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Stadtwanderungen

Sønderborg

Der Name Sønderborg wird zum ersten Mal in einen königlichen Brief aus dem Jahre 1256 erwähnt. Die Stadt wurde als Handelsplatz für Als und Sundeved gegründet. 
Der älteste Teil des Ortes wurde an einer Anlegestelle, der jetzigen Sønderbro, angelegt. Im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts wuchs die Stadt nach Norden, wo Rådhustorvet und die Straße Perlegade angelegt und Kaufmanns- und Handwerkerhöfe errichtet wurden. Sønderborg war früher ein bedeutender Handelshafen. Im 18. Jahrhundert wohnten über 100 Schiffer- und Seefahrerfamilien hier, die ihren Lebensunterhalt mit der Fahrt auf der Ostsee verdienten – nicht zuletzt durch Transporte für die Ziegelwerke entlang der Flensburger Förde.
Schloss Sønderborg

Wir beginnen die Stadtwanderung mit einem Besuch des Schlosses in Sønderborg. Die erste Anlage am Alssund bestand aus einem Burgturm, der um das Jahr 1200 errichtet und später mit einer Ringmauer mit Eckturm und mehreren selbstständigen Gebäuden erweitert wurde. Der ”Drabantsaal” im Erdgeschoss des Schlosses stellt heute, zusammen mit einem mittelalterlichen Mauerteil an der Nordseite, die einzigen verbliebenen Reste des spätmittelalterlichen Schlosses dar, in dem Christian II. von 1532-49 gefangen gehalten wurde. 1549 - 71, während der Regentschaft von Christian III., wurde das Schloss in ein zeitgemäßes Fürstenschloss umgestaltet und erhielt Treppentürme, Festsäle und Gemächer. Die Schlosskirche wurde nach den Vorschriften von Martin Luther eingerichtet. Von 1571-1668 war das Schloss Hauptsitz der Herzöge von Sønderborg. Nach dem Bankrott des Herzogtums verfiel das Schloss, ehe es dann 1718-26 wieder aufgebaut wurde. Später wurde das Gebäude zunächst als dänische, dann als deutsche Kaserne genutzt. Seit 1921 ist das Schloss Museum für die Geschichte von Sønderjylland.

Slotsgade
Die schmalen Gassen Slotsgade und Christian II´s gade gehören zu den ältesten der Stadt. Zwischen den zahlreichen kleinen Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert finden sich einige Giebelhäuser aus der Zeit um 1600, beispielsweise Slotsgade 10. An der Nr. 4 ist das schmiedeeiserne Tor des Schmiedemeisters Paul Rochler im Jugendstil von 1901 zu sehen.

Humletorvet
Der Humletorv ist möglicherweise der erste Marktplatz der Stadt. Vornehmstes Gebäude am Marktplatz ist die Nr. 74, der Schättiger-Ewerske Kaufmannshof.

Rosengade
Die Rosengade, die früher Pottermagergade hieß war am südlichen Ende der Stadt. Das bemerkenswerteste Gebäude ist die Nr. 18, das 1767 mit einem vornehmen Rokoko-Portal errichtet wurde.

Rådhustorvet
Der Marktplatz war früher von großen Kaufmannshöfen umgeben, die nach der Bombardierung 1864 wieder errichtet wurden. Einer der am besten bewahrten ist die Nr. 4, wo man die alte Bauweise mit dem Giebelhaus zu Straßenseite hin, dem Seitenflügel und dem Packhaus hinten im Hof deutlich erkennen kann.

Das Rathaus von Sønderborg lag immer an der Weggabelung zwischen Store und Lille Rådhusgade. Das heutige Rathaus wurde Anfang der 1930-er Jahre im wunderschönen dänischen Neuklassizismus errichtet.

Perlegade
An der südwestlichen Ecke von Perlegade und Jernbanegade findet man eines der ältesten Häuser der Stadt. Hinter dem Vorderhaus liegt ein zweigeschossiges Giebelhaus in Fachwerkbauweise aus dem späten 16. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert gehörte das Haus der Kaufmannsfamilie Karberg, aber das heutige Vorderhaus wurde 1801 für den Zucker-Raffinierer Hans Andersen errichtet. Das parallel zur Strasse gebaute Vorderhaus zeigt mit seinem halbrundem Fronton und den Pilastern der Fassade (flache Wandsäulen) typische Merkmale des frühen Klassizismus. Ganz hinten auf dem Grundstück steht das alte Packhaus des Hofes, das ebenfalls um 1800 errichtet wurde.

Bei Perlegade 51 handelt es sich um einen früheren Kaufsmannhof aus der Zeit um 1640; gebaut als es zweigeschossiges Fachwerk-Giebelhaus. Der Giebel wurde um das Jahr 1800 grundgemauert, und im Eingangsbereich sieht man noch immer die alten Fassadenträger. 
Perlegade 49 ist ein eingeschossiges Fachwerk-Giebelhaus aus dem 17. Jahrhundert. Zur Straße hin wurde es mit einem Seitenflügel, einem sogenannten Erker, erweitert. Hinten auf dem Grundstück liegen die alten Packhäuser.

In der Perlegade 61 verbirgt sich hinter einer neueren Fassade einer der ältesten und schönsten Fachwerkhöfe der Stadt. Von hinten kann man erkennen, dass sowohl Nr. 59 und Nr. 61 Giebelhäuser mit Seitenflügeln zur Straße hin sind. Das Giebelhaus der Nr. 61 stammt aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. An der Ecke weist es eine für die Spätrenaissance um 1550 typische geschnitzte Säule auf.

Perlegade 58 ist ein imponierendes Vorderhaus mit Giebelerker, Pilastern und Quaderpfeilern (quadratischen Mauerverzierungen), ein typischer Barockbau aus der Zeit um 1740. Es ist eines der ersten Häuser in Sønderborg, das parallel zur Strasse gebaut wurde.

Ganz oben in der Perlegade findet man eine Reihe schön restaurierter Häuser. Nr. 93 wurde Ende des 17. / Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet und weist die früher so verbreitete Kombination von einem eingeschossigen Giebelhaus mit einem zweigeschossigen Erker zur Straße hin auf. Nr. 95 ist ein schönes Traufhaus mit Giebelerker aus der Zeit um 1800, während Nr. 97 als Hauptgebäude für die Eisengießerei von Peter Petersen errichtet wurde, der den hübschen Eisenbalkon hergestellt hat.

Bjerggade
In Bjerggade wohnten früher die „kleinen” Leute und Arme in den sogenannten „Buden“, einer Reihe von kleinen Häusern mit drei Fächern (Tür und zwei Fenster). Bjerggade 15-17 zeigt mit seinem Renaissancefachwerk aus der Zeit um 1650, wie diese Art von Häusern aussah.

Æblegade - Mariegade
Entlang der Mariegade bemerkt man eine alte Mauer, deren kantige Form dem Fall der Straße folgt. Bei der Mauer handelt es sich um die Reste eines alten Palais mit zugehöriger Gartenanlage, das den Herzögen gehörte und während der Bombardierung 1864 zerstört wurde. In Æblegade 10 an der Ecke zur Stengade verbirgt sich eine Bude aus dem 17. Jahrhundert.

Kirkegade
Das Haus Kirkegade 8 ist das am besten bewahrte Giebelhaus der Renaissancezeit in Sønderborg. Es wurde 1643 vom Schneidermeister Søren Jensen errichtet. Das unter Denkmalschutz stehende Haus wurde 1985 - 87 restauriert, wobei auch die alte Raumaufteilung mit dem Vorraum ”Diele” und der guten Stube ”Pisel” im hinteren Teil des Hauses wieder erschaffen wurde.

St. Marie Kirke
Von 1595 bis 1600 wurde unter Herzog Hans dem Jüngeren ein umfassender Umbau und eine Erweiterung der Kapelle, die früher auch Stadtkirche war, durchgeführt. Im westlichen Ende der Kirche ist noch heute das Mauerwerk von früheren Gebäuden sichtbar.

