschaft mit den genannten hoheitlichen Aufgaben belehnt ist.

Der TÜV Nord ist ein international tätiges Dienstleistungsunternehmen. Es agiert in den Geschäftsbereichen Akademie, Energie- und Systemtechnik, International, Mobilität, Systems, Zertifizierung, Verkehrsmedizin und Psychologie. Es beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 6 600 Mitarbeiter und ist in 70 Staaten Europas, Asiens und Amerikas tätig.


Hauptuntersuchungen von Kraftfahrzeugen nördlich der Grenze

Hauptuntersuchungen von Autos und anderen Kraftfahrzeugen wurden in Dänemark seit Anfang des 20. Jahrhunderts durchgeführt. Dabei handelte es sich um Hauptuntersuchungen von Fahrzeugen im Rahmen der Erstzulassung in Dänemark, aber auch um regelmäßige Untersuchungen von gewerblich genutzten Fahrzeugen, also Lastkraftwagen, Anhängern, Bussen und Mietwagen. Zum 1. Januar 1998 wurden alle früheren dänischen Bestimmungen durch die EU-Regelungen zur regelmäßigen Hauptunter suchung abgelöst. 

In den Jahren bis 1998 wurden etwa ½ Mio. Untersuchungen jährlich durch geführt. Die Anzahl stieg auf ca. 1,3 Mio. Hauptuntersuchungen jährlich nach Einführung der EU-Regeln, also fast eine Verdreifachung. Die späte poli tische Entscheidung zur Einführung der regelmäßigen Hauptuntersuchung von Perso nen kraftwagen lag daran – so heißt es –, dass man den Gedanken von Zwangs kontrollen generell ablehnte. Begründet wurde dies damit, dass die Kontrollen einerseits einen erheblichen Bedarf an Ressourcen hervorrufen, andererseits aber die Ver­kehrssicherheit vermutlich kaum messbar ver bes sern würden. 
Bis 1998 wurden alle Hauptuntersuchungen in Dä ne mark durch die dem dänischen Justizministerium unterstehende Organisation Statens Bilinspek ti on (Staatliche Automobilinspektion) durch ge führt. Neben den Hauptuntersuchungen wurden auch schwerwiegende Verkehrsunfälle für die Polizei analysiert. Darüber hinaus wurden laufende Kontrollen auf der Strasse gemein sam mit der Polizei, sowie fahrzeugtechnische Untersuchungen für andere Be hörden durchgeführt, u.a. im Zusammenhang mit der Zulassung von Behinder tenfahrzeugen. Nicht zuletzt wirkten Mitarbeiter von Statens Bilinspektion auch als Prüfungsbeisitzer bei Prüfungen zur Erlangung der Fahrerlaubnis für Groß­fahrzeuge und gewerb lich genutzte Fahrzeuge mit.

1995 wurde beschlossen, dass Statens Bilinspektion die regelmäßigen Haupt un tersuchungen gemäß der kommenden EU-Richtlinie leiten solle. Statens Bil inspektion erhielt damit den Status eines Zentralverwaltungsorgans und wurde dem Verkehrsministerium unterstellt.

Verschiedene politische Parteien haben über längere Zeit hinweg die Ansicht vertreten, dass einige öffentliche Unternehmen zu privatisieren seien. In die sem Zusammenhang wurde Statens Bilinspektion oft als eine dafür geeignete Einrichtung genannt. Von zahlreichen Seiten wurde die Einrichtung als eine Art Werkstattaktivität aufgefasst, deshalb wurde vorgeschlagen, private Werk stät ten entsprechend zu autorisieren, und die Hauptuntersuchungen dann von die sen durchführen zu lassen.

Die übrigen Aufgaben von Statens Bilinspektion eignen sich nicht unmittelbar für eine freie Vergabe. Da die Hauptuntersuchung von Automobilen in vielen Ländern Europas privatisiert wurde, jedoch mit einer übergeordneten öffent lichen Kontrolle, beschloss das dänische Parlament 2003 ebenfalls die Privati sierung von Statens Bilinspektion. Die Abteilung für Hauptuntersuchungen soll te insgesamt an den Meistbietenden veräußert werden. Allerdings sollte auch ein Wettbewerbsmoment eingeführt werden, da Einzelpersonen oder an dere Unternehmen sich künftig ohne größere Probleme als Hauptuntersucher nie der lassen können – allerdings unter der Oberaufsicht der zentralen Ver kehrs behörde.

