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Corona - Auswirkungen auf Steuer und Sozialversicherung (15.06.2022)

Regeln bis 31.12.2022

Besteuerung bei Arbeiten im Homeoffice 

Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Dänemark werden Arbeitseinkommen grundsätzlich in dem Land besteuert, in dem die Arbeit ausgeführt wird. Einige wenige Ausnahmen hiervon gelten für bestimmte Personengruppen.

Die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben sowohl auf deutscher, als auch auf dänischer Seite der Grenze dazu geführt, dass mehr Personen im Homeoffice arbeiten.

Durch die Arbeit im Homeoffice wird eine Besteuerung eines Teils des Gehaltes im Wohnland erforderlich. Hierbei ist es unerheblich, ob die Arbeit im Homeoffice behördlich oder durch den Arbeitgeber angeordnet wurde. Waren oder sind Grenzpendler von Arbeit im Homeoffice betroffen, gelten hinsichtlich der Besteuerung die allgemeinen Regelungen des Doppelbesteuerungsabkommens.

Für Arbeitnehmer, die schon immer in zwei Ländern gearbeitet haben, ändert sich in der Praxis nichts.

Für die Besteuerung des Gehaltes im jeweiligen Land ist die Anzahl der Arbeitstage entscheidend.

Welcher Teil des Gehalts im Wohn- bzw. Arbeitsland zu versteuern ist, richtet sich nach dem Anteil der Arbeitstage die in dem jeweiligen Land geleistet wurden. Die physische Ausführung der Arbeit ist hier entscheidend.

Grundlage für die Berechnung ist die Zahl der tatsächlichen Arbeitstage. Krankheits- oder Urlaubstage zählen nicht dazu. Die Krankheits- und Urlaubstage werden vorab herausgerechnet und die übrigen Tage, an denen die Tätigkeit tatsächlich ausgeübt wurde, auf das Arbeits- und das Wohnland verteilt.

Beim Anklicken des Links unter diesem Text gelangen Sie auf die Homepage der dänischen Steuerbehörde, mit einer Anleitung zur Homeofficebesteuerung für Arbeitnehmer auf dem privaten Arbeitsmark in dänischer Sprache. 

Privatansat grænsependler mellem Danmark og Tyskland

Für öffentliche Angestellte können andere Regeln bei der Homepofficebesteuerung gelten. Bitte informieren Sie sich vorab, welche Regeln für Sie gelten.

Beim Anklicken des Links unter diesem Text gelangen Sie auf die Homepage der dänischen Steuerbehörde, mit einer Anleitung zur Homeofficebesteuerung für öffentliche Angestellte in dänischer Sprache.

Offentligt ansat grænsependler

Zum 15. März werden die digitalen Steuerakten der dänischen Steuerbehörde Skattestyrelsen zugänglich. Ab diesem Tag kann man auch seine Angaben zur Steuer online abgeben. Da pandemiebedingt keine Informationsveranstaltung möglich ist, werden hierzu Informationsmaterialien auf www.pendlerinfo.org veröffentlicht. An diesen wird derzeit fieberhaft gearbeitet.

Gleichzeitig besteht das Angebot für Grenzpendler aus Deutschland, einen direkten Telefontermin mit der Behörde zu vereinbaren. Das Regionskontor & Infocenter vergibt die Termine unter der Telefonnummer 0045 74670501.

 

Sozialversicherung bei Homeoffice

Sowohl Udbetaling Danmark auf dänischer Seite als auch die DVKA (Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland) haben auf Ihren Internetseiten bekanntgegeben, dass die während der Coronakrise durchgeführte Arbeit im Homeoffice keine Auswirkung auf die Zuständigkeit bei der Sozialversicherung haben werden. Grenzpendler und ihre Arbeitgeber brauchen somit keine Konsequenzen im Hinblick auf die 25% Regel beim Arbeiten im Wohnland zu befürchten.

https://www.borger.dk/danskere-i-udlandet/arbejde-i-udlandet/international-social-sikring 

https://www.dvka.de/de/arbeitgeber_arbeitnehmer/coronaav.html 

 

Regeln ab 01.01.2023

Corona-Sonderregeln zur Sozialversicherung bei Homeoffice enden am 31.12.2022

Aufgrund des Lockdowns wegen Corona und des damit einhergehenden Arbeitens im Homeoffice hatte die EU-Kommission Sonderregeln zur Sozialversicherung empfohlen, der die Mitgliedsstaaten gefolgt sind.

Somit wurde auch zwischen Dänemark und Deutschland eine Sondervereinbarung getroffen, dass die anwendbaren Rechtsvorschriften zur Sozialversicherung sich nicht ändern sollten, wenn die Arbeit im Homeoffice allein Corona geschuldet ist.

Bei Arbeitsverhältnissen, für die eine Bescheinigung A1 mit entsprechender Entscheidung aufgrund Arbeitens in zwei Ländern bereits vorher ausgestellt wurde, sollte sich ebenfalls nichts ändern, wenn Änderungen des Arbeitsmusters allein Corona geschuldet waren.

Somit verblieb die Sozialversicherung im Arbeitsland, auch wenn im Wohnland mindestens 25% gearbeitet wurde.

Diese Absprache endet endgültig am 31.12.2022. Ab dann gelten die allgemeinen Vorschriften des Artikel 13 der europäischen Verordnung 883/2004, wonach man im Wohnland sozialversichert wird, wenn man mindestens 25% der Arbeitszeit im Wohnland arbeitet.

Da sich die Arbeit im Homeoffice während der Coronapandemie bewährt hat, viele „auf den Geschmack“ gekommen sind und auch andere Vorteile sich ergeben, werden wohl viele die vermehrte Arbeit im Homeoffice fortsetzen wollen. In diesem Fall muss man sehr genau darauf achten, welche Veränderungen sich für die Sozialversicherung ergeben und ob Arbeitnehmer und Arbeitgeber dies möchten. In jedem Falle ist eine Bescheinigung A1 zu beantragen. Zuständig ist in Deutschland die DVKA (Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland) www.dvka.de und in Dänemark Udbetaling Danmark-International Social Sikring www.borger.dk. Die Bescheinigung ist im Wohnland zu beantragen.

Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes sind von der Regel nicht betroffen, für sie gilt eine Sonderregel der VO 883/2004. Sie sind in dem Land sozialversichert, in dem ihre Anstellungsbehörde ihren Sitz hat, egal wo sie die Arbeit ausführen. Dies ist der sogenannten „Beamtenregel“ der Verordnung geschuldet. Dänemark und Deutschland haben in diesem Falle alle öffentlich Bediensteten unter diese Regel gestellt. Entscheidend ist allein die Rechtsform des Arbeitgebers.

 

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