Havbogade 
Im 18. Jahrhundert war diese Viertel einer der größten maritimen Bereiche des Reiches. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Stadtviertel zu einem Arbeiterviertel, das nach dem Bau der Straßenbrücke 1930 verfiel. Heute sind nur noch die - reizvollen - Reste des früher so lebhaften Gewimmels von kleinen Giebel- und Erkerhäusern vom Ende des 17. / Anfang des 18. Jahrhunderts zu sehen.

Søndergade
Bei dem Doppelhaus in der Nr. 16 handelt es sich um ein Giebelhaus aus dem 17. Jahrhundert, sowie um ein späteres Erkerhaus. Auf der ”Wasserseite” von Nr. und Nr. 21 sind zwei ehemalige Packhäuser aus 16. / 17. Jahrhundert zu sehen.


Aabenraa

Aabenraa entstand in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Handelsplatz an einem königlichen Hafen. Der ursprüngliche Ort lag etwa im Bereich „Fiskergade“ und „Skibbrogade“ bis hinunter zur Förde und dem Bach „Mølleåen“. Der ursprüngliche Ortsname war „Opnørå“, was soviel bedeutet wie „offener Strand am Bach“. In den darauf folgenden Jahrhunderten wuchs der Ort in Richtung des Hügels, auf dessen Spitze die Hauptkirche St. Nicolai in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Im Jahre 1335 erhielt Aabenraa die Stadtrechte. Das Rathaus liegt knapp außerhalb des ältesten Ortsteils an der neuen Hauptstraße, die direkt über den Hügel führt, auf dem die Stadt liegt.

Im Mittelalter bildeten Fischerei und Seehandel die Haupterwerbsquellen der Stadt, die Handelsverbindungen mit den Häfen der Ostsee aufgebaut hatte. Die mittelalterlichen Häuser waren hauptsächlich Holzkonstruktionen, sogenannte „Bullhäuser“, die aber alle durch Verschleiß und nicht zuletzt nach den großen Bränden, die die Stadt im 16. und 17. Jahrhundert heimgesucht haben, verschwunden sind.

Im 18. Jahrhundert erstreckten sich die Handelsbeziehungen bis zum Mittelmeer. Durch diesen Seehandel wurden in diesen Jahrhunderten große Vermögen erwirtschaftet, die oft zur Errichtung von Häusern aus Ziegelsteinen verwendet wurden. Es entstanden u. a. die zahlreichen einstöckigen Giebelhäuser mit einfachen Verzierungen im Mauerwerk, die auch heute noch die alten Straßenzüge prägen wie z. B. in der „Slotsgade“. Darüber hinaus gibt es auch eine Reihe von Langhäusern, deren Traufseite entlang des Straßenverlaufs liegt. Charakteristisch für die Häuser sind z. B. die zahlreichen erhaltenen Haustafeln mit lateinischen oder deutschen Inschriften und viele kunstvolle Türen.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts erlebten Seefahrt und Schiffbau mit eigenen Werften ihren Höhepunkt, als große und schnelle Schiffe Verbindungen nach Südamerika und China unterhielten.

Die herausragende Position der Stadt als Seefahrtsort konnte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts verteidigt werden, bis schließlich eiserne Schiffe die bisherigen Holzschiffe mit ihren riesigen Segeln ablösten. Doch der Hafen wurde weiter ausgebaut, da er der Stadt einen der wichtigsten Standortfaktoren bot. Ein neues Wirtschaftswachstum bis zum Jahre 1914 führte dazu, dass Aabenraa sich nach Norden und Westen hin ausdehnte und gleichzeitig durch die Neubauten in den Hauptstraßen in Form von markanten, offiziellen preußischen Gebäuden geprägt wurde.

Nordteil der alten Stadtmitte
Ausgehend von „Skrænten“ lässt sich hier auf der Seite zum Stadthügel hin ein guter Eindruck der Bebauung auf der Rückseite der Hauptstraße des Ortes gewinnen. Der Bereich Storegade-Ramsherred wurde früher von den wohlhabenden Kaufleuten und Reedern der Stadt bewohnt. Das gelbe Packhaus am Skrænten, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, gehörte zu einem dieser Kaufmannshöfe.

In der Gasse bei Nummer 11b findet man eines der wenigen erhaltenen Giebelhäuser der Fußgängerzone. Das Fachwerk im hinteren Teil des Hauses stammt aus der Zeit um 1625, die Haustafel über der Seitentür aus dem Jahre 1752, als die Fassade aus Fachwerk durch Mauerwerk ersetzt wurde.

Auf dem Stadthügel liegt die Hauptkirche von Aabenraa, deren älteste Teile im romanischen Stil aus den Jahren um 1250 stammen. Sie ist dem Heiligen der Seefahrt Sankt Nikolaus gewidmet. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte änderte die Kirche durch zahlreiche Erweiterungen ihr Aussehen.

Umgeben ist die Kirche von Häusern für kirchliche Angestellte. Ehemalige Schulstuben befinden sich in Nr. 7 und 8, Nr. 3 ist eines der Wohnstifte der Stadt, das 1893 erbaut wurde. Auf dem früheren Friedhof findet man einen Gedenkstein für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten.

Vom Kirchplatz aus geht die Tour weiter über „Pottergade“ bis zur „Store Pottergade“. Die Südseite von Store Pottergade wird durch die sogenannten ”boder” (Baracken, z. B. Nr. 11-14) geprägt. Hier wohnten Arbeiter und Handwerker, beispielsweise ein Töpfer in der Nr. 14.

Store Pottergade endet im Westen am „Vægterpladsen“ und „Jomfrugangen“, wo man einige der eigenartigsten Häuser der Stadt findet – die drei ehemaligen Wächterwohnungen Nr. 3-5 und die gut erhaltenen Giebelhäuser Nr. 2 ”Tresuren” (Schrein) und Nr. 1a ”Det blinde æsel” (Der blinde Esel) sowie das Langhaus Nr. 1 aus dem Jahre 1744.

Hinter Jomfrugangen liegt „Nygade“ , die, wie der Name schon andeutet, im Vergleich zur Hauptstraße erst später angelegt wurde. Links, nach Süden hin, sieht man an der Ecke zwei charaktervolle Gebäude, die von Architekt L. A. Winstrup 1847 bzw. 1860 gezeichnet wurden.

Im Haus gegenüber wohnte der dänische Politiker, Redakteur und Mitglied des Reichstages H. P. Hanssen(1862-1936), der wesentlich dazu beitrug, dass Sønderjylland im Jahre 1920 über die zukünftige Zugehörigkeit zu Dänemark bzw. Deutschland abstimmen konnte.

Nygade wurde zu einer ausgeprägten Handwerkerstraße. Mehrere Häuser der Straße wurden während des 19. Jahrhunderts erneuert. Dort, wo die Nygade in "Wollesgyde"einmündet, sieht man das Bullhaus aus dem Jahre 1754. Das Haus wurde ursprünglich als Hinterhaus eines Gasthauses und eines Kaufmanns genutzt. Im Erdgeschoss ist es gemauert, im 1. Stock ist die Holzkonstruktion des „Bullhauses“ sichtbar. Diese Konstruktionsweise ist ansonsten im Stadtbild praktisch verschwunden. Die Ziegelsteingiebel stammen von späteren Instandsetzungen.

Um die kleinen, aber sehr stimmungsvollen Gebäude von „Persillegade“zu erleben, muss man zurück über Nygade wieder nach Süden gehen. Dies war eine Straße für Leute aus eher ärmlichen Verhältnissen. Nr. 6 war ursprünglich ein Krankenhaus, und im Haus Nr. 3 b wohnte die sagenumsponnene Jungfer Fanny(1805-81) – angeblich konnte sie hellsehen und prophezeite, dass Sønderjylland wieder dänisch werden würde.