Am 1. März 2004 übernahm die spanische Gesellschaft „Applus” sämtliche Un ter suchungshallen usw. sowie das gesamte Personal von Statens Bilinspek tion. Der Preis betrug etwa eine halbe Milliarde Dänische Kronen. Die etwa 100 von Applus übernommenen Untersuchungsstellen sind inzwischen auf etwa 140 angewachsen. Die Gesamtzahl der Stellen, die Hauptuntersuchungen durch füh ren, beträgt inzwischen ungefähr 350, da etwa 60 andere Unterneh men und Einzelpersonen sich als Hauptuntersucher etabliert haben. 
Die übrigen Aufgaben, die Statens Bilinspektion für andere Behörden durch ge führt hat, wurden direkt an Rigspolitiet (Reichspolizei) vergeben.


Katasterämter südlich der Grenze

In einem Kataster (auch Liegenschaftskataster) werden alle Flurstücke nach ihrer Lage, Nutzung, Größe usw. verzeichnet und dargestellt. Das Kataster (früher auch Flurbuch genannt) wird vom jeweils zuständigen Kataster- bzw. Vermessungsamt geführt und ist Basis des Grundbuchs. Unter Fortführung versteht man in diesem Zusammenhang, dass das Kataster immer auf dem neuesten Stand zu halten ist.

Hauptteile des Katasters sind die Katasterbücher mit der Beschreibung der Grundstücke (Lage, Adresse, Nutzungsart, Größe, Gebäude, Eigentümer) und das sie darstellende Kartenwerk (Katastermappe, Liegenschaftskarte). Das Amt oder ein befugter Ziviltechniker erstellt den amtlichen Lageplan des Grundstücks, der z.B. für eine Grundstücksteilung oder einen Bauantrag benötigt wird. Vielfach sieht man heute das Kataster auch als Teil eines GIS (Geo-Informationssystem) oder eines Landinformationssystems.

In Deutschland gibt es je nach Bundesland verschiedene Reglungen für die Führung des Katasters (in Form von Vermessungsgesetzen, Vermessungsverordnungen und Vermessungserlassen). Eintragungen und Änderungen der Katasterunterlagen (Plan und Liegenschaftsregister, bzw. Liegenschaftskarte und -buch) müssen dem Grundbuch mitgeteilt werden, falls ein solches im Land existiert.

Der Katasterplan (auch Liegenschaftskarte oder Flurkarte genannt) besitzt, wie auch die Eintragungen im Grundbuch, öffentlichen Glauben (mit Ausnahme der Flächenangabe des Grundstücks) und damit die gesetzliche Vermutung der Richtigkeit (Regelungen hierzu im BGB §313 und in der Grundbuchsordnung GBO, die bundesweit gültig sind).

Katastervermessungen dürfen nur durch Ämter und öffentlich bestellte Vermessungsingenieure ausgeführt werden. Die Kosten werden nach einer Gebührenordnung erhoben. Im Landesteil Schleswig gibt es zwei Katasterämter: das Katasteramt Flensburg/Schleswig und das Katasteramt Nordfriesland. Zu ihren wesentlichen Aufgaben gehören die Führung des Liegenschaftskatasters und die Vermessung von Grundstücken, Grundstücksgrenzen und Gebäuden.

Im Liegenschaftskataster werden alle Grundstücke und die Gebäude nachgewiesen. Der Nachweis besteht aus Karten, einer Sammlung von Angaben zu den einzelnen Grundstücken sowie Angaben über alle Vermessungen, die an den jeweiligen Grundstücken seit 1875 durchgeführt worden sind.

Das Liegenschaftskataster ist die Grundlage für den Nachweis des Eigentums im Grundbuch. Es dient zusammen mit den im Grundbuch geführten Angaben der Sicherung des Eigentums an Grund und Boden. Bei Bedarf können die Grenzen der Grundstücke örtlich mit rechtlicher Wirkung angezeigt werden. Das Liegenschaftskataster wird genutzt für den Erwerb und den Verkauf von Grundstücken, für grundstücksbezogene Planungen aller Art, insbesondere die Bauleitplanung, für Nachweise über Leitungen, für Aufgaben im Umwelt- und Naturschutzschutz und viele andere Zwecke. Auf der Ebene der Grundstücke bildet das Liegenschaftskataster die Grundlage für die Geodateninfrastruktur. Die Angaben des Liegenschaftskatasters können von jedem genutzt werden. Einschränkungen gibt es für personenbezogene Daten und für die Unterlagen der Vermessungen.