Südteil der alten Stadtmitte
Auf der Südseite des zentralen Platzes gegenüber der Busstation liegt „Gildegade“, die durch ursprünglich als Mietwohnungen errichtete Gebäude aus dem 18. Jahrhundert geprägt wird.

Es handelt sich um kleine, dreigeteilte Häuser, in denen Seeleute, Schiffszimmerer, Segelmacher und Arbeiter wohnten. In der Nr. 15 errichtete der erste Werftbesitzer der Stadt, Jacob Paulsen, 1752 ein hübsches Doppelhaus mit Erkern. Die breiten Giebelhäuser Nr. 1 und Nr. 5 waren ebenfalls Mietshäuser mit jeweils vier Wohnungen im Erdgeschoss.

„Gildegadegang“ ist eine Gasse, die sich zwischen den bescheidenen Häusern und den Hinterhäusern entlang schlängelt. Vom Tor zu „Skibbroen“ 12 hat man einen schönen Blick über den „Gammelhavn“, dem ältesten Hafenbecken der Stadt.

Der Nordflügel der ehemaligen Zollstation wurde nach Zeichnungen von L. A. Winstrup in den Jahren 1853-54 errichtet. Das Zollgebäude wurde 1941 zu einer dreiflügeligen Anlage erweitert. An der Mauer bei der Nordost-Ecke des Hauses ist der Wasserstand der großen Sturmfluten vermerkt, unter denen die Stadt gelitten hat, u. a. in den Jahren 1872 und 1904.

Die „Skibbrogade“ war bis etwa 1860 der einzige Zugang zum Hafen. Sie wird durch etwas größere Häuser geprägt, von denen mehrere im 19. Jahrhundert erneuert worden sind.

In der „Fiskergade“ 8 kann man eines der schönen Wandpfeilerportale mit einer Haustafel sehen. Die Inschrift berichtet, dass dieses Haus im Jahre 1779 vom Kaufmann Jh. Jh. Sehl und seiner Gemahlin errichtet wurde.

„Søndergade“ 20 ist das einzige Palais der Stadt aus dem 18. Jahrhundert. Es handelt sich um eines der schönsten Häuser der Stadt mit ausgewogenen Proportionen und zahlreichen feinen Details. Es wurde 1758 errichtet und diente bis 1850 als Wohnhaus des Postmeisters.

An das schöne Haus schließt sich ein unter Denkmalschutz stehender, wunderschöner Garten an, der von dem deutschen Gartenarchitekten Kaiser 1933 gezeichnet wurde. Der Garten ist öffentlich zugänglich.

„Sønderport“ 1 wurde von Kaufmann Jacob Schwennesen im Jahre 1792 errichtet und als Armenstift genutzt. Über der gemauerten Vorderseite mit drei zurückgezogenen Eingangstüren finden sich zwei Giebelgauben, der hintere Teil ist in Fachwerkbauweise errichtet.

Das östliche Ende der „Slotsgade“ wird von Giebelhäusern geprägt, die nach einem Brand im Jahre 1707 errichtet wurden. Weiter westlich herrschen Langhäuser vor, u. a. Nr. 24, errichtet 1756-66, und Nr. 31 sowie Nr. 33 aus dem Jahr 1788 bzw. aus den Jahren um 1740.

Am westlichen Ende von Slotsgade liegt das Schloss Brundlund.

Nach einem Besuch von Slotsgade kann man sich wieder zurück zur Stadtmitte begeben. In der „Storegade“ liegt das alte Rathaus der Stadt, ein ausgewogen proportionierter, neuklassizistischer Bau nach Zeichnungen von C. F. Hansen, errichtet 1828-30 am selben Ort, an dem schon seit dem Mittelalter die vorherigen Rathäuser standen.

Nach Süden hin liegt an der Ecke von „Storetorv“ „Redergården“, errichtet in den 1780er Jahren, 1825 umgebaut für eine der bedeutenden Personen der Stadt, den Schiffsreeder Jørgen Bruhn.

In der Storegade 24 befindet sich eines der wenigen alten, zweigeschossigen, gemauerten Häuser der Stadt. Hinter dem Tor verbirgt sich ein seltenes und einzigartiges Ambiente von Werkstattgebäuden aus den Jahren 1724-44, die den Hof umschließen. Die Gebäude wurden für die Orgelfabrik Marcussen & Söhne errichtet, die hier noch immer ihren Firmensitz hat.


Tønder

Der Ort entstand als Dorf auf einer kleinen Landzunge, die auf der einen Seite vom Fluss Vidå, und auf der anderen Seite von einem Nebenarm umgeben war, der heute kanalisiert ist. Um 1050 wurde die erste Anlegebrücke errichtet, nach und nach entwickelte sich das Dorf zum Hafenplatz für Møgeltønder.

Im Jahre 1243 erhielt der Ort die Stadtrechte, als Herzog Abel dem Ort das Handels- und Marktrecht zusprach, und eine eigenständige Stadtverwaltung und Rechtspflege eingerichtet wurden. Diese Rechte wurden in einem Stadtrecht zusammengefasst, das nach den Vorgaben der Hansestadt Lübeck formuliert war.

Unterstützt von königlichen und herzoglichen Privilegien erlebte Tønder im 18. Jahrhundert seine Glanzzeit als Zentrum für das Klöppel-Gewerbe der Umgebung. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verbreitete sich maschinell hergestellter Tüll als neuer und billiger Modestoff und beendete damit die Ära der Klöppelkaufleute von Tønder.

Stadtrundgang 
Die Kristkirke wurde 1591-1592 auf dem Fundament einer älteren Kirche errichtet und verfügt über ein reichhaltiges Inventar, u.a. Epitaphen der wohlhabenden Bürger der Stadt. Der große Psalmendichter H.A. Brorson war hier Pastor, als er 1723 sein erstes Psalmenheft herausgab. Am Kirketorvet liegt auch die um 1612 errichtete Lateinschule im Renaissancestil.

Torvet
Vom Kirchplatz aus kommt man über Smedegade durch eine kleine Gasse. Am Torvet 2 findet man „Humlekærren“. Das heutige Gebäude wurde 1813 gebaut und diente als Gasthof für die Händler und Aufkäufer des hier stattfindenden Hopfenmarktes – daher der Name, der „Hopfenkarre“ bedeutet.

Am Humlekærren kann man auch den „Kagmand“ sehen. Bis in das 19. Jahrhundert nahm dieser städtische Pranger einen zentralen Platz im Stadtbild ein. Es war ein gemauertes Podium, auf der Gesetzesbrecher ausgestäupt, also an den Schandpfahl gekettet und vom Scharfrichter ausgepeitscht wurden. Manchmal wurde am Pranger Holzfiguren angebracht, um auf den Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und der Strafe hinzuweisen. 
Torvet 1 ist die Adresse des alten Rathauses, gebaut 1643. Nach dem Bau des neuen Rathauses im Jahre 1981 wurde das Gebäude restauriert und beherbergt heute u.a. das Touristenbüro der Stadt.

Bei Torvet 11 handelt es sich um ein spätgotisches Giebelhaus, das vermutlich um 1520 als Gildenhaus für „Tønders Kalenderbroderskab“, einen spiritistischen Verein, errichtet wurde. Heute wird das Gebäude als Klostercafé bezeichnet und beherbergt eine Gastwirtschaft und ein Café.

Østergade
An Østergade 1 kann man zwei schildtragende Löwen vor einem markanten Sandsteinportal mit gedrehten Säulen sehen. Die „Gamle Apotek“ (Alte Apotheke) wurde um 1670 errichtet. Im Inneren sind einzelne Türen und Stuckornamente erhalten. 
Aus dem 19. Jahrhundert stammen auch die vornehmen Kaufmannshöfe in Tønder, u.a. Østergade 2, eines der schönsten klassizistischen Häuser in Sønderjylland, sowie das Gebäude Vestergade 37, beide aus der Zeit um 1830.

In der Østergade 65 liegt das ehemalige Tønder Statsseminarium (Staatliches Lehrerseminar), das 1788 gegründet wurde und sein zweihundertjähriges Jubiläum gleichzeitig mit dem Beschluss seiner Schließung begehen konnte. Das Gebäude an der Ecke aus der Zeit um 1860 war das Haus des Rektors.

Uldgade og Spikergade
Charakteristisch für dieser Straße sind die zahlreichen gut erhaltenen Giebelhäuser mit Erkern, geschnitzten Türen und Fenstern mit kleinen Scheiben. Die Erker sind ein Bauelement, das sich ab Mitte des 17. Jahrhunderts von Süden aus verbreitete. Die Häuser sind schmal, können aber eine Länge von 25-30 m erreichen. Einige Häuser stammen aus dem 18. Jahrhundert und weisen Elemente des holländischen Baustils auf.

Frigrunden - die ehemalige Slotsgade
Hier wohnten Beamte des Schlosses in Tønder. Der Name deutet an, dass die Bewohner keine Abgaben an die Stadt abführen mussten. Bis 1920 war Frigrunden eine selbstständige Kommune. Als die Gemeinde Tønder das Gebiet übernahm, beendete man dieses Irritationsmoment.

Skibbroen
Der Straßenname Skibbroen weist darauf hin, dass hier bis 1933 der Hafen von Tønder lag. Es gibt mehrere gut erhaltene alte Häuser, die früher größtenteils als Wirtshäuser dienten.

Jomfrustien
Das Gebäude Jomfrustien 6 ist die alte Amtsmannswohnung aus dem Jahre 1768. Das kleine Palais ist ein eingeschossiges Langhaus mit Souterrain und wurde in eine Mischung aus Rokoko und Klassizismus mit Mansardendach und einer Fassade mit Frontispiz mit Ausschmückungen aus Sandstein errichtet. Das Palais wirkt in Tønder etwas fremd und wird oft mit den Palais von Amalienborg in Kopenhagen verglichen. Heute hat hier die Verwaltung der Schornsteinfegerausbildungen ihren Sitz.

Amtsgebäude am Jomfrustien
Entworfen von den Architekten Dincklage und Paulus aus Berlin, errichtet 1907. Vor dem Gebäude wurde 1954 ein Denkmal für den Amtmann, Lehnsgraf O. D. Schack errichtet.

Jomfrustien 
Nach der Wiedervereinigung im Jahre 1920 wurde hier das erste dänische Versammlungshaus in Tønder eingerichtet, das an der Ecke Spikergade / Frigrunden lag. Das Gebäude wurde bald zu klein, aber erst 1943 errichtete man ein neues Versammlungshaus. Es liegt direkt gegenüber dem Museum (dem alten Schloss), und wird als „Neues Tønderhaus” bezeichnet. Heute ist es mit seinen 61 Zimmern und 4 kleinen Suiten das größte Hotel der Stadt.

Storegade
Das Gebäude Storegade 9 hat zahlreiche und umfassende Umbauten erlebt, aber es enthält noch Bauteile, die bis in das 16. Jahrhundert datiert werden können – vielleicht die ältesten noch in Tønder erhaltenen. 1991 erhielt es den Namen „Victoria“ nach der alten Brauerei in der Strucksallé in Tønder.

Storegade 14, Drøhses hus errichtet 1672. Ein hohes, ausgewogenes proportioniertes Langhaus, dessen rotes Mauerwerk einen schönen Hintergrund für das großartige Sandsteinportal bildet. Das Haus wurde 1981-85 durchgehend renoviert und beherbergt heute wechselnde Kunsthandwerk- und Klöppeleiausstellungen.

Vestergade 9, Digegrevens hus (Haus des Deichgrafen) errichtet 1777 für einen reichen Klöppeleihändler, Bürgermeister und Deichgrafen. Ein Patrizierhaus mit zur Straße gewandtem Giebel, der symmetrisch mit einem imponierenden Rokokoportal in der Mitte und zwei flankierenden Erkern errichtet wurde. 2007/08 wurde es renoviert und dient heute der Verwaltung der Kommune Tønder.

Bachmanns vandmølle (Bachmanns Wassermühle)
Das 1598 errichtete Gebäude wird heute auch als „Visemøllen“ (Liedermühle) bezeichnet. Ursprünglich gehörte es als Wassermühle zum Schloss von Tønder. Heute dient die Mühle als Veranstaltungsraum im Zusammenhang mit dem Tønder Festival.


Haderslev

Unsere Tour durch Haderslev beginnt am Herzog-Johann-Platz im Süden der Stadt. Hier befindet sich ein recht großer Parkplatz ohne Restriktionen, und auch die Buslinien aus Aabenraa und Tønder halten hier. Der Platz befindet sich unmittelbar hinter dem Hertug-Hans-Hospital am Stadtring. Er ist leicht zu finden, wenn man die Umgehungsstraße an der Kreuzung mit der Straße Ny Erlevvej verlässt und dem Ringsymbol folgt.

Das Hospital ist heute an drei Seiten vom Autoverkehr eingeschlossen und wirkt regelrecht „tiefergelegt“. Ursprünglich befand sich ein Franziskanerkloster nahe der Altstadt. Dieses wurde im Zuge der Reformation aufgelöst. Um die Versorgung der Armen und Kranken der Stadt weiterhin zu gewährleisten, errichtete der damalige Stadtherr Hans (deutsch Johannes) der Ältere, der Bruder von König Christian III. und Herzog Adolf von Gottorf, das später nach ihm benannte Hospital unmittelbar südlich der damaligen Stadtgrenze. Sein Wappen befindet sich über dem früheren Haupteingang. Die kleine Kirche mit dem markanten Dachreiter wurde 2004 renoviert und dient heute als Gemeindekirche für den südlichen Stadtteil. Die heutigen Gebäude stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert.

An der Ampelkreuzung überqueren wir die Hauptstraße. Von 1898 bis 1938 befand sich hier unmittelbar nördlich des Hospitals der Bahnhof Süderbrücke der Haderslebener Kreisbahn. Die Feldsteinmauer mit der Jahreszahl ist ein letzter Zeuge dieser Zeit.

Wir passieren nun die Brücke über den Møllestrømmen, der über Jahrhunderte die Stadt nach Süden abgrenzte. Nach Westen hin eröffnet sich ein schöner Ausblick über den „Dam“, wie der ungewöhnlich große Mühlenteich schlicht genannt wird (dam=Teich), hin zum sagenumwobenen Hügel „Bøghoved“, auf dem vermutlich die allererste Haderslebener Burg gestanden hat.

Das Hauptgebäude der Wassermühle dient heute als Theater. Gegenüber am Mühlenplatz liegt das Wohnhaus des Kaufmanns Peter Hiort Lorenzen, der in den 1830er Jahren einer der liberalen Vordenker in der Stadt war und als erster Abgeordneter in der schleswigschen Ständeversammlung 1842 Dänisch sprach (bis dahin war Deutsch alleinige Geschäftssprache) – was ihn später in den Rang einer nationalen Ikone erhob.

Rechts von Hiort Lorenzens Haus gehen wir durch die steile Højgade und biegen von dieser rechts in den Lille Klingbjerg ab. Dieser Stadtteil ist durch sehr gut erhaltene Kleinbürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert geprägt und bietet viele sehr schöne Einblicke. Zu den schönsten und ältesten Bauten zählen die beiden großen Fachwerkhäuser Store Klingbjerg 5 und 7.

Wir folgen der Straße „Naff“ in Richtung Osten. Der ungewöhnliche Straßenname weist auf den früheren Verlauf der Küste hin. Auch hier finden sich einige bemerkenswerte Bauten. Am Gründerzeitbau Nr. 12 wurden einige Bauteile des zuvor hier befindlichen Hauses des Generalpropsten von Herzog Hans, bis 1880 das wohl schönste Fachwerkhaus der Stadt, wieder verwendet.