Die Karten und die beschreibenden Angaben zu den Grundstücken liegen für das gesamte Land in digitaler Form vor. Die Gebäude, die Flurstücke und die Ergebnisse der Bodenschätzung werden in der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) grafisch dargestellt. Die Beschreibung der Flurstücke in Bezug auf Größe, Lage, tatsächliche Nutzung und Schätzungsmerkmale sowie Angaben über Eigentümerinnen, Eigentümer und Erbbauberechtigte erfolgt in dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB).


Katasterämter nördlich der Grenze

”Matrikel” bedeutet Verzeichnis. In Dänmark ist die Matrikel ein Register über Immobilien und Flurstücke. Das jetzige System wurde ursprünglich eingeführt, um Grundstücke auf gerechtere Art zu besteuern – nach ihrem Ertrag. In Nordschleswig entwickelte sich lange Zeit ein anderes System als im Rest des Landes. In den Herzogtümern Schleswig, Holstein und Lauenburg wurde nach dem Krieg 1864 das preußische Katastersystemeingeführt.

Nach 1920 wurde das preußische System als Sonderregelung in Nordschleswig beibehalten. Gründe dafür gab es einige, darunter zum Beispiel, dass das vorherrschende System offenbar als besser als das dänische System angesehen wurde und dass sowohl Verbraucher als auch beschäftigte Landvermesser in Nordschleswig sich mit dem System auskannten. Außerdem wollte man as preußische System ausprobieren um es dann evt. später im ganzen Land einzuführen.

Das nordschleswigsche Matrikelwesen war bis 2004 ein einzigartiges und fast unabhängiges System in Dänemark. 85 Jahre nach der Volksabstimmung hatte diese Sonderregelung jedoch ein Ende, da das nordschleswigsche Matrikelwesen mit dem dänischen System vollends harmonisiert wurde. Materialen von den 1870ern bis 1985 befinden sich im Landesarchiv Sønderjylland in Apenrade. Alle Materialen seit 1985 befinden sich nun bei der Karten- und Katasterverwaltung(Kort og Matrikelstyrelsen) in Kopenhagen. Diese zentrale staatliche Verwaltungseinheit trägt die Verantwortung für Landesvermessung, Kartografierung sowie das Matrikel- und Vermessungsingenieurwesen.

Im preußischen System wurde als Grundeinheit die Parzelle gewählt. Eine Parzelle ist primär dadurch gekennzeichnet, dass sie nur eine einzige Kulturart (z.B. Wald, Acker, Wiese) aufzeigt und von natürlichen Grenzen abgetrennt wird – z.B. von Deichen, Gräben oder Wasserläufen. Hier liegt einer der größten Unterschiede zum dänischen System, wo die Grundeinheit das Grundstück insgesamt ist. Jede Parzelle bekam eine Nummer, die im sogenannten Parzellenbuch registriert wurde. Gehörten mehrere Parzellen zu einem Grundstück, wurden sie unter Artikelnummern (jeder Grundbesitz hatte eine Artikelnummer) in den Artikelbüchern zusammengefasst.

Die preußischen Katasterämter in Hadersleben, Apenrade, Sonderburg, Tondern und Toftlund wurden einfach in Vermessungsingenieurabteilungen umbenannt. Gut 60 Jahre wurden nur Kleinigkeiten an diesem System geändert. Die Aufgaben der Ämter beinhalteten unter anderem das Führen von Eigentumsregistern, die Kontrolle von neuen Grundstücken, das Mitteilen von Informationen aus dem Eigentumsregister an Privatpersonen und öffentlichen Behörden, die Hilfestellung für Behörden bei besonderen Vermessungen sowie Pflege und Kontrolle der Landesgrenzenmarkierungen.

Mitte der 1980er Jahre begann jedoch ein Umbruch, der mit der Abwicklung der nordschleswigschen Sonderregelung zum Jahresende 2004 abschloss. Mehr und mehr Aufgaben verschwanden und als das Katastrieren nach 1999 keine staatliche Aufgabe mehr verblieb, wurden die kleinen Ämter geschlossen und ein einziges Vermessungsamt in Apenrade aufrechterhalten. Dieses wurde inzwischen auch geschlossen, so dass das nordschleswigsche System inzwischen vollends in das dänische System integriert ist. In einem einzelnen Punkt unterscheidet sich das nordschleswigsche System jedoch weiterhin vom Großteil Dänemark: die Matrikelnummern bestehen in der Regel wirklich nur aus Zahlen; im restlichen Dänemark handelt es sich um eine Kombination von Zahlen und Buchstaben, den sogenannten „litra“.

Heute lässt die Karten- und Katasterverwaltung private Vermessungsingenieure zu, die das Alleinrecht auf Ausführung katastermäßiger Aufgaben haben. Die Katasterverwaltung in Kopenhagen genehmigt und registriert Veränderungen auf Grundlage der Dokumente, die die privaten Vermessungsingenieure erarbeitet haben. Außerdem unterrichtet sie die relevanten Behörden über Änderungen im Kataster.

Hat man Fragen zu katastermäßigen Dingen oder braucht Informationen, die sich nicht im Internet finden lassen, sollte man sich an die Kataster- und juristische Abteilung der Verwaltung in Kopenhagen wenden. Katastersachen sind innerhalb der Abteilung nach geografischen Distrikten geordnet. Auch wenn es vielleicht etwas ungewöhnlich erscheint, so sind Fragen nach Dingen in den Kommunen des früheren Sønderjyllands Amts an den Distrikt Nord zu richten.


Küstenschutz südlich der Grenze

Der neue Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-SH)startete am 1. Januar 2008 seinen Betrieb. Der Hauptsitz ist in Husum. Der Landesbetrieb in der Rechtsform eines Landesamtes als Landesoberbehörde ist nachgeordnete Behörde des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) des Landes Schleswig-Holstein und nimmt als Untere Küstenschutzbehörde die gesetzlichen Aufgaben im Küstenschutz an den Küsten Schleswig-Holsteins von Dänemark bis Hamburg bzw. Mecklenburg-Vorpommern wahr.

An der Nordsee erstreckt sich die Küste auf 300 Kilometer Festlandsküste und 250 Kilometer Inselküste. Die Länge der zweiten Deichlinie umfasst weitere 600 Kilometer. An der Ostküste Schleswig-Holsteins sind es 637 Kilometer Küstenlinie.

Deichbehörde
Die Koordinierung und Organisation im Küstenschutz werden durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (MLUR) als oberste Wasser- und Deichbehörde wahrgenommen.
Die Wahrnehmung küstenschutzbehördlicher Aufgaben(Planfeststellungen, deichbehördliche Genehmigungen (z.B. für Baumaßnahmen), Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten etc. ) sowie die organisatorische Vorbereitung und Koordination von dezernats- und abteilungsübergreifenden Verfahren (Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, baufachliche Prüfverfahren etc.) nach dem Landeswassergesetz bilden den Schwerpunkt im breiten Aufgabenspektrum der Deichbehörde.
Die Deichbehörde übt somit die küstenschutzrechtliche Aufsicht über die 1.- und 2.- Deichlinie sowie über die Inseln und Halligen an der Westküste Schleswig-Holsteins aus.
Planung und Bau von Küstenschutzanlagen
Der Planungsstab der Küstenschutzverwaltung des Landes Schleswig-Holstein plant und betreut Neubau- und große Instandsetzungsmaßnahmen wie Deichverstärkungen, Siele, Deckwerke und Sandaufspülungen an der Nord- und Ostseeküste. Dazu gehören Ausschreibungen nach EU-Recht und Vertragsabwicklungen bei Firmenvergabe einschließlich deren Prüfung sowie die Zusammenstellung von Unterlagen für Planfeststellungen.
Die durchgeführten Maßnahmen werden in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz entwickelt und sollen den möglichst geringsten Eingriff in Natur und Landschaft darstellen.
Die Planung und der Bau von Deichen, Dämmen und Sperrwerken werden für Maßnahmen, die in gesetzlicher Zuständigkeit des Landes liegen, vom Planungsstab der Küstenschutzverwaltung wahrgenommen. Durch die Aufstellung landschaftspflegerischer Begleitpläne wird eine naturverträgliche Entwicklung angestrebt.