Im Eckhaus zum Schlossgrund wurde 1851 Julius Langbehn ( + 1907) geboren, dessen Hauptwerk „Rembrandt als Erzieher“ eine der am meisten verbreiteten kulturkritischen Schriften im deutschen Kaiserreich war. Aus heutiger Sicht ist Langbehn, der sich gegen sämtliche Einflüsse der Moderne und auch die modernen Wissenschaften wandte und stattdessen eine Rückkehr zum Bodenständigen forderte, allerdings stark umstritten.

Ein kurzer Spaziergang zum Hafen, der heute allerdings hauptsächlich als Yachthafen dient, lohnt sich. Sehenswert sind der so genannte „Reitstall“, ein großes Lagerhaus aus Fachwerk direkt am Hafen, das alte Fachwerkhaus Nr. 40 am Ende des Naffs, die in den 1850er Jahren recht einheitlich errichtete, aber farbenfrohe Häuserreihe der Schiffbrücke in Verlängerung des Naffs, und das 1911-12 im Heimatschutzstil errichtete frühere Zollamt (Schiffbrücke 6).

Zurück am Naff, gehen wir nun über den kleinen Platz Slotsgrunden zurück in die Altstadt. Hier befand sich spätestens seit Anfang des 14. Jahrhunderts die landesherrliche Burg, auf der unter anderem 1523-33 der spätere König Christian III. als Herzog residierte und der Reformation den Weg in die Herzogtümer ebnete. Nachdem dessen Bruder Hans (der Ältere) 1544 eigenständiger (Teil-)Herzog geworden war, ließ dieser ab 1569 östlich hiervon ein prächtiges Residenzschloss errichten. In der letzten Phase des Dreißigjährigen Krieges brannte es im Zuge dänisch-schwedischer Kampfhandlungen nieder und wurde nach einem weiteren dänisch-schwedischen Krieg nach 1658 aufgegeben.

In der Schlossstraße 20 befindet sich mit der „Ehlers-Sammlung“ eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Haus, welches zum Haderslebener Museum gehört, gilt als größte Keramik-Sammlung Nordeuropas. Das Gebäude stammt von 1577. Noch älter ist das Nachbarhaus Nr. 22, das zur Zeit zu einem stadtgeschichtlichen Museum ausgebaut wird.

Wir gehen weiter durch die Schlossstraße mit ihren vielen schönen Giebelhäusern in Richtung Westen. Hier mündet sie in die alte Nord-Süd-Hauptstraße, welche in diesem Abschnitt Nørregade heißt. In dieser sind nur wenige historische Bauten bewahrt, darunter aber alsNummer 22 das schönste Barockhaus der Stadt, ursprünglich königliches Postkontor, später Hotel, heute Geschäfts-, Ärzte- und Wohnhaus.

Schräg gegenüber der Einmündung der Slotsgade in die Nørregade blicken wir auf das Chor der Vor Frue Kirke, unter dem ein Schwibbogen hindurchführt. Die hochgotische Backsteinkirche ist nach dem Schleswiger Dom der größte Sakralbau im alten Herzogtum Schleswig und ohne Frage das bedeutendeste Bauwerk der Stadt. Sie war im Mittelalter nicht nur Hauptpfarrkirche der Stadt, sondern als Kollegiatkirche ein „halber Dom“. Bischofssitz ist sie jedoch erst seit 1923.

An der Südseite führt ein treppenfreier Eingang in die Kirche. Ans südliche Seitenschiff sind mehrere Kapellen angefügt, die wie ein weiteres Seitenschiff wirken. Die Treppengiebel wurden allerdings erst in den 1920er Jahren hinzugefügt. Die Halle beeindruckt durch ihre Höhe und Helligkeit. Als wichtigste Sehenswürdigkeiten seien hier die Orgel, die Bronzetaufe und die zahlreichen Epitaphen genannt. In der Kirche liegen deutschsprachige Informationshefte aus.

Westlich der Kirche verläuft die Haupteinkaufsstraße der Stadt, die südlich der Kirche Apothekerstraße heißt, nördlich derselben aber Bispegade, weil die Schleswiger Bischöfe hier ein Haus besaßen. Die Smedegade nördlich der Kirche ist eine der schönsten Straßen der Stadt. Hier befindet sich auch der Altbau der traditionsreichen Lateinschule.

Am Ende der Bischofstraße erinnert ein in den Boden eingelassenes Denkmal an das Bischofstor. Damit verlassen wir die eigentliche Altstadt und betreten Alt-Hadersleben. Wie es der Name verrät, ist das alte Kirchdorf älter als die Stadt, wurde jedoch früh von dieser überflügelt und entwickelte sich zu einer Vorstadt. Vom Anfang der Storegade eröffnet sich noch einmal ein schöner Blick auf den Westgiebel der Kirche. Wer nicht weiter durch die bebaute Stadt gehen möchte, kommt über die neue Straße Bischofsbrücke direkt zum Dammpark.

Nichtsdestoweniger lohnt es sich, die Große Straße weiter hinauf zu gehen. Ein erster Abstecher führt uns an der platzartigen Erweiterung der Straße nach Norden durch die kleine Straße „Ved Stormklokken“. Am Ende derselben biegen wir rechts ab. Rechterhand liegt das historische Versammlungshaus „Harmonie“ (heute Hotel), linkerhand kommen wir bald am „alten Neubau“ der Lateinschule aus den 1850er Jahren vorbei. Seit dem Umzug des Gymnasiums in den Norden der Stadt gehören die wohlproportionierten Gebäude zum dahinterliegenden Rathaus, einem ziemlich unansehnlichen Zweckbau der 1970er Jahre.

Bald stoßen wir wieder auf die Norderstraße und kommen weiter in Richtung Norden zum Gammelting, früher ein geschlossener Platz, heute Verkehrsknotenpunkt. In Richtung Osten führt die schöne, leider dezimierte Allee des Aastrupvej vorbei an schönen kaiserzeitlichen Villen.

Noch weiter östlich liegen das uralte ländliche Wirtshaus „ Marienlust“ (heute Sitz einer Kreditanstalt), der alte Wasserturm (zeitweise als Aussichtsturm zugänglich) und das Museum. Dieses ist gleichzeitig Zentrum der archäologischen Forschung im Landesteil. Neben vor- und kulturgeschichtlichen Sammlungen bietet es häufig Sonderausstellungen und Vortragsreihen. Besonders sehenswert ist das kleine Freilichtmuseum mit dem Pastoratshof aus Øsby und der rekonstruierten Bockmühle. Sogar das 1920 vom Marktplatz entfernte Kaiser-Wilhelm-Denkmal hat seinen Platz am Museum gefunden.

Nördlich vom Gammelting, vorbei am Denkmal für die „Wiedervereinigung“, das bald nach 1920 ein deutsches Denkmal für den Krieg von 1848-50 ersetzte, kommt man in die Parkanlage „Kløften“. Die Lindenallee markiert den historischen Verlauf der Landstraße nach Christiansfeld und Kolding, die hier hohlwegartigen Charakter annahm. Heute ist die Parkanlage durch das alljährliche Rockfestival Kløften weithin bekannt.

Andere Erkundungen kann man vom Ende der Fußgängerzone aus unternehmen. Auf der anderen Seite der dort vorbeiführenden Hauptverkehrsstraße setzt sich Gammel-Haderslev fort. Bemerkenswert ist das im Volksmund „Bügeleisen“ genannte Eckhaus im spitzen Winkel der Großen- und der Westerstraße. Namentlich letztere und die nördlich davon belegene Slagtergade verfügen noch über allerhand gut erhaltene kleine Bauten des 19. Jahrhunderts, während die alten Bøndergårdene (Bauernhöfe), die ohnehin meist nur Insthäuser waren, nur noch als Straßenname existieren.