Landschaftspflege im Küstenschutz
Die Landschaftspflege im Küstenschutz kümmert sich um Umweltbelange in den Projekten der Ämter in Husum und Kiel. Mit Hilfe landschaftspflegerischer Fachbeiträge und Beratungen wird die jeweils geeignete Lösung gesucht. Aufwendig gestaltete Naturschutzköge mit Salzwasserbiotopen und neue Feuchtgebiete in der Marsch gleichen unvermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft aus. 
Das Vorlandmanagement berücksichtigt die Ziele des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Deichwege und -flächen dienen zunehmend auch der Erholung und dem Tourismus; deren Gestaltung wird z.T. mit den touristischen Entwicklungszielen abgestimmt. Die Betreuung der Schutzgebiete und das Wattenmeermonitoring des Nationalparks werden unterstützt.

Gefahrenabwehr
Die Untere Küstenschutzbehörde nimmt die mit dem Schutz der Niederungen gegen Hochwasser und Sturmfluten zusammenhängenden Aufgaben wahr. 
Die Aufgaben zur Gefahrenabwehr sind im § 110 Landeswassergesetz (LWG) benannt. Die wesentlichen Gefahren treten an der Küste durch eindringendes Wasser(z.B. Sturmfluten) oder Schadstoffe (z.B. Öl) auf. Das Landeskatastrophenschutzgesetz (LKatSG) regelt die Einzelheiten.

Oberste Katastrophenschutzbehörde ist das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein. Es ist sachlich zuständig für Katastrophenschutzaufgaben, die räumlich über den Bezirk eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt hinausgehen. Es kann eine Untere Katastrophenschutzbehörde mit der Durchführung der erforderlichen Maßnahmen beauftragen.
Im Fall einer Katastrophe (§ 1 LKatSG) sind die Unteren Katastrophenschutzbehörden die Landrätinnen und Landräte sowie die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der kreisfreien Städte. Nach § 8 LKatSG haben alle Behörden beim Katastrophenschutz zu helfen. 
Für die Erledigung der Aufgaben der Unteren Küstenschutzbehörden im Katastrophenfall wird die Küste in Wehrabschnitte, bzw. in kleinteiligere Wachabschnitte, eingeteilt. Die Deichwachen (Deichgänger) bestehen in der Regel aus jeweils einem Vertreter des Sielverbandes und der Feuerwehr und kontrollieren die einzelnen Wachabschnitte. Die Koordinierung übernehmen die von den Unteren Katastrophenschutzbehörden eingerichteten Abschnittsführungsstellen.
An der Westküste Schleswig-Holsteins wird ab einem Wasserstand von 1,50 m über MThw (mit steigender Tendenz) die Anlage der Wasserstandsdaten-Fernübertragung durch den diensthabenden Hydrologen besetzt. MThw: Mitteltidehochwasser, der langjährig ermittelte durchschnittliche Wasserstand, den die Flut erreicht.  Bei Wasserständen von 2,00 m bis 2,50 m über MThw wird "Sturmflutvoralarm" ausgelöst. Bei 2,50 m bis 3,00 m über MThw wird "Sturmflutalarm" gegeben.


Küstenschutz nördlich der Grenze

Das Küstendirektorat ist die dänische Küsten- und Hafenbehörde und liegt im Geschäftsbereich des Transport- und Energieministeriums. Eine ihrer Hauptaufgaben ist der Küstenschutz. Das Direktorat nimmt verschiedene öffentliche Aufgaben wahr: Häfen, Ausübung der Souveränität über die dänischen Hoheitsgewässer, Betrieb und Instandhaltung innerhalb von Küstenschutz und Hafenbereiche. Außerdem ist das Direktorat zusammen mit der Polizei für die Sturmflutbereitschaft der jütischen Westküste vom Limfjord bis zur deutsch-dänischen Grenze verantwortlich. Darüber hinaus führt das Direktorat Vermessungs- und Ausbaggerungsarbeiten in Häfen und Fahrwassern aus.

Die Aufgaben des Küstenschutzes werden im Küstenschutzgesetz geregelt. Die jütische Westküste wird heute hauptsächlich durch sogenannte Küstenfütterung geschützt, die so natürlich wie möglich geschehen soll. Ein Spezialschiff pumpt dabei Sand des Meeresgrundes nach oben, um ihn dann am Strand oder im Flachwasser wieder abzulassen. Andere Methoden des Küstenschutzes beinhalten Deiche, Buhnen, Wellenbrecher und Böschungs- bzw. Abhangschutz.

Auch private Grundbesitzer können im Küstenschutz aktiv werden. Dazu müssen sie die Erlaubnis des Küstendirektorats einholen. Allen Küstenschutzvorhaben ist gemeinsam, dass sie in der Regel von der Person bezahlt werden, die vom Vorhaben profitiert. Das Direktorat erteilt eine Erlaubnis nur dann, wo der Schutz als notwendig erachtet wird, d.h. in den Fällen, wo ein Grundwert innerhalb der nächsten 25 Jahre als gefährdet eingestuft wird. Das Küstendirektorat informiert in einer Broschüre über das Genehmigungsverfahren für privaten Küstenschutz.

Es ist möglich, Zuschüsse für den Küstenschutz zu beantragen. Das Küstendirektorat hat einen Topf, aus dem Zuschüsse für drei Ziele gewährt werden: Einrichtung von neuem Küstenschutz, Wiederinstandsetzung oder Entfernung von alten Küstenschutzvorrichtungen und Ausbesserung von Schäden an Deichen und anderen Küstenschutzvorrichtungen nach Sturmfluten. Sowohl Kommunen als auch private Grundbesitzer als auch Deich- und Küstenschutzvereine können sich um die Mittel bewerben. Es sind allerdings einige Einschränkungen mit dem Zuschuss verbunden, die aus der Homepage des Küstendirektorats hervorgehen.

Das Küstendirektorat wurde 2001 als Nachfolgerin des Küsteninspektoratsgegründet. Das Inspektorat hatte seit 1973 auf dem Gebiet gearbeitet, nachdem es die Aufgaben des Staatlichen Wasserbauwesens übernommen hatte, dessen Geschichte bis 1868 zurückgeht. Das Küstendirektorat hat seinen Hauptsitz in Lemvig und hat u.a. eine Abteilung in Skærbæk.

Der Röm-Damm
Die Insel Röm wird über einen Damm mit dem Festland verbunden. Die Idee einer solchen Verbindung bestand schon im Jahre 1860, nach dem Krieg von 1864 wurde sie jedoch vorerst wieder zu den Akten gelegt. Erst während des Zweiten Weltkriegs wurden die Arbeiten begonnen, und der Damm wurde im Dezember 1948 fertig gestellt. Das Küstendirektorat hält die Abschrägungen und das Fundament des Dammes in Stand, während für die Straße an sich die Kommune Tondern zuständig ist.

Grenzwasserkommission
Die Grenzwasserkommission ist eine Institution mit einer langen Geschichte. Sie wurde auf Grundlage eines deutsch-dänischen Vertrages von 1922 mit Repräsentanten beider Staaten gegründet. Die Kommission beschäftigt sich mit Fragen die Grenzwasserläufe betreffend und entscheidet bei Unstimmigkeiten. Ein Großteil der deutsch-dänischen Grenze besteht aus Wasserläufen. Die Gesetzgebung war auf beiden Seiten der Grenze sehr unterschiedlich. Die Grenzwasserkommission beschäftigt sich mit Fragen um den Ausbau von Wasserläufen, Zuleitung und Reinigung von Abwässern aus naheliegenden Städten und Dörfern, Bau von Brücken sowie Zuschüssen zu neuen Deichen.

Die Kommission hat nicht nur Beratungsfunktion sondern kann Sachen durch eine Anordnung entscheiden. Es handelt sich also um eine gemeinsame internationale Behörde, die konstruktiv an Problemlösungen arbeitet. Es war noch nie notwendig, eine Anordnung vor der Obergrenzwasserkommission anzufechten.

Der Vertrag von 1922 gilt im Großen und Ganzen auch heute noch. Redaktionelle Änderungen und Kommentare zum Vertrag haben ihn zu einem Instrument gemacht, das auch heute noch genutzt werden kann.

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