Weitere Sehenswürdigkeiten in diesem Stadtteil sind das alte Amtshaus von 1760, früher Sitz des Haderslebener Amtmanns und noch bis 1970 als Verwaltungsgebäude in Betrieb, das leider durch die Kreuzung der Großen Straße mit der Umgehungsstraße beeinträchtigt wird. Ihm schräg gegenüber liegen das alte Landratsamt und das bis 1975 als Krankenhaus fungierende Christine-Frederikke-Stift, eine der ältesten bürgerlichen Sozialstiftungen der Stadt.

Ebenfalls nahe an der in den 1950er Jahren errichteten Verkehrsschneise liegt die Severinskirche, das älteste Bauwerk der Stadt. Sie stammt noch aus romanischer Zeit und wurde aus Granitquadern errichtet. Wertvollstes Ausstattungsstück ist das steinerne Taufbecken, das ebenfalls noch aus romanischer Zeit stammt. Der gotische Turm wurde 1910 um zwei Stockwerke erhöht und wirkt im Verhältnis zur Kirche überproportioniert.

In der Verlängerung der Westerstraße liegt westlich der Brücke über die Umgehungsstraße Schaumanns Textilfabrik. Der industriehistorisch wertvolle Komplex beherbergt heute verschiedene Einrichtungen. Die Schleswigsche Kutschensammlung ist heute Teil des Haderslebener Museums.

Von der Großen Straße führten zahlreiche Wege zum inneren Damm mit der umgebenden Parkanlage. Der Weg um den durch die Umgehungsstraße vom äußeren Damm abgeschnittenen Teich lohnt sich nicht nur wegen der gepflegten Anlagen (u.a. Kräutergarten an der Westseite), sondern wegen des schönen Ausblicks auf Stadt und Kirche. Durch einen Tunnel unter der Umgehungsstraße kommt man an das Ufer des äußeren Damms und kann einen weiten Ausblick über den schön gelegenen See genießen, welcher trotz seiner Größe eigentlich nur der Stauteich der Wassermühle gewesen und als solcher erst im Mittelalter entstanden ist.

Im Süden der Parkanlagen ist der hochgelegene Klosterkirchhof mit seinen Linden- und Kastanienbäumen nicht zu übersehen. Von hier aus hat man abermals einen herrlichen Ausblick über die Wasserlandschaft des Damms. Der Friedhof wird heute nicht mehr genutzt und steht mit seinen zahlreichen interessanten Grabdenkmälern unter Denkmalschutz.

Zur Stadtseite hin hat der Friedhof nur einen Ausgang, und zwar zur Marienkirche hin. Die Verbindungsstraße heißt Præstegade.Wie in der östlichen Altstadt bestimmt auch hier ein weitgehend geschlossener Bestand von kleinen Altbauten das Bild. Ein bemerkenswerter Bau des frühen 19. Jahrhunderts ist die Wilhelminenschule, benannt nach Prinzessin Wilhelmine (1808-1891), Tochter von König Frederik VI und erste Ehefrau von König Frederik VII.

Wir biegen rechts in die Hægersgade ein, die mit ihren pastellfarbenen Kleinbürgerhäusern ohne Frage eine der schönsten Straßen der Stadt ist. An deren Ende liegen die um 1860 errichteten Bauten der Hæger-Stiftung, welche der Malermeister Mathias Hæger seinerzeit zum Wohle allein stehender alter Menschen einrichten ließ.

Nun folgen wir der Straße „Kloster“, die an das nach der Reformation aufgegebenes Franziskanerkloster erinnert, in Richtung Westen. Auch hier gibt es zahlreiche hübsche bescheidene Bauten, von denen einige allerdings noch der Renovierung harren. Bemerkenswert ist das Kontorhaus der Zeitung Dannevirke, der ältesten dänischsprachigen Zeitung im Landesteil (gegründet 1838), die bis 1975 bestand.

Bevor wir rechts in Richtung Mølleplads abbiegen, lohnt sich ein Blick auf den Marktplatz. Sehr schön ist der Ausblick auf die Nordseite, dessen Giebelhäuser den imponierenden Eindruck der dahinter sich erhebenden Marienkirche noch verstärken. Der Durchblick zwischen den Häusern 7 und 8 auf die Kirche zählt zu dank des schönen Fachwerks von Nummer 6 zu den beliebtesten Bildmotiven der Stadt. Auch die Fachwerkhäuser 4 und 5 sind bemerkenswert. Während letzteres mit seinen schiefen Balken, dem hohen Keller und dem Feldsteinsockel sehr altertümlich wirkt, erscheint ersteres ziemlich glatt. Dies liegt daran, dass dieses Haus nach einem Brand 1964 fast verloren war, kurz darauf aber rekonstruiert wurde.

Nun aber gehen wir in Richtung Süden zum Hertug-Hans-Hospital zurück. Bemerkenswert ist noch das alte Rathaus auf der östlichen (= linken) Straßenseite, ein Bau aus den 1850er Jahren. Nach kurzer Zeit sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour durch Hadersleben angelangt.


Flensburg

Wie könnte man die alte Seehandelsstadt Flensburg besser erkunden als auf den Spuren eines (fiktiven) Kapitäns? Spaziergänger schließen sich darum am besten Kapitän Petersen an, aus dessen Alltag der „Flensburger Kapitänsweg“ erzählt. Ein Faltblatt dazu gibt es bei der Touristinformation oder im Schifffahrtsmuseum, wo die maritime Tour beginnt. Allerlei Seemannsgarn und Fakten zum Leben der Flensburger Seeleute findet man außerdem auf den dänisch- und deutschsprachigen Schildern entlang des fünf Kilometer langen Rundgangs.

Der Kapitänsweg beginnt dort, wo einst Seereisen endeten: Am Zollpackhaus im Flensburger Hafen, dem heutigen Schifffahrtsmuseum. Hier zahlte Petersen Steuern auf die Waren, die er aus dem russischen Reich, Grönland, Frankreich, Spanien oder der Karibik mitbrachte – so weit reichte das Netz der Flensburger Händler im 18. und 19. Jahrhundert!
Gleich neben dem Schifffahrtsmuseum entsteht in der Museumswerft nach historischen Plänen eine Dansk Jagt, ein für die Ostsee typischer Frachtensegler. Weitere für die Förderegion typische historische Ewer, Kutter, Logger und Jagten liegen im Museumshafen, liebevoll von ihren Eignern gepflegt und für den nächsten Törn flottgemacht. Auch Deutschlands letzter seegehender Passagierdampfer, die „Alexandra“, legt hier zu ihren Touren auf der Flensburger Förde und durch die „dänische Südsee“ ab.

Vorbei an den stolzen Kaufmannshäusern und Speichern am westlichen Ufer spaziert man um die Hafenspitze herum. Auf dem Weg zum Ostufer lohnt sich ein Abstecher in die Hinterhöfe zwischen Norder- und Südermarkt. Wer wenig Zeit hat, konzentriert sich auf die Rote Straßenahe der prächtigen Schifferkirche St. Nikolai. Angesichts der liebevoll hergerichteten Höfe und Häuser rückt das harte Leben der Kaufleute, die hier um Taler und Krone feilschten, und der Fuhrmänner, die hier ihre Pferde unterstellten und Wagen beluden, in weite Ferne.

Auch am Ostufer gibt es Puppenstubenidylle. In Flensburgs Treppenviertelzwischen St. Jürgen-Straße und Hafendamm drängen sich geduckte Häuschen aneinander. Heute machen es sich Künstler und Individualisten zwischen den schiefen Wänden gemütlich. Früher wohnten hier Leute vom Schlage Kapitän Petersens, Steuermänner oder Matrosen – und zwar längst nicht so luxuriös wie die Kaufleute vom Westufer!

Zu Kapitän Petersens Zeiten war Flensburg der dänischen Krone unterstellt. Erst 1864 fiel die Stadt den Preußen und später dem Deutschen Reich zu. Bei der Volksabstimmung zur nationalen Zugehörigkeit 1920 stimmten zwei Drittel der Flensburger für Deutschland. Heute zählt ein gutes Viertel der Bewohner zu Dänischen Minderheit, die in der Stadt eigene Kirchen und Vereine, Schulen und Kindergärten unterhält. Ihre Kultur macht für viele Besucher den Charme Flensburgs aus.


Schleswig

Der Name sagt es bereits: Schleswig liegt an einer Bucht der Schlei. Die Stadt wurde 804 erstmals erwähnt, stand bis ins 11. Jahrhundert jedoch im Schatten der Wikinger-Siedlung Haithabu am Haddebyer Noor.

Nach der Zerstörung Haithabus gewann Schleswig an Einfluss. Der gewaltige Dom wurde 1134 erstmals erwähnt, ab 1161 residierten die Bischöfe in einer eigenen Burg, um die sich zahlreiche Kirchen und Klöster ansiedelten. Handelsschiffe legten sowohl in der Stadt als auch im etwa 20 Kilometer entfernten Hollingstedt an, das schon die Wikinger von der Nordsee aus über Eider und Treene angesteuert hatten. Bis zur Blütezeit der Hanse galt Schleswig als überregional wichtiger Handelshafen.

Von der Gründung der beiden Herzogtümer Schleswig und Holstein 1544 bis zum Sieg des dänischen Königs im Großen Nordischen Krieg 1721 residierten die Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf auf Schloss Gottorf. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde die Stadt preußisch.

Überragende Sehenswürdigkeit ist bis heute der Dom St. Petri mit dem 100 Jahre alten Turm, der im Zentrum der Altstadt steht. Zwischen dem Dom und dem Johanniskloster liegt die Fischersiedlung Holm, deren kleine Häuschen sich rund um den Friedhof gruppieren. Einige Gärten grenzen direkt an die Schlei. Dort schaukeln Boote an den Stegen, und Netze trocknen in der Sonne.
Schloss Gottorf ist heute Sitz der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseenmit beeindruckenden Sammlungen zu Archäologie, Völkerkunde, Kunst- und Kulturgeschichte. Im restaurierten Barockgarten wurde 2005 dasGlobushaus“ eröffnet, in dem ein Nachbau des „Gottorfer Globus“ aus dem 17. Jahrhundert zu bestaunen ist.


Friedrichstadt

Grachten, Brückchen, weiß getünchte Treppengiebel – in Friedrichstadt fühlt man sich urplötzlich wie in den Niederlanden. Tatsächlich bauten niederländische Glaubensflüchtlinge auf Einladung von Friedrich III ab 1621 dieses „Amsterdam Nordfrieslands“, das sich sowohl zu Fuß als auch mit dem Rundfahrtschiff, im Ruderboot oder Kanu ganz gemütlich erkunden lässt.

Der Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf nutzte die Kenntnisse der Niederländer im Wasserbau und im Handel, um das feuchte Land an der Eidermündung urbar zu machen und seine Kasse mit Steuergeldern zu füllen. Für die Remonstranten war die neu gegründete Stadt ein willkommener Zufluchtsort. 1624 legten sie den Grundstein ihrer ersten Kirche. Das hoch aufragende Gotteshaus aus eigens importierten, „Moppen“ genannten niederländischen Sandsteinen in der Prinzessstraße, mussten sie mehrmals neu errichten, weil der Boden immer wieder nachgab. Doch der Bau von 1854 steht bis heute – und bis heute wird dort das „Vaterunser“ auf niederländisch gesprochen.

1626, fünf Jahre nach der Stadtgründung, baute Friedrichs Statthalter Adolph van Wael am Mittelburggraben einen prächtigen Speicher. Das Haus sollte eigentlich als Münzprägerei dienen – doch das ursprünglich zugesicherte Münzrecht erhielt Friedrichstadt nie. Trotzdem heißt das Gebäude bis heute „Alte Münze“. Es beherbergt das Stadtmuseum und ist damit die erste Adresse für alle, die mehr über die Gründung und Entwicklung Friedrichstadts erfahren möchten.

Über das Museum gelangt man in den Betsaal der Mennoniten, einer weiteren religiösen Minderheit, deren Kultur in Friedrichstadt bewahrt wurde. Insgesamt gibt es heute in der Stadt fünf verschiedene Glaubensgemeinschaften: Neben den Remonstranten und Mennoniten feiern regelmäßig Lutheraner, Katholiken und dänische Lutheraner ihre Gottesdienste.

Friedrich III versuchte außerdem, Juden von der iberischen Halbinsel in den Norden zu holen, da auch sie als gebildet und äußerst geschäftstüchtig galten. Doch ein Handelsvertrag mit Spanien verhinderte dies. Ab 1675 zogen jedoch aschkenasische, also west- oder osteuropäisch geprägte Juden in die Treenestadt. Vom Leben der zeitweilig zweitgrößten Friedrichstädter Religionsgemeinschaft künden die ehemalige Synagoge und zwei jüdische Friedhöfe.

Die „Stadt der Toleranz“ ist auch ein florierendes kulturelles Zentrum Nordfrieslands. Zahlreiche Maler haben hier ihre Ateliers und Galerien eingerichtet: Thomas Freund bietet im Fünfgiebelhaus Malkurse an, Anne Brommann stellt in der Lohgerber Straße „Friedrichstädter Fayencen“ her, und am Fürstenburgwall formt der Schmied Ulrich Schmied Metall zu schweren Skulpturen und filigranen Figuren.

Bei den „Friedrichstädter Rosenträumen“ und vielen anderen Festen bieten die Künstler ihre Arbeiten auf dem historischen Marktplatz unter freiem Himmel an. Bei den „Friedrichstädter Festtagen“ zeigt sogar die ganze Stadt ihr kreatives Geschick: Phantasievoll geschmückte Boote zaubern beim Lampionkorso einen Hauch von Karneval in die Grachten – das „Amsterdam des Nordens“ wird zum Venedig.


Husum

Husum (friesisch: Hüsem) liegt mit seinen rund 23 000 Einwohnern an der Südwestecke der Schleswigschen Geest. Südlich erstreckt sich die Eider-Treene-Niederung. Wir erreichen Husum über die Bundesstraße 5, die sich entlang der Westküste erstreckt. Sie mündet in die Marktstraße. Auf deren östlicher Seite erstreckte sich bis in die 1960er Jahre hinein der Husumer Viehmarkt, der um 1900 zu den größten im damaligen Deutschen Reich gehörte. Seit 1970 steht dort das Kreishaus, die Verwaltungszentrale des Kreises Nordfriesland.

Die Straße geht in die Neustadt über. Östlich der Straße liegt der Schlossgarten. Er gehört zu dem 1582 im Auftrag des Gottorfer Herzogs Adolf fertig gestellten Schlosses und wurde im Jahre 1878 im Stile eines englischen Gartens zu einem Park umgestaltet. Vier Millionen Krokusse färben die Wiesen im frühen Frühling lila. In Verbindung mit der Schlossanlage steht das ehemalige „Kavaliershaus“, in dem Ferdinand Tönnies (1855-1936), Begründer der Soziologie in Deutschland bis etwa 1890 lebte. Gegenüber dem Eingang zum Park liegt das Kinocenter Husum, das neben den aktuellen Filmattraktionen immer wieder auch besondere Kinoereignisse bietet, so in jedem Jahr die „Husumer Filmtage“ und im November 2006 das European Minority Film Festival.

Von der Neustadt ab geht die Gurlittstraße, von der eine kleine Stichstraße zum „Westfriedhof“ führt, der Begräbnisstätte seit dem 19. Jahrhundert. Westlich des Friedhofes steht seit 1899 das Ostenfelder Bauernhaus, ein Hof aus dem 17. Jahrhundert, der 1899 auf Initiative des Heimatkundlers Magnus Voß (1856-1905) in Ostenfeld abgetragen und hier wieder errichtet wurde. Es handelt sich um das erste Freilichtmuseum in Deutschland.

Von hier führt der Weg weiter südlich zum „Westerende“, vorbei an der „Kleinen Straße“, deren Kopfsteinpflaster und geduckte Häuschen einen Eindruck geben vom Leben der „kleinen Leute“ in alter Zeit, bis zum Hafen. Es war die „Grote Mandränke“ von 1362, die das vorgelagerte Land und mit ihm den Marschenort Rungholt zerstörte und die damit eine Verbindung zwischen der Geestecke und der offenen Nordsee herstellte. Im 15. Jahrhundert wuchs an dieser Stelle Husum heran. Der Hafen, den im 16. Jahrhundert Herzog Friedrich I. ausbauen ließ, und der Marktplatz, auf dem der Handelsweg von Norden kommend nach Osten abbiegt und sich aufgliedert in die Wege nach Flensburg, Schleswig und Kropp, waren die Herzkammern dieses nach damaligen Maßstäben dynamischen Ortes. 1603 erhielt Husum von Herzog Johann Adolf von Gottorf das Stadtrecht.

Am Südufer des Binnenhafens, der bis mitten in die Stadt hineinführt, steht das 1989 errichtete neue Rathaus. Es entstand an der Stelle der früheren Schiffswerft, deren Betrieb an den Außenhafen verlegt und 1999 nach einem Konkurs auf die Produktion von Windkraftanlagen umgestellt wurde. Die Windkraft ist neben dem Tourismus einer der wichtigsten Erwerbszweige der Stadt. Mit der HusumWind, der alljährlich in der 1997 östlich der Stadt eingeweihten Messehalle abgehalten größten Fachmesse der Welt kürte sich Husum zu „Weltwindhauptstadt“.

Auf dem Marktplatz, vor der 1828 bis 1833 erbauten Marienkirche steht die „Tine“, eine Fischersfrau als Hauptfigur eines Brunnens, der, geschaffen von dem aus Husum stammenden Bildhauer Adolf Brütt (1855-1939) seit 1902 an die wohltätigen Stiftungen der Familie Asmussen-Woldsen erinnert und zu einem Symbol der Stadt geworden ist.

Aus der Familie Woldsen stammte Theodor Storm (1817-1888), der berühmteste Sohn der Stadt. An den Dichter und Novellisten erinnern ein Denkmal im Schlossgarten, sein Grab bei dem Altenstift Gasthaus zum Ritter St. Jürgen, zahlreiche Gedenktafeln an historischen Häusern und vor allem das Storm-Zentrum in der Wasserreihe. Neben einem Museum zu Leben und Wirken Storms in dem Haus, das er mit seiner Familie 1866 bis 1880 bewohnte umfasst es seit 2006 Bibliothek und Archiv der Theodor-Storm-Gesellschaft, einer der größten literarischen Gesellschaften Deutschlands mit weltweiten Verbindungen.

In einem seiner populärsten Gedichte verhalf Storm seiner Heimatstadt zu dem Namen „graue Stadt am Meer“

Die Stadt
Am grauen Strand, am grauen Meer, 
Und seitab liegt die Stadt
Der Nebel drückt die Dächer schwer, 
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn’ Unterlaß;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.


Bredstedt

Bredstedt liegt in der geografischen Mitte Nordfrieslands, im Zentrum der alten Nordergoesharde. Die Stadt, seit 1998 anerkannter Luftkurort, hat rund 5 200 Einwohner. Wir beginnen unsere Wanderung auf dem dreieckigen Marktplatz, dessen Ostspitze seit dem Jahre 2000 ein ganz besonderer Brunnen ziert: Aus den Rüsseln von sieben auf einem zweigeteilten Steinsockel aufeinandergestapelten bronzenen Schweinen fließt Wasser. Den Brunnen stiftete die Spar- und Leihkasse zu Bredstedt dem Ort zu 100. Wiederkehr seiner Stadtrechtsverleihung. Urkundlich erwähnt wurde Bredstedt lange bevor es 1900 zur Stadt erhoben wurde, nämlich 1231 im „Erdbuch“ des dänischen Königs Waldemar II. als „Brethaestath“. Das bedeutet „breite Stätte“ und bezieht sich auf eine Furt durch den Hollebek, die schließlich durch eine Brücke ersetzt wurde. Diese Brücke ziert jetzt in stilisierter Form das Stadtwappen.

An der Westseite des Marktes, auf dem seit 1633 nach dem Privileg König Christians IV. bis heute an jedem Freitag Händler ihre Waren feilbieten, erhebt sich das 1894 erbaute stattliche Rathaus, an das 1930 stilgerecht das Gebäude der Sparkasse angebaut wurde. Auf der Markt-Nordseite steht sich seit 1611 die Hardesvogtei der Nordergoesharde, gekennzeichnet durch zwei Natursteinpfeiler mit den Initialen „UP“ des Vogten Urbanus Pauli. Heute beherbergt das in seiner Substanz original erhaltene Haus eine Apotheke.

Im Nordwesten des Stadtgebietes erstreckt sich der von dem örtlichen Geldinstitut unterhaltene Sparkassenpark. In dessen Mitte ist der Bredstedter Mühlenteich aufgestaut. Die 1457 erstmals erwähnte Wassermühle wurde 1935 endgültig stillgelegt. Jenseits des Mühlenteichs verläuft die Norderstraße. Im Haus Nr. 28 kam der Maler Christian Carl Magnussen(1821-1896) zur Welt, er und der herausragenden Porträtist Christian Albrecht Jensen(1792-1870) können als berühmteste Söhne Bredstedts gelten.

Der Weg führt nach Osten zum 1887 errichteten Bahnhof. 1893 wurde schräg gegenüber dem Bahnhof die Bredstedter Landwirtschaftsschule errichtet, eine der ersten in Schleswig-Holstein. In ihrem Gebäude wurde sodann 1982 das Bredstedter Naturzentrum eröffnet, in dem Flora, Fauna und Ökologie von Geest, Marsch und Wattenmeer anschaulich dargeboten werden. Von dort führt die Bahnhofstraße mit ihren repräsentativen Gründerzeithäusern zurück ins Stadtzentrum.

Über die Osterstraße, die alte Hauptgeschäftsstraße Bredstedts, geht ein schmaler Verbindungsweg zur St. Nikolaikirche. 1462 war hier eine Kapelle der Hauptkirche in Breklum erbaut worden. 1510 folgte eine Vollkirche, ein spätgotischer, mit Feldsteinen versehener Ziegelbau. Der ursprünglich rund um die Kirche gelegene Friedhof wurde 1871 aufgelassen und einige hundert Meter südlich der neue, noch heute benutzte Friedhof angelegt.

Gegenüber der Kirche an der Süderstraße wurde 1871 eine Volksschule errichtet. Das Gebäude beherbergt seit 1990 das Nordfriisk Instituut, die zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Nordfriesland für die Pflege, Förderung, Dokumentation und Erforschung der friesischen Sprache, Geschichte und Kultur. Das Institut wird getragen von dem 1948 gegründeten Verein Nordfriesisches Institut e. V. und nahm 1965 als Institution in einem anderen Haus in Bredstedt seine Arbeit auf.

Südlich des Instituts in der Theodor-Storm-Straße steht das Bredstedter Bürgerhaus. Die 1913 als eindrucksvolles Bauwerk im Stil der Heimatschutz-Architektur errichtete ehemalige Realschule bietet seit 1988 der Stadtbücherei Raum, im Saal tagt das Stadtverordnetenkollegium, Veranstaltungen und Theateraufführungen werden angeboten. Ein Stück die Straße entlang stehen die Gebäude der neuen Landwirtschaftsschule. Ab April 2008 wird das neue Amt Mittleres Nordfriesland hier seinen Sitz haben, es wird im Zuge der derzeitigen schleswig-holsteinischen Verwaltungsstruktur-Reform aus der Stadt Bredstedt und den bisherigen Ämtern Bredstedt-Land und Stollberg zusammengefügt.

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